Pasta Alexandra

Pasta Alexandra, großer Namen, große Speise

So ist das also. Große Namen, große Speisen? Wir haben schon über den Waldorf Salat (William Waldorf Astor, NY) gesprochen, aber noch nicht über eine Pavlova – na warte nur liebe Susi –  (Anna Pavlova, russische Tänzerin), auch nicht übers Filet Wellington (Effekthascherei auf der Schweizer Kochkunstausstellung, seinerzeit), geschweige denn von der Birne Helene (Escoffier anläßlich der Offenbach Operette “Die schöne Helena”).
Tatsächlich, die großen essbaren Entwürfe werden gerne nach berühmten Künstlern, Köchen oder Küchen benannt. Ist ja alles nur Schleichwerbung, oder wie wir heute gerne sagen Productplacement. Oder glaubst Du wirklich, dass Caesar Cardini, in einem mexikanischen Kaff so – mir nix dir nix – den Caesars Salad aus dem Ärmel zaubert? Oder die burgenländische Tränke den Esterhazy Rostbraten so einfach erfindet. Ich sag Euch jetzt was: über die Pasta Alexandra wird man vielleicht die nächsten hundert Jahre sprechen. Sei dabei:
1 Zwiebel und Knoblauch in Olivenöl mit 3 Sardellen anschwitzen, 1 Dose gewürfelte Paradeiser und ein Spritzer Balsamico dazu, 10 Min weiterköcheln und mit einer Pasta al dente mischen. Das reicht.

Grießnockerlsuppe mit Sinn

Grießnockerl in der Suppe

Da fahr ich extragemütlich die Straße beim Park entlang, seh die langen Sonnenstrahlen, denk an was Schönes, und dann, Freunde und Helfer in Dunkelgrün. Ich winke entgegen, Papiere, Pickerl, Reifen, Gurte, Handy, Nullpromillo, das passt soweit. Wie Straßenbahnfahren mit gültigem Fahrschein, ein gutes Gefühl. Führerschein und Zulassung, ach bitte gerne der Herr Polizist, und sonst noch was? Aha, 30-er Zone und ich 42, geh bitte. Die unfreiwillige Spende macht 21. Würd´ ich jetzt soviele Grießnockerl machen, wie ich in 30er Zonen schon zahlen hab müssen. Willst du gar nicht wissen. Und ich jetzt so:

Grießnocker zwischen 2 Kaffeelöffeln glatt formen

Erstens, für alle, die Tempo30 Zonen in Wien, und zweitens, in jeder Hinsicht richtig, für mich noch einmal 21,- ganz freiwillig für die Wiener Tafel gespendet, das macht dann wenigstens  noch Sinn.

80 Gramm Weizengrieß
40g Butter
1 Ei
Salz
Zutaten mit der Gabel verdrücken, 15 Min rasten, zwischen 2 Kaffeelöffeln Nockerlmasse gegengleich zu glatten Nockerln formen, 3 Min im Wasser kochen, abdrehen und zugedeckt nocheinmal 10 Minuten stehen lassen. In heissen Suppe (siehe Schulterscherzl) legen, und langsam essen.

Rindfleisch schwächt den Verstand, nicht

Klassisch an Rösti und Fisolengemüse

Und kaum hat Graf Toby (der unglaubliche Nikolaus “Niko” Ofczarek in einem perfekten Michael “Promille” Musalek Ganzkörperkostüm) in dem Exzellentestem, Wortwitzigsten, Aufregendsten und Lustigstem, was ich seit langem wo gesehen habe, mit der Ansage “Rindfleisch schwächt den Verstand” einen eigenartigen Gusto nach Schulterscherzl provoziert, kann ich nur sagen: das stimmt so nicht. Der Gegenantritt beweist: Rindfleisch schwächt den Verstand, nicht. Das muss also anders gemeint gewesen sein.
Bitte unbedingt anschaun, nächste (hoffentlich nicht letzte) Vorstellung 11.2. 19.30 Uhr

Was Ihr wollt

Besetztungliste:
mind 1kg Schulterscherzl
2 Bund Wurzelwerk
1 halbe Zellerknolle
2 Stück Beinfleisch
Salz, Pfefferkörner, Lorbeerblatt

typisch Schulterscherzl die glänzende” Straße”  durch dieMitte

Handlung:

3-5 Stunden leise simmern

geputzes Wurzelwerk und Zellerknolle in etwas Öl in einem großen Suppentopf (5l) anrösten, mit heißem Wasser (ca. 1,5l) aufgießen, zum Wallen bringen, Fleisch einlegen und 3-5 Stunden simmern (schwach wallen) lassen. Mit Pfefferkörnern, Lorbeerblatt und Salz würzen.
Beilagen: Rösti (siehe T.G.I.F. Kartoffelpuffer vom 29.4.2011) und Fisolengemüse

Toastvorschlag für´s Le Troquet

Das “Le Troquet” in der Kirchengasse 30

Schön, und im Ganzen auch sehr gut, ist es schon, das relativ neue und natürlich schon mehrfach besprochene Imbiss-Lokal in der Kirchengasse 30 in 1070 Wien. Das “Le Troquet” heisst nicht nur französisch, man spricht und isst auch so dort. Für die Quiche schon wienberühmt, das Coq au vin  “allabonör” – wie wir Franzosen sagen,  beim Croque Monsieur aber bitte eine kleine Anregung: weniger Salatgarniture, weniger Käse draufgeschnibbelt und vielleicht doch im Ei gewälzt und rausgebacken, so wie´s eigentlich gehört.
Hab´s gleich ausprobiert, echt magnifique und geht schnell und gut: Toastbrotscheiben mit Käse und Schinken in einem verquirltem Ei wenden und in einer Butterpfanne kurz rausbacken. Ganz ohne Toaster, voila!

Croque Monsieur, dann selbergemacht

Tisch im “Le Troquet”
sehr schöne Originalfassade des ehem. Damenartikelgeschäftes 

Schokoladecroissants zum Frühstück

Schokoladecroissants

Im Genre Frühstücksgebäck hat das Land, immer noch so viel mehr zu bieten als die Stadt. Dort reichen motivierte Bäckersleute Dinkelherzen, Kartoffelweckerl, Mohnfleisserl, und die Standards sowieso, dass dir Dein Herz lacht,  dazu sowas von ordentlichen Milchprodukten vom Bauern. Vom Parkplatz vor der Tür red´ ich erst gar nicht. Daheim ist das dann ganz anders, also, husch ich an den Ofen mach einen auf Frühstücksbäcker.
Plunderteig in Dreiecke schneiden, an den breiten Enden einen Klecks
frisch geschmolzener Schokolade (also gut, von mir aus auch Nutella) setzten, einrollen, mit Milch bepinseln und im heißen Backrohr bei 180 Grad ca. 15 Minuten braun backen.
Musiktipp: American Daydream “Electric Guest”

mit Milch bepinseln

Plunderteig in Dreiecke schneiden, Schokotropf auf dickes Ende und einrollen

Orangen Lady Marmalade

Orangenmarmelade “Lady Marmalade”

Hey sista, go sista, soul sista, flow sista, 7 reife Orangen schälen, Weißes so gut es geht wegschneiden, Fruchtfleisch (ca. 1/2 Kilo) mit 1/4 kg Zucker und einem Glas Orangensaft ca. 15 Minuten aufkochen. Wer unbehandelte Orangen hat (eben solche wie von Nino Crupi) kann auch dünn geschnittene Schalen mitkochen. Giuchie, Giuchie ya ja here, Mocha Chocolata ya ya, Creole lady Marmalade. In ein sauberes Einmachglas abfüllen. color of cafe au lait alright, made the savage beast inside. Schmeck super auf getoastetem Tramezzini Brot. Giuchie, Giuchie ya ya dada, Mocha Choca lata ya ja, Creole lady Marmalde.
Tipp: die besten Orangen aus dem eigenen Hain in Sizilien gibt es zur Zeit in Wien bei Nino Crupi in der Margarethenstraße 3, ein Orangenfachgeschäft. Der Weg dorthin lohnt sich.

Salzburger Nockerln, decent am Rande

Salzburger Nockerl
in geschlagen Schnee Dotter einrühren

ZDI (“zu deiner Information”, schreibt man jetzt so): der Mönchsberg, der Kapuzinerberg und der Gaisberg versammeln sich in meiner Aufflaufform, so decent am Rande gesagt (sagt man jetzt so), aber hier eher decent am Rande gegessen, weil die Salzburger Nockerln symbolisieren nicht nur diese Salzburger Hausberge und daher immer 3 Nockerln, nie 4, sondern sind wirklich ein luftiger, dezenter, schaumiger Hauch von Süß.
6 Eiklar
4 Dotter
4 gehäufte EL glattes Mehl
10 dag Kristallzucker
2 Packerl Vanillezucker
4 EL Preiselbeermarmelade

Backrohr auf 200 Grad heizen. 6 Eiklar zu steifen Schnee schlagen und den Kristallzucker, sobald der Schnee reinweiss ist untermixen. Die verquirlten Dotter rasch unterrühren und das Mehl reinsieben. In eine leicht ausgebutterte Auflaufform Preiselbeermarmelade am Boden verteilen, darauf DREI, und nicht wie irrtümlich vertippe 4 Schneenocken setzten,  und im Backrohr ca. 10 Min unter strenger Beobachtung leicht braun backen. Mit Staubzucker bestreuen.