Gscheiterhaufen bis gleich!


Seit dem Sprayer Event im WUK stehen die Farbdosen im Kasten herum. Warum also soll ich dann was dagegen haben, wenn das alte Polly Pocket Board farblich ein bisschen auf Vordermann gebracht werden soll, die Whats App Gruppe der 1.A. hat sich nämlich im Käfig vom Park verabredet. Nie hätt ich das eine Kind so schnell und so fesch bei dem Schönwetter in den Park gebracht, aber circa 295 Nachrichten auf What´s App in zwanzig Minuten machen´s möglich. Du, sag ich, im Rohr ist grad was, das hab ich oft gegessen wie ich so alt war wie du, bis dein Skateboard fertigbesprüht ist, ist auch meine Striezel-Resteverwertung fertig, what says you? Ist gut, aber lang kann sie nicht mehr warten, ist auch gleich fertig, das geht sich nur aus, wenn diesmal mein Gleich mit ihrem Gleich mitzieht, es kommen nämlich alle aus der Gruppe und cool ist schon, wer nicht direkt zum Käfig kommt, sondern schon von der Busstation aus, so halbverabredet in einer Untergruppe anrollt. Schnuppe, wir sind im Geschäft, denn der Scheiterhaufen ist – und ich frag mich schon, wie so eine prima Sache einen so irritierenden Namen tragen kann – wirklich gleich fertig, fehlt nur mehr die Schneehaube. Und kaum ist die Farbe so halbwegs trocken und das Board vor der Türe probegefahren, servier ich schon meine gebackene Striezelschüssel, zu dem die Briten viel netter bread and butter Pudding sagen, direkt aufs Skateboard und taufe meine sinnvolle Restlverwertung mit #apfeldazu *von Scheiterhaufen um in Gscheiterhaufen. Also dann, bis gleich, sie ist jetzt ein bissl im Park!

* #apfeldazu ist eine sehr sinnvolle Initiative den österreichischen Obstkaiser zu feiern, jeder der mitmachen will, nimmt jetzt wieder öfter einen #apfeldazu. Mehr dazu auf www.apfeldazu.at

 

 

 

Zutaten:

  • 2 Äpfel
  • 1/2 altbackener Striezel (Brioche), entspricht 250 g
  • 3 ganze Eier
  • 1/8 Milch
  • 1 Packerl Vanillezucker
  • 3 EL Kristallzucker

Äpfel schälen, von allen Seiten in Scheiben hobeln, mit etwas Zucker und Zimt süßen, den Boden einer Auflaufform damit bedecken, darauf die Stiezelscheiben, mit der verquirlten Ei-Milch-Zuckermischung übergießen und bei 160 Grad 30 min backen.
Schneehaube: 3 Eiklar weiß mixen, dann mit 3-4 EL Kristallzucker zu einer glänzenden Creme, über den gebackenen Gscheiterhaufen und goldgelb backen.

 

Stellt mehr Töpfe in die Parks!


Dort, wo die Wiener Donaustadt langsam ausläuft und auf der einen Straßenseite die Wellblechshoppingmeile in die Ortschaft Groß-Enzersdorf übergeht, liegt auf der anderen Straßenseite, nur wenige Häuserzeilen hinter der Hauptstrasse, das Naturschutzgebiet und der Biohof Lobau. Genau dort bin ich mit dem Capo vom Biohof Karl Mayer verabredet,  mir die 30 Kilo rosa und 10 Kilo violette Erdäpfel für den “wir-haben-eine-Überraschung-für-dich” Kocheinsatz im Steirereck abzuholen. Ich komme am frühen Nachmittag, da sind für den Ab-Hof-Verkauf die Türen offen und hab mir schnell noch 2 Ikea Säcke von zu Hause mitgenommen, gut so, wie sich dann beim Einladen der 4 x 10 Kilo erdigen Erdäpfelsäcke herausstellt. Karl Mayer ist gut drauf, freut sich, dass mir die bunten Erdäpfel so gefallen, seewolfartig nimmt er gleich einen und schlägt ihn an der Kante einer Holzpalette in der Mitte auseinander. Nicht schlecht der Farbflash, denn voll violett und ich hab die erste Idee was ich draus mach, Chips. Das ist nur eine von vielen historischen Erdäpfelsorten, die er in Zusammenarbeit mit Slow Food und Arche Noah hier anbaut. Die zweite, Rubina, ist außen rosarot, innen Kartoffelgelb, eher mehlig und süßlich, Bingo, gleich die zweite Idee, daraus mach ich eine Erdäpfelsuppe für das Public Cooking rund um den Koch.Campus im Steirereck, quasi Gipfeltreffen der Top Gastronomen, kulinarischen Think Tank österreichischer Spitzenköche mit Trendforschern, Bestenliste-Testern, Presse und Wirtschaft.
Mit den Erdäpfeln fahr ich also ins Steirereck direkt auf Augenhöhe mit Heinz Reitbauer. Ohne der Hilfe von Elfi und Peter hätte ich das nie geschafft, in 4 Stunden die 30 kg rosaroten Erdäpfel zu waschen, schälen und zu schneiden, geschweige denn, die 10 Kilo Violetten mit der Schneidemaschine in dünne Scheiben zu schneiden und zu Chips zu frittieren. In einer Badewanne von Topf schwitze ich die gehackte Zwiebel an, gieße sie mit Wasser (besser natürlich Gemüsesuppe) auf und koche die Erdäpfelstücke ca. 20 min mürb. Irgendwie fühl ich mich wie der Küchencrasher, um mich herum hoch konzentrierte Kochfeinarbeit von eingespielten, grobgeschätzen 30 Profi-Köchinnen und Köchen im Souterrain der Arbeitsküche vom Steirereck. Ich hier die einzige Verbindung zur darüberliegenden Koch.Campus Veranstaltung  in der noblen Herzeigküche, in die die Profiköche mit ihrem Material direkt angereist sind. Mit einem Stabmixer groß wie ein Presslufthammer püriere ich im suppenvollen Edelstahlbassin, fülle sie mit Elfi und Peter in 2 große Töpfe ab und tragen sie vorbei an allen Spitzenköche, die ihre schönen Speisen gerade rund um die Diskussionsrunde “die Zukunft der Österreichischen Kulinarik” anrichten. Draußen vor der Tür kein Sekt, kein Porzellan, keine Presse, hier die Schulklassen mit ihren Lehrern, Jogger, Parkbesucher, Touristen, Mütter mit Kinderwägen, verschwitze Jungs vom Fussballkäfig nebenan, neugierig und interessiert und froh über die Kostproben. Die lila Erdäpfel noch nie gesehen. Schließlich in den Koch.Campus Pausen auch alle großen Köche, die sich vor der Suppenküche um meine Erdäpfelsuppe anstellen. Das Topping von violetten Chips, frischem Majoran aus meinem Garten und frittierten Wurzeln der Jungzwiebeln passt gut, da wird auch gerne ein Schöpfer nachgenommen. Alle sind sehr an den bunten Erdäpfeln interessiert, jeder kann welche mitnehmen, wenn er mag. Am Schluss sind alle weg.  Nach ungefähr 120 ausgegebenen Erdäpfelsuppen ist meine Mission erledigt, alles wird wieder abgebaut, die Töpfe mit der Elfi zurück in die Arbeitsküche getragen und beim Verabschieden bin ich schon Teil der Koch.Campus Familie, schön, hab ich wirklich gern gemacht. Danke an Elfi und Peter und allen anderen sehr freundlichen Menschen in dieser Superküche, die dort wie in ihrer Westentasche agieren!

Jedenfalls hat die kleine Suppenküche vor dem Steirereck im Wiener Stadtpark, wie ich finde schon eine Antwort auf die Frage, wie es mit der “Zukunft der Kulinarik” bestellt ist, parat: stellt einfach mehr Töpfe in die Parks und auf die Strassen!
Rezept zur Suppe ganz unten. Danke Sarah Krobath für die Fotos!

  • Erdäpfelsuppe für 4-6 Personen, wie ich sie zu Hause mache:
  • 1 Zwiebel
  • 2 EL Olivenöl
  • 3 Jungzwiebel, die Wurzeln abtrennen und frittieren
  • 1/2 kg Erdäpfel festkochend
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 Karotten
  • 1 l Gemüsesuppe
  • ein 1/2 TL gestossene Kümmel und Fenchelsamen
  • frischer Majoran
Gehackte Zwiebel und Jungzwiebel in Olivenöl anschwitzen, mit Suppe aufgießen, Knoblauch, Salz Kümmel und Fenchelsamen dazu, geschälte Karotten und Erdäpfelstücke ca. 30 min darin weichkochen, mit Erdäpfelchips und frittierten Jungzwiebelwurzeln toppen.
Gut passen auch gebratene Schwammerln dazu, oder ein paar gewürfelte Speckstücke mit dem Zwiebel mit anschwitzen.
Der Biohof bietet die Erdäpfelaritäten noch den ganzen Oktober in innerstädtischen Merkur Filialen an, die Stadt ist stolz darauf.
Ab Hof-Verkauf nach telefonischer Vereinbarung:
Erdäpfel
Weizen, Dinkel, Roggen
Kontakt
Bio-Zentrum Lobau
Lobaustraße 53, 2301 Groß-Enzersdorf
Telefon: +43 2249 2300
Schöne bitte ganz liebe Grüße dem Karl Mayer von mir ausrichten!

so good, good goods!

Der Zauber der Halle in der Edelhofgasse 10, ist allen bekannt, die uns im Vorjahr zur Vienna Design Week schon einmal besucht haben. (siehe auch Bilder vom RoughCutSupper Club aus dem Vorjahr HIER). Heuer breitet er sich ganz rough und good noch dazu über den diesjährigen Designbeitrag der RoughCutBoard Designerinnen DOTTINGS, der Kollektion Good Goods!
Das Designduo, das sind Katrin Radanitsch und Sofia Podreka haben es sich mit der Initiative GOODGOODS zum Ziel gesetzt, neue Designprodukte für Leben & Haushalt mit sozialem Augenmerk und fairen Preisen unter einer eigenen Marke auf den Markt zu bringen. So weit so good und dann kam ich wieder ins Spiel, denn das RoughCutBoard war schon ein bissl einsam, und hat jetzt endlich Gesellschaft bekommen:

Der GoodSPOON ist ein Kochlöffel aus Bambus, den der Designer Adam Wehsely-Swiczinsky entworfen hat. Er war einmal in China, saß an einem Flussufer und hat sich aus einem herumliegenden Bambusteil – ganz rough cut- einen Kochlöffel geschnitzt. Genau daran hat er sich erinnert, als er von Dottings gebeten wurde, ein Küchenprodukt zu entwerfen, dass in der Werkstatt Jugend am Werk hergestellt werden kann. Und da gute Produkte auch viel gute Unterstützung brauchen, bin ich quasi die Godel, also die Taufpatin des Kochlöffels und helfe der Kollektion Good Good dabei, ein bissl bekannter zu werden. Zu den Good Golds gehören auch diese wunderbaren gehämmerten Bieröffner, Topf- oder Schneidbrettbürsten, Seifen mit Handbürsten, Kinderspielzeug und vieles mehr. Alle Produkte sind noch bis Sonntag, 5.10. in der Halle Edelhofgasse 10 im 18. Bezirk in Wien zu sehen und wer Gutes tun will, schaut auch gleich auf www.goodgoods.at und findet vieles für seine eigene Küche oder zum Verschenken!


Zu den Good Golds gehört auch ein Steckspiel, von den Designerinnen Lucy.D die auch für das Landtmann eine neue Tortenkollektion entworfen haben. Es wird auch gerade an einem online-Torten-Generator gearbeitet, so kannst du dir – wie Nike Schuhe – deine ganz persönliche Torte zusammenstellen. Ich sags ja, so good!
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Danke auch an Martin Rohla von der Stadtflucht Bergmühle, die uns mit dem köstlichen rosé Prosecco in der Halle unterstützen!