Sarde in Saor bis es wieder scheppert

Die kulinarische Damenrunde kommt bei ihren regelmäßigen Treffen stets auf Höchsttouren. Kaum gibt es ein Motto, lizitieren sich die Ideen, wer was kocht, mitbringt und wo, in der WhatsApp Gruppe aber so, daß das Handy am Tisch nur so vor Freude scheppert. Wir haben schon Würste gedreht, Ravioli geformt, ausgefallenste Käsestücke mit dem Inhalt kostbarster Flaschen versoffen, ein Thanksgiving mit fancy Beilagen gefeiert. Da haben sich eben die Richtigen gefunden. Mit dabei sind immer Küchen-Experimente, Kostproben von kulinarischen Abenteuern, besondere Gäste, immer kalte Getränke und heisse Storys. Was in der Runde besprochen wird, bleibt in der Runde. Diesmal  ist es “Harry´s Bar“. Kaum fällt das Stichwort, sprudelt es nur so dahin. Jede in der Runde ruft aus dem Gedächtnis Rezepte der berühmtesten Bar von Venedig ab, als hätte sie das großartige Kochbuch von Giuseppe Arrigo Cipriani gerade für ein Vorsprechen einstudiert. Unbedingt “Harry´s Bar Toast”, “Torta di Mela”, ja, und “Bellinis” müssen auf alle Fälle her, nein “Osso Bucco” sprengt den Rahmen, bei  “Sarde in Saor” sind alle dabei. Mach ich eigentlich jedes Jahr, und war für diesen Einsatz quasi in den Startlöchern. Ich hol mir beim Umar ein paar frischen Sardinen, Zwiebel sind daheim, Rosinen auch, fehlen nur ein Pinienkerne, die vergesse ich gerne, diesmal nicht. Die Sardinen werden ausgenommen, geköpft, breitgedrückt, in Mehl gewälzt und kurz frittiert. Die Zwiebel in Ringe geschnitten, sanft in Öl angebraten, mit den Rosinen bestreut, Weisswein und Essig gelöscht und zugedeckt 15 Minuten gedünstet. In einer runden Form die frittierten Sardinen auf den Zwiebeln betten und mit gerösteten Linienkernen bestreuen. Ein paar Stunden oder über Nacht marinieren lassen, hält gekühlt auch ein paar Tage! Kaum auf den Tisch gestellt und die ersten Harry´s Bar Toasts zwischen den Zähnen wurde nach dem Motto für das nächste Treffen gefragt. Verraten wird noch nichts, jetzt soll es erst mal scheppern.

Zutaten:

  • 500 g frische Sardinen (ca. 10 cm lang)
  • 500 g weisse Zwiebel
  • 1 Hand Rosinen, 1 Hand Pinienkerne
  • Öl,  1/8 Weisswein, Spritzer weisser Balsamicoessig

Zubereitung:

Sardinen ausnehmen, waschen, köpfen, trockentupfen, in Mehl wenden und 3 Minuten in Öl frittieren. Zwiebel schälen, in Ringe schneiden, in Öl anschwitzen, Rosinen dazu, Weisswein und Essig löschen, zugedeckt 15 Minuten dünsten. Pinienkerne leicht rösten und anrichten.  

 

Grießnockerl, zart und flaumig

An meinem  Jahresvorsatz, Lebensmittelvorräte – die sich schon länger in der tiefen Auszugslade aneinander pressen-  aufzubrauchen, arbeite ich kontinuierlich weiter.  Jetzt sind die Grießreste dran. Zurecht, fragst du dich, wo die herkommen, ich mich auch. Grießschmarrn (siehe dieses sehr gutes Rezept dazu)  kommt auch gleich dran. Zuerst aber Grießnockerl, denn der Rokitansky hat eine tadellose Rindsuppen seit 2 Tagen am Köcheln, schön dunkel von den mitgekochten angerösteten Zwiebelhälften mit Schale, die schreien ja förmlich nach darin treibenden weissen, zarten, flaumigen Nockerln. Schon bei der ersten Instastory darüber erreicht mich ein Kommentar: “Sind bei mir immer innen hart”, schreibe zurück “15 Minuten ziehen lassen”. Darauf  kommt  ein “trotzdem….”, und von mir “…auch vorher den Grieß ein bissl quellen lassen”. Gut, als echtes Währinger Nockerl hat man´s leicht,  ist nicht viel rumgekommen, Grießnockerl innen dafür immer zart, flaumig und innen weich.

Zutaten (für ca. 10 Nockerl)

  • 80 g Weizengrieß
  • 40 g weiche Butter
  • 1 Ei
  • 1 TL Salz

Zubereitung

Alle Zutaten mit der Gabel gut verdrücken und 15 Min rasten lassen. Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, Nockerl zwischen 2 Suppenlöffeln formen, 3 Minuten schwach wallend kochen, vom Feuer nehmen, Deckel drauf und 15 Minuten ziehen lassen. Abseihen und in Suppe legen.

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savoir vivre, Cremeschnitten

Begonnen hat alles bei einem wunderschönen Winterspaziergang über den tief verschneiten Nussberg mit dem Rokitansky und dem Verleger. Das war letzte Woche am Sonntag. Du, sag ich zum Verleger, mit deinem Geschenk an den Rokitansky hast du mir eine große Freude gemacht. Es geht um ein französisches Kochbuch aus den 60er Jahren, das der Wiener Mandelbaum Verlag jetzt auch auf deutsch gemacht hat. Die konkrete Verbindung, warum es diese deutsche Übersetzung ausgerechnet zum Mandelbaum Verlag nach Wien verschlagen hat, gibt es. Es ist auch kein richtiges Kochbuch, mehr eine Beschreibung von ausgewählten, früher hätte man gesagt “Junggesellen” Speisen wie Pates, Terrinen, Würste, Eier und viel vom Schwein. So als hätte die Autorin für den Fall vorsorgen wollen, ihrem Mann eines Tages zu sagen, sie gehe jetzt Zigaretten holen. Der Erzähl-Ton der Gerichtsbeschreibungen hat auch was Woody-Allen-Filmhaftes. Man nehme eine Hand voll Naivität (hartes Ei kochen), würze sie mit einer Prise Ironie (wie man Erbsen aus der Dose macht)  und schiebe sie in den Abgrund einer kleinen kulinarischen Tragikomödie (Suppe für die Suppe kochen).

Beim Spazierengehen fallen mir einige skurrile Passagen aus dem Buch wieder ein: Wie die Bohnen für das Cassoulet zuerst auf den Tisch ausgebreiten und von Steinen (!) befreien, bevor, uns so weiter, oder wie die Gans im Schwein gebraten wird. Da waren wir schon am halben Weg auf den Nussberg hinauf. Beim niedergebrannten Wieninger dann “Homard a l Americaine, sehr lustig, beginnt mit dem Satz “Grundvoraussetzung für dieses Rezept ist immer (!) ein lebender Hummer….”, beim  Ochsenschlepp nach “Winzerart” (?) , sind wir grad beim Sirbu vorbei. Das Buch hat wirklichen Unterhaltungswert, gerade bei einem Spaziergang an einem sehr kalten Tag ohne Aussicht. Sehr ausgefroren sind wir dann im Wirtshaus gelandet, dort ein ordentliches Wiener Schnitzel bekommen. Der Verleger musste in den Verlag noch was ordnen und ich am Heimweg an Cremeschnitten denken. Was würde Elizabeth David, die Buchautorin jetzt machen? Schon in ihrer Einleitung zum Kapitel Les Deserts (Süßspeisen)-  das im Vergleich sehr mager ausfällt – steht gleich einmal: “Ist eine französische Hausfrau nicht sehr versiert, kann sie  alles in der örtlichen Patisserie bestellen….”. Das nenn ich eine gute Einstellung, sehr rough cut, warum auch herumärgern, pantschen, basteln, nach so einem Sonntagsschnitzel und langem Spaziergang kann man ruhig bei der Aida stehenbleiben und ein paar Cremeschnitten für die Jause daheim mitnehmen. Denkste, Cremeschnitten aus, was bleib: selber machen! Daß daraus unabsichtlich ein Wochenprojekt geworden ist ist eine Mischung aus Naivität (der Aufwand, einen Blätterteig selber zu machen war für mich nicht abzusehen), eine kleine Tragikkomödie (ein Deutscher gewinnt das Hahnenkammrennen) und einer Prise Ironie (ohne großer Prozedur trotzdem ein tadelloser Blätterteig mit viel Savoir Vivre).

          

Für den Blätterteig (Sonntag)

erster Teig: 250 g glattes Mehl, 100 ml Wasser, 1 Ei, etwas Salz verkneten, Kugel formen

zweiter Teig: 200 g Butter und 100 g Mehl verkneten zu einem Ziegel formen

Beide Teige rasten lassen (im Plachutta steht 2 Stunden, ich nur 20 Minuten). Ersten Teig auswalken, und zweiten Teig (Ziegel) darauflegen, Ränder einschlagen, von beiden Seiten festdrücken und im feuchten Geschirrtuch 1 Stunde im Kühlschrank rasten (daraus wurden beim mir 4 Tage !!??).

In den Kochbüchern steht jetzt überall, diesen Teig mit Nudelholz ausrollen, falten, rollen, kühlen, wieder ausrollen, falten, rollen, kühlen,…bis zu 4 Mal!

Zurück zu meiner rough cut Methode (Freitag)

Backofen auf 220 Grad vorheizen, Teig in 4 gleichgroße Streifen (ca. 12 cm breit x 25 cm lang) ca. 14 Minuten backen.

Creme:

2 Eier mit 60 g Kristallzucker und 2 Packerl Vanillezucker aufschäumen, 6 aufgelöste Gelatineblätter (siehe Packung) unterrühren, 1/2 l (500 ml) Schlagobers steifschlagen, unterheben und 20 Minuten kalt stellen (ein 4 Grad kühler Wintertag hilft).

Creme zwischen den ausgekühlten Blätterteig streichen, zumindest 3 Stunden kühlen, oder über Nacht.

Finish (Samstag):

Cremeschnitte “umlegen” mit scharfen Sägemesser portionieren, wieder aufstellen, anzuckern und servieren.

 

 

 

Der Opernball 2018, ein Vorgeschmack

Das wird ein Feuerwerk an Zitaten aus berühmten Opern am Wiener Opernball 2018 geben! Etwa “Dies Bildnis ist bezaubernd schön…” beim Damen-Spende-Spiegel, oder den Cocktail “Glücklich ist, wer vergisst…” mit viel Gin und Sinn über den Saal-Tresen gereicht werden. Auch sonst haben sich die 3 Gastgeber Opern-Direktor Dominique Meyer, Open-Ball-Mama Maria Großbauer und Ball-Sekretärin Eva Dintsis wieder einiges für den Ball aller Bälle einfallen lassen.  Fanfaren, Hymne, Polonaisen. Der Einzug des Jungdamen und Herren Komitees mit Krönchen von Dolce und Gabbana (hab ich am Rande des Shootings mit Inge Prader Probegetragen – siehe oben) und Schminke von Guerlain, für die Jungmänner Manschettenknöpfe von meinem Lieblingsschneider Venturini.

“Mein idealer Lebenszweck ist Borstenvieh und Schweinespeck….” so könnte das Zitat zu den vielen Schmankerln lauten, die rund um das Tanzparkett ausgegeben werden: Thum Schinken und seine Schinkensemmeln (Frage: Hallo, was machst du da auf der Opernball PK, Antwort: bin ein echter Thum Schinken, Frage: Aha!) und das berühmte Thum “Opernballwürsterl“, Gebäck von Ströck Feierabend, ein Opernball HOT-Dog, Ausseer Wildfang Fisch, Brettljausen und feine Aufschnitte von Hödl, Leberkäse mit und ohne Chili, Trüffelchips, Apfelstrudel Sparkling Sekt, Sushi Bar und Eiswagen. Die Opernball Lady outet sich als ausgesprochener Foodie.

Wem da schlecht wird, dann kann´s jedenfalls nicht am Essen liegen. Bleibt für den Rest zu sagen: “Chacun à son goût! – jeder nach seinem Geschmack.Dazu habe ich auch Maria Großbauer gefragt, ihre Antwort findet ihr HIER.

Wenn der Opernball heuer nicht in der Semesterwoche wär´, ja, dann würd ich mich glatt in ein schinkenrosa Kleid stecken lassen, dazu ein paar Ranunklen (die Opernball Blume 2018 von Doll)  ins Haar – siehe Sträusschen –  und für meinen Cousin Roman Thum Schinken aufschneiden. Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr.

Wiener Staatsoper

Wiener Opernball, Donnerstag, 8.2.2018

Der Opernball wird auf ORF 2 live übertragen.

Rutsch die gute Minestrone

    

Da waren sie, die lieben Neujahrsgrüße-Filmchen und Fotos am Handy. Platz 1 ging heuer eindeutig an “Schlitterndes Elefantenbaby im Dschungel”, gefolgt von “Nackerter in der Garderobe”, der am Bauch quer durch die Umkleide in die Duschkabine rutscht und Platz 3 schnellsprechendes weisses Häschen mit bayrischem Dialekt schnallt sich auf Rakete und schießt sich ins Weltall, ex äquo mit der ablaufender 2017 Uhr (lauter schlechte Sachen), die ins 2018 läuft (lauter gute Sachen). Fotomäßig tolle Feuerwerke, sehr viele Sektkübel auf Skihütten, Strände in Down Under und schön gefönten Haare mit tollen Kleidern aus Bali. Hab mich über jeden einzelnen sehr gefreut. Selbst hab ich das total übersehen, denn wir hatten  diesen wunderschönen alten Holzbalkon  im 3. Stock vom Gasthof zur Post in St.Gilgen für uns alleine, das Feuerwerk vom Salzkammergut-Tourismus quasi exklusiv, erste Reihe fußfrei, viel vom feinen Rose-Sprudel und uns die ganze Zeit gefragt, warum wir das nicht immer so. Der Hansi ist noch weiter gegangen, wie deppert er über 18 Jahre lang war, sein kleines Feuerwerk drüben in der Bucht abzufackeln, wo doch hier, und so prächtig. Ja, Hansi, machen wir jetzt gerne immer so, nur das gebrochene Handgelenk lassen wir bitte aus. Den Wünschen folgen die Neujahrsvorsätze, wie mit weniger Sachen auskommen, keinen Alkohol trinken, mehr Sport machen, Lebensmittelvorräte aufbrauchen, mehr Suppe essen. Das trifft sich gut, Das Gemüse auf der Kellerstiege wird zusammengeschnippelt, in Jungzwiebel, Lauch und Knoblauch mit dem Zeller, Karotten, Erdäpfel, Kohlrabi, kleinen Paradeisern zart angeröstet, aufgegossen, mit Paradeisemark, Salz, Lorbeerblatt und Pfefferkörnern gewürzt und ein Zeitl geköchelt. Dazu rutschen mir Nudeln und getoastetes Brot hinein, das mit Knoblauch bestrichen und in Zitrone, Limetten und Olivenöl dazu getunkt, mein Neujahrsgruß an euch ist! Parmesan darüber schadet auch nicht. In diesem Sinne, wünsche ich euch einen guten Start ins neue Jahr, eure Alexandra

 

Oh Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter-Teig

 

Beim Thema Christbaum führen viele Wege zum Ziel. Der Verleger zum Beispiel, steht traditionell am 24.12. zu Mittag am Wiener Graben vor dem Cafe Europe, sagt “den” und “zehn” und macht immer einen feinen Deal.  Das Fräulein O. ganz anders. Nach einem kleinen Vorjahres-Abenteuer mit dem Kunstbäumchen aus dem Internet mit Zusammenstecken dafür Lichterketten , haut sie heuer den Hut drauf und feiert bei der Tochter in der neuen Dachbodenwohnung (daß sie heuer das ganze Essen dorthinschleppen wird ist eine andere Geschichte deren Fortsetzung wir nächstes Jahr spätestens zur gleichen Zeit erfahren werden). Bei der Hammerischen, kann man sagen, sehr unkompliziert. Die Christbäume nie größer als das, was gerade auf einem Beifahrersitz Platz hat. Dafür mit selbstgebastelten Kindergarten-Strohsternen von den heute schon erwachsenen Söhnen. Dann meine eigene Mama. Sie opfert jedes Jahr einen ihrer selbstgezogenen “Tannenbäume” wie sie immer betont und klemmt die – in Wahrheit übergewichtige stachelige Blaufichte – zwischen Boden und Decke ihres Wohnsalons, dass weder vom Bösendorfer dahinter noch vom Perser darunter was zu sehen ist. Auf Instagram, ja, da gehts´auch schon zu. Dort ziehen schönen blassen Menschen in Norwegerpullis, Bommelmützen und Sonnenuntergang ihre Bäumchen gerade in verschneite Berghütten oder räkeln sich in knalligen Cruise-Outfits  durch Lobbys internationaler Hotelketten vor Riesen-Glitzer-Pyramiden.

Kommen wir zu mir.

Jahrelang war ich Stammkundin am ersten Stand am Kutschkermarkt, hab dort Christbäume gecastet, die in den besten Jahren Fragen wie “wohnen sie in einer Kirche ?” mit sich brachten. Bis ich draufgekommen bin, daß gleich bei mir ums Eck, eine Gutsverwaltung im Garten ihres  “Town-Houses” super Bäume zu Sensationspreisen verscherbeln. Muss dem Finanzamt lange nicht aufgefallen sein. Dann waren die Jahre mit dem Kummer-Toni (der auch den Marco Simonis christbaummäßig so pipifein beliefert, daß ich unbedingt auch so) und im Vorjahr der Ausflug in den Wald bei Klosterneuburg. Na was stellst du dir drunter vor, wenn dir Freunde vom Liebhaberprojekt eines Nebenerwerbs-Christbaum-Waldbesitzers  erzählen, gefolgt von Lagerfeuer und Erdäpfelgulasch. Da wird doch jeder schwach. Die Realität war nur eine andere, den selbstgefällten Gnadenbaum hab ich nur gegen ärgsten Widerstand der Familie durchsetzten können, mit dem Versprechen “niewieder”. Auf den alten Maronibrater Stiefeln auf der Kellerstiege kleben heute noch Reste von dem Gatsch bei Gugging. Nur, und jetzt kommt´s, was jetzt? Die Gutsverwaltung gibt es nicht mehr, vielleicht pickt da schon der Kuckuck, dem Kummer-Toni hab ich abgesagt, das nächste wäre der Parkplatz-Verkauf in Gersthof beim Centimeter oder die Agnesgasse. Jetzt steh ich schön da, für´s Erste back ich mir den Christbaum eben selber – passt sehr gut zum Weihnachte-Cocktail und zum Knabbern davor oder danach,  aber bitte um Hilfe, wo krieg ich jetzt bitte einen schönen Christbaum her?

Zutaten:

  • 2 fertige Blätterteigrollen
  • für das Pesto: eine Hand voll Wallnüsse, 1 Bund Petersilie, etwas Parmesan, 80 ml Pflanzenöl, Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Zutaten für das Pesto mit dem Stabmixer pürieren, würzen. Erste Blätterteig-Lage mit Pesto bestreichen, mit der zweiten Blätterteig zudecken, in Form schneiden und drehen – siehe Bilder und 20 Minuten bei 180 Grad backen.

 

 

Shrimpy Pasta, das wahre Geheimnis

         

In der Nationalbibliothek gibt es gerade eine sehr interessante Ausstellung “300 Jahre Freimaurer, das wahre Geheimnis“. In die kann man sich auch gut auf der Flucht vor den Touristenmassen in der vorweihnachtlichen Wiener Innenstadt in Sicherheit bringen. Geruchsmäßig auch vor den Punschstandwolken.  Kleiner Tipp vorweg, Mäntel und Jacken lieber anlassen, es hat in der großen Bibliothek vielleicht 12, maximal 13 Grad, hält jedenfalls die alten Bücher und Globen frisch. Wir bekommen eine sehr interessante Führung von einem geouteten Freimaurer, also hab heute nur ich ein Geheimnis: daheim schmoren ganz langsam und still vor sich hin ein paar Paradeiserhälften, die ich – um das Blech vollzumachen – mit Orangenhälften ergänze. Am Abend plane ich nämlich eine kleine Shirmps-Verschwörung am Teller in Form einer Pasta. Würde bestimmt auch Josefine Baker, Wolfgang Mozart, Joseph II, Karl Marx oder auch Helmut Zilk – alles ehemalige Freimaurer, wie in der Show beeindruckend gezeigt wird – gefallen. Würden sich auch gut – ohne sich zu beeilen -an meiner Tafel machen, denn je länger die Paradeiser im Rohr sind, umso besser, denn das ist das wahre Geheimnis dieser shrimpy Pasta.

Zutaten:

  • große, ungekochte, am Besten aus nachhaltigem Fang bezogene Shrimps/Riesengarnelen (tiefgekühlt im Supermarkt)
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 kleine Dose Sardellen
  • 1 Dose Paradeiser in Stücken
  • 500 g frische Paradeiser
  • 3 Orangen
  • Olivenöl, brauner Zucker, Salz, Zimt, Parmesan

Zubereitung:

frische Paradeiser und Orangen halbieren, zuckern und am Backblech 1 Stunde bei 120 Grad schmoren.  Zwiebel grob schneiden, in Olivenöl glasig braten, Sardellen mit dem Öl dazu, mit Dosenparadiesen aufgießen und kurz einkochen lassen. Shrimps waschen, putzen und in Olivenöl beidseitig anbraten. Mit der al dente gekochte Pasta, den geschmorten  und ofengeschmorten Paradeiser, den Shrimps und Saft der Orangen servieren.

Christmas Pudding á la Jamie Oliver

Auf  “Red Christmas” und “White Christmas” folgt heuer “Black Christmas”, jetzt ist es raus. Dekomäßig ist das schönste Fest des Jahres damit beschlossen, fragt sich nur, wie wir es kulinarisch anlegen werden. Fischbeuschlsuppe (mit dunkler Einbrenn, wie die von Opa Thum), Hühnerleberterrine auf selbstgebackenen Kletzenbrot, Boeuf bourguignon und eine dunkle Nachspeis? Warum nicht Christmas Pudding á la Jamie Oliver, ein Glück, den hab ich grad für AEG in den Ofen geschoben. Vorgebacken und nachgereift bekommt der nämlich eine ganz dunkle, schöne schokoladige Farbe. Die Lichter werden beim Servieren abgedreht, der Christmas Pudding flambiert (Achtung – siehe Video) und brennend zur Tafel getragen.

Zutaten:

  • 400 g Trockenfrüchte (soft*) wie Feigen, Datteln, Cranberries,
  • 50 ml weißer Rum für Früchte
  • 100 g Bröseln
  • 100 g glattes Mehl
  • 100 g geriebene Nüsse
  • 60 g brauner Zucker
  • 2 Äpfel mit Schale, gerieben
  • 1 TL Lebkuchengewürz
  • 80 g weiche Butter
  • 3 Eier
  • 5 Tl Ahornsirup (dunkel)
  • 100 ml Whiskey zum Flambieren kurz vor dem Servieren

Früchte würfeln, mit Rum beträufeln, mit restlichen Zutaten verrühren und in einer panierten (ausgebuttert und gebröselt) runde Metallform 2 Stunden im Multidampfgarer bei Intervalldampf Plus (oder Feuchtgaren hoch) backen. Auskühlen lassen und verpackt 3-4 Wochen lagern.

Vor dem Servieren 100ml hochprozentigen Alkohol wie Whiskey, Brandy oder Rum erwärmen, mit Flamme entzünden (Achtung!), über den Christmas Pudding gießen und servieren.

Gutes Gelingen, eure Alexandra

 

*sind die Trockenfrüchte sehr hart im Rum einige Stunden quellen lassen

 

Geschichte

Seinen Ursprung hat der Christmas Pudding im mittelalterlichen und römisch-katholischen England. Traditionell sollte der Pudding am 25. Sonntag nach der heiligen Dreifaltigkeit angesetzt werden, also am Wochenende vor dem ersten Adventsonntag. In seinen Ursprüngen bestand er aus 13 Zutaten, die Jesus und die 12 Apostel repräsentieren. Alle Familienmitglieder sollten den Christmas Pudding nacheinander von Osten nach Westen umrühren, in Gedenken an die drei Weisen aus dem Morgenland und ihre Reise. Auch heute noch hält sich die Tradition, dass jeder im Haushalt, insbesondere die Kinder, den Pudding nacheinander umrühren und sich dabei etwas wünschen.

Eine weitere Tradition besteht darin, ein kleines Goldstück im Teig mitzubacken. Wer diese beim Essen findet, dem ist für das nächste Jahr Wohlstand, Gesundheit und Glück beschienen, außerdem wird sich sein Wunsch erfüllen. Manche Familien verstecken auch einen Goldring in dem Pudding. Wer diesen erhält, wird im nächsten Jahr heiraten. Nachdem der Christmas Pudding gereift ist, wird er am 25. Dezember aus seiner Form gestülpt, mit Brandy begossen und flambiert. Diese Zeremonie soll die Passion Christi symbolisieren. Auch heute noch wird der brennende Christmas Pudding in einigen britischen Familien bei Dunkelheit an den Tisch gebracht und mit Applaus begrüßt. Bei uns schon am Heiligen Abend, also am 24.12.

Da der Pudding sich lange hält, heben manche Familien seine Reste auf, um sie bei anderen besonderen Gelegenheiten zu servieren.

Grand Buttercreme Biskuit und alles lit

Am Wochenende war Leopoli, ganz Wien war da, das Kind natürlich auch und durfte so kurz vor ihrem 14. Geburtstag so lang weg, als wär der schon gewesen. Einerseits weil alle, andererseits weil #brieftaubenkobel, der neue Weihnachts-POP-Up vom Taubenkobel in der Alten Post. Und wenn die Eltern ausfliegen, schlechte Karten fürs Nach-Hause-Kommen-Verhandeln. Wirklich ein Erlebnis, ein Türlsteher wie im Ritz, kerzenbeleuchtetes Gurren im Stiegenhaus, kleine feine Bar zum Vorglühen und alles ruhig in Klosterneuburg. Dann die 3 Prunkräume im ersten Stock und man kann sich das richtig gut vorstellen, wie sichs die alten Postdirektoren einst so richtig gut gehen haben lassen. Beim Ankommen schon Live Musik und lauter gute Bekannte, die sich den Eröffnungsabend auch nicht entgehen lassen wollen. Die alten Parketten knarren, die Kristallluster glitzern, die Gastgeberin Barbara Eselböck in einem extra angefertigten Kleid von Peter Petrov, die Stimmung ist wie Grand Budapest Hotel von Wes Anderson meets Midnight in Paris von Woody Allen. Es gibt ein kleines oder großes Menü, daß passend zur Inszenierung auf altem französischem Hotelsilber dahergetragen wird – siehe auch Bild von Ursula Riegler – @ursriegler, das Bild oben mit dem vielen Essen – überhaupt, auf Instagram #brieftaubenkobel schön zu verfolgten! Die Nachspeisen am Wagen sind die Krönung, bei Leopoldi läuft es auch, geflämmte Schaumtorten, Bomben, sehr viel mit Schokolade, geile Cremen, danke nein, für mich nur den guten Käse besonders mein Liebling Jersey Blue (alle von Stephan Grubers Käse.at). Beim Heimkommen war das Kind wohlbehalten schon im Bett und alles voll “lit”, ja bei uns auch, bis auf das Zuckerloch, daß sich interessanterweise bei mir aufgetan hat, drum hab ich am nächsten Tag gleich diese Butterbombe gerollt, sowas passiert, also lieber nicht im #brieftaubenkobel die Nachspeise verweigern.

Brieftaubenkobel – Taubenkobel Pop Up in der Alten Post, 17. Nov bis 22. 12. 2017, im Post Palais. Bar hat täglich (ausser Sonntag) ab 17:30 geöffnet – ohne Reservierung und auch mit einer Auswahl an Speisen! Der Eingang zum brieftaubenkobel befindet sich Postgasse 8, 1010 Wien

Zutaten für den Teig

  • 7 Eier
  • Prise Salz
  • 200 Gramm Zucker (Staubzucker oder Backzucker)
  • 170 Gramm glattes Mehl
  • Abrieb von einer halben Bio Zitrone
  • 3 EL Pflanzenöl

Zutaten für die Buttercreme

  • 180 g weiche Butter
  • 180 g weiche Kochschokolade (Rippen brechen und kurz in den Backofen stellen)
  • 180 g Staubzucker

Zubereitung

Den Backofen auf  180 Grad Ober/Unterhitze vorheizen. 7 Eier mit dem Zucker in der Küchenmaschine sehr flaumig aufschlagen, ca. 5 Minuten. Prise Salz, Zitronenabrieb, Öl unterrühren, Mehl einsieben und nur mehr unterheben.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und reinbuttern, Teig daraufgießen, gleich in den Backofen und ca. 15 Minuten backen.

In der Zwischenzeit für die Creme die Butter, weiche Schokolade und Staubzucker schaumig rühren. Fertiges Biskuit auf ein feuchtes Geschirrtuch stürzen,  auskühlen lassen, mit der halben Creme füllen, rollen und mit der restlichen Creme außen bestreichen.

Mit Staubzucker und geriebenen Nüssen bestreuen.

 

 

Liebe auf den ersten Blick, Roughcutboard und Nuri Sardinen

          

Diese beiden Klassiker, haben  sich im Rien, dem kulinarischen Pop-up des ehemaligen Cafe Griendsteindl Kennen- und Lieben gelernt und treten seit dem unzertrennlich auf! Das RoughCutBoard und NURI Sardinen, machen nicht nur im Lokal gemeinsame Sache, das Brett und die Sardinen gibt es ab sofort auch hier bei uns im Shop zu kaufen!

In einer Limited Edition haben wir eine kleine Serie an RoughCutBoards produziert, die mit dem Original Logo von Nuri persönlich und von Hand brenngestempelt sind und mit der unschlagbaren Nuri 3-er Kombination Neutral, mit Piri-Piri und Piri-Piri mit Tomatensauce geliefert werden.

Nuri Sardinen, eine Wiener Liebesgeschichte

Sardinen aus der Dose auf Butterbrot mit Zitronensaft ist die Jause aus der Vorratskammer schlechthin. Bis 2015, da wurden niedrige Fangquoten für Sardinen in den Gewässern von Portugal und Spanien eingeführt um die bedrohten Fischbestände zu regulieren. Für Nuri bedeutete das ein vorübergehendes Verschwinden vom Markt. Bis der Österreichische Importeur Glatz beschloss, die Konsevendosenfabrik Nuri zu übernehmen, um auch weiterhin frische Sardinien, die bis heute per Hand geschnitten und fangfrisch (nicht tiefgefroren) konserviert werden anzubieten.  Sogar die Papierverpackung wird manuell gewickelt und damit nach Österreich gebracht. Die Produktionsmenge reicht gerade einmal aus, den Österreichischen Handel zu beliefern.

Besonders authentisch werden die original Nuri Sardinen im Pop up Loka “Rief” serviert und nebenan im Wien-Design Store “Rienna” auch bald verkauft: das Rough Cut Board mit dem 3er Pack original verpackter Nuri Sardinien. Dieses Package gibt es nur dort und natürlich bei uns.

Unser Angebot für Kenner und Auskenner:

Das RoughCutboard – gebrandet mit dem original NURI Logo, in der dekorativen Geschenksbox “Brett ´a Porter” inklusive den 3 NURI Sardinen Natur, Piri-Piri und Piri-Piri mit Tomaten um 68,- Euro. Solange der Vorrat reicht! Hier bei uns im Shop.