Violas Bistro Patisserie in der Strozzigasse

Patisserie Bistro Viola Bachmeyr-Heyda in der Storzzigasse

Es kann schon passieren, daß man beim Reinkommen die falsche Viola begrüßt, denn ihre Schwester sieht ihr zum Verwechseln ähnlich. Die richtige Viola ist in der Küche beim Papa erfahren wir, denn die frischen Cremeschnitten werden gerade gefüllt und die ganze Familie hilft mit.

Viola Bachmayr eröffnet ihre eigene feine Patisserie

Es ist ein chices Bistro geworden, die neue und ganz eigene Bistro Bäckerei von Viola Bachmayr-Heyda. Betonbar und Boden, skandinavische Designhocker und Kaffeehaustische, grüne Samtsofas im Extrazimmer, zarte Beistelltische und Blättertapeten an der Wand.

Ihre Ausbildung hat sie beim berühmten Pierre Reboul (der bäckt die Boutique Linie bei Ströck), wurde dann von Josef Weghaupt geholt, die Patisserie bei Joseph im Dritten aufzubauen, von dort ging es in das legendäre Pop Up Cafe Rien der lässigen Friendship Truppe. Das reichte für den endgültigen Sprung in die Selbstständigkeit und die Verwirklichung einer eigenen Patisserie, die nun dieser Tage am Beginn der Strozzigasse 42 mit großem Schanigarten eröffnet.

Quiche, Quiche, hurra!

Die gewaltige Patisserie Einrichtung, die für die kleine Backstube im Lokal fast ein bisschen zu groß wirkt, ist in vollem Einsatz. Teigausziehgerät, Rührmaschinen, Backöfen – alle Souvenirs aus der Joseph Zeit, die ihr der pheine Bäcker bei der Übersiedlung aufs Land überließ – sind blitzblank aufgestellt. Damit gibt es für´s Erste täglich frische Milchrahmstrudel, Buchteln, zarte Cremeschnitten mit einem Hauch Kardamom in der Vanillecreme und Pikatens wie unterschiedliche Quiche aus bretonischem Mürbeteig (das Rezept konnten wir Viola entlocken –  siehe unten).

“In Zukunft backen wir auch für Restaurants, Cafés und andere Abnehmer”, so die zierliche Viola, das erklärt natürlich die Dimension der Geräte sofort.

Mittags werden Salate und pikante Strudel und Quiche angeboten, die am bekannten Schneidebrett RoughcutBoard serviert werden (!), so wie auch schon in der Rien Zeit.

Ab sofort ist  geöffnet. Montag bis Freitag 7.30 bis 20 Uhr, Samstag von 9-18 Uhr. Vom lässigen Frühstück mit WILD Kaffee, Briocheschnecken, Salate und Quiche zu Mittag, pausenlos kommen neue belegte Boards aus der Küche. Einen Gruß, den wir Viola entlocken konnten, ist ein original bretonisches Mürbteigrezept, das dividiert durch 10 für eine Form mehr als ausreichend ist:

Rezepte für bretonischen Mürbeteig in Großmenge

  • 3 Kilo Mehl
  • 2,1 Kilo Butter
  • Salz
  • 0,15 Kilo Kristallzucker
  • 0,45 Kilo Milch
  • 0,3 Kilo Dotter

Zubereitung: alle festen Zutaten gut verrühren, dann erst Milch unter Dotter. Kühl stellen.In Formen zuerst blind 1/2 Stunde, dann sehend 1/2 Stunde bei 160 Grad backen, füllen und eine weiter 1/2 Stunde fertigbackend.

Klingt gut, Viola, machen wir und bis ganz bald wieder in der Strozzigasse!

 

 

Patisserie Bistro Viola Bachmeyr-Heyda in der Storzzigasse

Patisserie Bistro Viola Bachmeyr-Heyda in der Storzzigasse

Patisserie Bistro Viola Bachmeyr-Heyda in der Storzzigasse

Patisserie Bistro Viola Bachmeyr-Heyda in der Storzzigasse

Patisserie Bistro Viola Bachmeyr-Heyda in der Storzzigasse

Viola

Strozzigasse 42

Mo-Fr 7.30 – 20 Uhr

Sa 8.00 – 15 Uhr

Sündenfrei dank Pilgerfleck

Einmal in die Sommerfrische WG eingecheckt, bist du Tag und Nacht von einem Entertainment Programm umgeben das für jeden Geschmack, Alter, Lebensphase, Konditionslevel oder Fun Faktor etwas zu bieten hat. Außer du sagst Boot putzen, zum Altglas fahren oder Pilgern. Dann bist du gleich einmal alleine, obwohl alles Drei eine meditative und reinigende Wirkung hat, auf mich jedenfalls. Pilgern geht hier praktisch von der Haustüre weg und stellt nur eine unwesentliche Verlängerung meiner üblichen Laufstrecke dar. Aus der Bucht von Sankt Gilgen, geht es im Uhrzeigersinn einfach nur den Wolfgangsee entlang. Noch in der Ortschaft am Hotel Billroth vorbei, runter in die Bucht von Brunnwinkel und dann bist du gleich direkt neben dem See. Die Runtasticer unter uns schalten spätestens hier auf lautlos, denn Stehenbleiben, Innenhalten oder Fotos machen, braucht nicht von einer Stimme aus dem Handy kommentiert zu werden. Schon nach 2 Kilometer, kurz vor der lauschigen Bucht Fürberg, ein Bankerl mit einer Überblickskarte für Interessierte. Noch ist es erlaubt zu Lesen, wer weiß wie lange, denn sonst ist dort schon vieles Verboten: Parken, Fahren, Füttern, Fischen, Anlegen, Ablegen sowieso, vor xx Uhr und nach xx Uhr, Zufahren, irgendwas mit Gästen, alles mit Mist, Lärm und Campen (siehe auch Topfenkuchen), dass der Fürberger, trotz des Charmes einer Gemüsekiste und Social Skills eines Nordic Walking Steckens so beliebt ist, liegt an Küche und Lage. Bei Kilometer 2,5, schon im Waldbad, die Weggabelung. Rechts geht´s wie sonst oft in die Liebesbucht, diesmal aber links hinauf den Pilgerweg über den Falkenstein, der hier bei dem kleinen Schupfen mit den bösen Augen (seihe Bild) seinen offiziellen und beschrifteten Anfang nimmt. Was nirgends steht, auf jeden Fall, JETZT, einen flachen Stein mitnehmen! Und es geht dahin, steil bergauf, hier muss stark mit Unterstützung der Playlist gerechnet werden, jetzt braucht es ein paar Power-Lieder, laut, daß ich mein Schnaufen nicht höre. Die ersten verzweifelten Radfahrer kommen entgegen. Viele glauben, der See lässt sich per Rad umrunden, haben aber die kleinen vielen feinen Geländestriche auf den Karten ignoriert, jetzt müssen sie aufpassen, daß sie da irgendwie runterkommen. Endlich Kilometer 3, eine kleine Kapelle und Steinskulpturen. Hier stapelst du den Stein auf eins der Männchen-Pyramide und lässt gleich einmal alle Sünden hinter dir, so einfach geht das. Noch ein paar Meter und du erreichst das kleine Hochtal mit Falkensteinkapelle. Einen Sommer lang waren so Hippie Typen in der Orts-Disco unterwegs. Hatten Rasta-Locken bis zur Hüfte was beim Head Bangen ordentlich Eindruck gemacht hat. Es hat sich herausgestellt, sie sind alle Wissenschaftler die für ein großes geheimes Forschungsprojekt mit Ultraschall das Gelände rund um die Falkensteinkapelle untersuchen, denn dort oben gibt es allerhand sensationelles aus der Hallstattzeit, cool. An die lustige Runde, ihren Durst und ihre Joints muss ich dort oben oft denken. Dann betritt der eifrige Pilger die Kapelle. Von der Kapellenglocke herunter hängt ein langes abgegriffenes schon speckiges Seil mit vielen Knoten drinnen. Es heißt, wenn nach einmal ziehen 3 x die Glocke läutet, schaut´s gut aus. Ein Münze in die Spendenbox und ein Kerzerl in den Sand stecken schadet auch nicht. Weiter, schon in Sichtweite ein unscheinbares Stein-Häuserl. Da muss man rein, sobald sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben hin zu der Quelle in der Ecke, trinken und Augen benetzen. Die Wahlfahrer haben sich dort ihre Pilgerfläschchen gefüllt und wie Weihwasser mitgenommen, wirkt einfach nur Wunder. Noch ein Anstieg, dann aber gleich geschafft, der Höchste Punkt des Pilgerweges ist fast überwunden. Ein beeindruckender Stein-Quader liegt in einer Holzhütte, von dort hat angeblich der Heilige Wolfgang eine Sichel geschleudert und seinen Burschen angekündigt, daß dort, wo die Sichel hinfällt, er eine Kirche errichten wird. Muss einen riesen Ärmel gehabt haben, denn von der Stelle nach Sankt Wolfgang Mitte sind es locker noch 4 Kilometer. Der Pilgerlauf wird jetzt angenehm, es geht durch den Wald munter bergab, die fast schon 30 Grad sind dort noch nicht zu spüren und ab sofort dürfen die Entgegenkommenden mit dem Pilger Hand-zeichen, eine Art “Victory” von schräg unten nach oben begrüßt werden. Die paar Radfahrer tun mir jetzt schon leid, aber warnen ist sinnlos. Über eine schöne Weide geht es runter in den Ortsteil Ried, dann wieder am See entlang, bei der Segelschule Raudaschl vorbei überquert man hier die Landesgrenze und ist in Oberösterreich. Kurz danach die Talstation der Schafbergbahn und gleich muss da bei der Esplanade ein Brunnen sein. Ist er aber nicht, das Hüttl der Wasserskischule gibt sehr freundliche ein Glas Wasser aus, danke! Weiter geht es vorbei am alten Kino, dort hat es solange ich denken kann “Das weiße Rössl am Wolfgangsee” im Dauerloop gespielt, schade, jetzt ist da eine Pizzeria, das Abenteuerhotel Scaleria und fast kein Saft mehr am Handy……also kehre ich in der Kaffeefabrik ein, in der Hoffnung ich kann mich kurz anhängen, aber nein. Der Espresso ist trotzdem super, 2 große Gläser Wasser dazu, und ja, Instagram ist total wichtig, der Besitzer von der Kaffeewerkstatt ändert gleich seinen Namen ist ganz begeistert von den vielen Markierungen die er hat, ohne es gewusst zu haben! Ein Spießrutenlauf jetzt um die vielen Touristen, kein Abstecher in die Kirche, das offizielle Pilgern ist vorbei, ich aber weiter über Appesbach zum Bürglstein. Dort endet auch die Aufzeichung am Handy, wir sprechen von Kilometer 12, wurscht, Strobl ist schon zu sehen. Bis zum Brunnen bei der Bank mit Bankomat, ab dort gehe ich zum Postbus und leiste mir ein Ticket um 4 Euro im klimatisierten Bus nach Sankt Gilgen zurück. Am kleinen Markt im Ort nehme ich noch ein Kilo Zwetschen mit, daheim sind noch nicht alle wach und mach einen Zwetschkenfleck. Noch was ist jetzt erlaubt und darf vom Pilger weitergegeben werden: einen Zwetschgenkern darf man sich aufheben und an einer Stelle ablegen, für den Fall, daß etwas gegen eine kleine Sünde gebraucht wird und noch einen schönen Pilgergruß aus der Sommerfrischeküche!

Hier gehts zum Zwetschkenfleck

Mehr Infos zum Pilgerweg

Sommer Komplett Kompott

Das ich am Ende der Kirschenzeit dieses Rezept rausrücke ist insofern nicht weiter schlimm, da es hier um das Kompott grundsätzlich geht und wie gut es zu einem Schmarren, noch besser gesagt, zu einem Griessschmarren passt. Die Kompottliebe kommt bei mir regelmäßig zu Sommerbeginn, also Kirschenzeit und endet im Altweibersommer, also Zwetschkenzeit. Dazwischen kommt bei mir auch Apfel, Birne, Quitte, Ringlotten, Marillen und alles was sich eben so mit Kernen drinnen anbietet ins Glas. Siehe z.b. das hier aus 2013 Apfelkompott eiskalt zusammengedoodelt. Mir wichtig beim Kompott ist, daß es eiskalt serviert wird und neben den Früchten noch genug Flüssigkeit übrigbleibt, diese auch extra zu trinken! Neben einem Kaiserschmarren passt hier auch sehr gut der Griessschmarren. Jetzt war ich wieder mal am Dampfgarofen am werkeln (das neue Video dazu ist unten zu sehen!) , habe beides gleichzeitig gemacht, also Kompott und Griessschmarren und die Zeit die der Schmarren zum knusprig gold werden gebraucht hat, zum Abkühlen des Kompotts genutzt. Und hier kommt die Notiz an mich selbst: Wir schreiben Anfang August, sprich Mitte des Sommers, bleibt also noch komplett Zeit so einiges an Kompott zu servieren!

Dieser Beitrag ist WERBUNG in jedem Sinne. Einerseits für den AEG Multidampfgarer (ich bin jung ich brauch das Geld!), andererseits bitte für ganz viel Kompott in diesem Sommer machen.

Eine mir sehr nützliche Seite die richtigen Gefäße zu finden (und das ist jetzt bitte KEINE Werbung) ist die von der REX Glas Firma Müller und angeschlossenem Online-Shop.

Gefüllte Paprika, die Ersten

Ein absolut beliebtes Sommeressen sind und bleiben für mich gefüllte Paprika. Die landen jedes Jahr zu Sommerbeginn auf meinem Teller und dann noch 1-2  weitere Male in der Sommerfrische und dass, obwohl sie sich so schlecht fotografieren lassen 😉 dafür umso besser schmecken. Sehr nett mit der Sommerfrische-Story meiner Großeltern und den  Gästebucheintragungen HIER,, aber auch HIER, oder als “gefühlte Paprika”, sogar als einen der ersten Posts auf diesem Blog im Mai 2011 HIER,

Neu für mich und tatsächlich sehr unkompliziert zum Saisonauftakt diesmal aus dem Multidampfgarer von AEG.

Zutaten:

  • 6 Paprika 300 g Faschiertes (Rind)
  • 1 Tasse Rollgerste (Graupen, bzw. ein anderes Getreide wie Reis) gekocht
  • 1 Zwiebel, 1 Knoblauch etwas Öl, frische Kräuter, Salz, Pfeffer
  • 500 ml Paradeissauce (Passata aus dem Glas)

Zubereitung: Für die Fülle die gehackten Zwiebel und Knoblauch anschwitzen, mit den restlichen Zutaten vermischten und in die sauberen Paprika füllen. In einem passenden Topf übergiessen und 45 Minuten im Multidampfgarer dünsten. Als Beilage empfehle ich Salzkartoffeln, diese werden geschält und in einem zweiten Gefäß mitgedämpft Guten Appetit! Eure Alexandra Palla

Dieser Beitrag und das Video dazu (siehe unten) enthält Produktplatzierung von AEG und ist hiermit mit WERBUNG gekennzeichnet.

  

 

Marktmeister Marillen

Der Krankenstand vom Haupt-Marktmeister vom Kutschkermarkt hat zur Folge, daß die  Vertreter gerade einen Doppeljob machen müssen und zwischen Yppen- oder Karmelitermarkt und Kutschkermarkt an den Markttagen hin- und herpendeln um für Ordnung zu sorgen. Die Handynummer vom Dienst habenden Neuen war über meine Marktschwester Irene Pöhl vom Käsestand schnell rausgefunden und das Aviso, daß ich diesen Samstag wieder einen Stand brauche, schnell, freundlich und unbürokratisch deponiert. Das läuft dann so ab, gegen 7 Uhr fährst du deine Ware an den Markt suchst dir eine freie Lücke (bitte ja keine Einfahrt oder einen Stammplatz von einem Fixstandler!), auf den Vertretungs-Marktmeister wartest, dir deinen Tisch absegnen lässt, die verstellten Quadratmeter vorrechnen lässt, schnell aufbaust und hoffst, das es nicht zu regnen beginnt, wenn du keinen Schirm dabei hast. Bis zu 3 Mal im Jahr geht das auch als Nicht-Bauer und gewerblicher Marktfahrer, dürfte aber auch eine Art Wiener Lösung sein, diesmal aber sehr positiv gemeint. Firma mit einem passenden Gewerbeschein musst du aber schon sein (bin ich!) und Ware verkaufen, die auf einen Bauernmarkt passt auch (hab ich!). Genau an dem Platz bin ich die letzten Male auch schon gestanden und sofort in der Rolle des Standlers, also der, auf der einen Seite der Budl oder eben Tisch, da wird gleich zusammengehalten! Da wird gleich Zusammengehalten, von Standler zu Standler. Ich brauch Münzen vom Nachbarn links, versorge ihn dafür mit Kaffee, ich brauch ein Foto von vis a vis, lobe dafür die schönen Marillen und den Lavendel. Das ältere Paar aus dem Weinviertel will gleich einen Karton von meinem Saft, kein Problem, tauschen wir gleich gegen Blumen. Und schon geht´s los. Bis 9 Uhr kommen die Spezialisten und Bettflüchtigen, es ist noch sehr frisch, profimäßig  mit ihren Roll-Einkaufswagerln, wollen noch aus dem vollem Sortiment wählen und sind auch gleich wieder dahin, ohne trödeln und gustieren. Zwischen 9 und 10 Uhr viele Jungväter mit Listen von daheim, die Kinder in übersäät mit Kipferl-Bröseln chillig in ihren Kinderwägen und bereit für das Vormittagsschläfchen. Rush Hour ist von 10-11 Uhr, da ist der Markt knall voll viele gehen den Bauernmarkt ein paar Mal ab, bis sie sich für ein Menü und die richtigen Zutaten entschieden haben, mein Glück! Beim ersten Mal wird noch geschaut, beim zweiten Gekostet, beim dritten Mal finalisiert. Dann wird´s gemütlich, ab 11 Uhr sind die Genießer unterwegs, kommen zum Brunchen und Lunchen an den Kutschkermarkt (Pöhl Käsestand, Himmelblau, Takan, Franze, Weltmeister Kebab, oan, etc.)  vertreiben sich die Zeit am Markt, treffen Freunde und Gönnen sich gerne was. Das geht dann weit über 12 Uhr hinaus, viele Gemüse-Standler bauen dann schon ab, der Brotstand vom Gragger ist meist der Erste weil alles verkauft. Bevor ich abbaue, hol ich mir schnell noch die frischen Marillen und einen Strauß Lavendl, die mich von Gegenüber den ganzen Vormittag schon anlachen und weil doch oft am Besten Zusammenpasst was zur gleichen Zeit wächst (probier das auch!), brate ich daheim die Marillenhälften in Butter und Honig an, streue Lavendel drüber und servier das mit Mascaropone, meine heutigen Marktmeister!

 

  

 

Tritsch-Tratsch Bowle – Würzige Erdbeer Kräuter Bowle

  

Der schönste Einstieg ins Wochenende ist für mich ein Samstag am Kutschkermarkt. Wenn´s dann auch noch so sonnig und lau ist, umso besser. Wie heißt es so schön, was die Küche auf jeder Party, ist der Markt in einer Stadt. Treffpunkt für Fest und Freude. Die Standln üppig gehäuft, voll praller Ernte, leuchten in den Farben des Frühsommers. Obst, Gemüse, Kräuter, Blumen, Käse, Brot. Der Marktbesuch startet für mich am oberen Ende, der nur am Samstag um den prächtigen Bauernmarkt erweitert ist. Die schöne knackige wie-auch-ihr-Gemüse Monika ist da, der Käse Anton-Macht-Kes, meist höchstpersönlich (er war der erste Gewinner der Millionenshow in Österreich und hat es auch danach richtig gemacht!) mit dem beeindruckendsten Käse-Keller von Wien, der Bio-Fisch (zur Zeit sogar mit Reinanken aus Kärnten ), der Salat-Kräuter Stand, mit der reizenden Französin die das Wechselgeld so fabelhaft herausgibt wie meine Tochter das Amelie Thema am Klavier spielen kann. Der gemütliche Eck-Kaffeeröster Franze mit perfekten Blick auf das Kommen und Gehen zwischen Oben und Unten. Überquerst du dann die Kreuzung Schulgasse, sind die Fix-Standln mit Brunch & Lunch. Beim Tanis, nicht umsonst der Weltmeister-Kebab, mit Steaks, hast du nie gesehen und Lamm. Vorbei am “Urbanek” vom Kutschkermarkt, der Takan (mit neuem Ableger in der nahen Gymnasiumstrasse, sehr zu empfehlen!) Die Damen schon fest am Nippen diverser Gläschen für den Kreislauf und die frischgeduschten Spiegeltrinker, deren Vormittagsfahnen im lauen Marktlüfterl noch gut verfliegen können. Dann, das Nadelöhr bei Irene Pöhl vom Pöhl´s Käsestand, auch das Herzstück des Marktes, muss man schon so sagen. Dort gibt es für den Rokitansky einen Verlängerten mit Zucker am Brioche, für mich eine Markt Melange mit mürben Kipferl. Die Einkäufe werden unter die Steh-Budel verräumt und Stellung bezogen, für das Markt-Tratscherl.

Was du oben nicht bekommen hast, wird bei den Fixen unten ergänzt, der Fleischhauer Bauer mit den besten Wiesenhendln, die eine Entschlossenheit beim Zahlen brauchen, aber es auch wert sind. Dann noch der Meeres-Fische Stand mit ein paar Tischen mitten im Marktgewusel, hier ist nicht ganz auszuschließen, dass man bei gegrilltem Fisch und ein paar Gläschen eiskalten Rose Wein schon einmal versumpert ist.

Jetzt war ich nie der große Bowlen Freund an sich, mir waren die aufgeweichten, meist viel zu großen Fruchtstücke darin, die zu lange in zu viel gezuckerten Alkohol gebadet haben zu schwammig, die Flüssigkeit meist zu süß, aber dann. Die Erdbeeren vom Kutschkermarkt klein gewürfelt, mit Wodka, gestoßenen rosa Beeren (!) , mit wenig Zucker nur kurz ziehen lassen, dann Mineralwasser und rosé Sekt aufgegossen, sehr viele Eiswürfeln (jeder Supermarkt hat im Tiefkühlregal fertige Eiswürfeln, so auch die Tankstellen), mit Rosmarin, Salz und Pfeffer gewürzt. Und dann auch noch das Randl vom Glas würzen. Das göttliche Gesöff ist wie ein Samstags-Marktbesuch, oben ein würzig, salziger Einstieg mit Kräutern, ein Tritsch-Trasch an Eiswürferln und reifen Erdbeeren, ein Marktlüfterl voll spritzigem Alkohol, und gerne noch ein paar Gläser davon und langsam versumpfen kann.

Zutaten für einen großen Topf (bei mir in der Blumenvase)

500 g Erdbeeren

150 ml Wodka

1 Liter rose Sekt oder Prosecco

Mineralwasser (für die Süßeren Tonic)

Eiswürfel

Gewürze: 1 EL rote Beeren (gestossen), frischer Rosmarin ] Pfefferminze, Salz, Pfeffer, Zucker

Für den Glas-Rand, Zitrone, Kräuter, Salz, Zucker

Zubereitung

klein geschnittene Erdbeeren, frischen Rosmarin und Pfefferminze in Wodka tränken, etwas zuckern, mit rosa Beeren würzen, nur kurz ziehen lassen. Mit viel Eiwürfeln, Mineralwasser, 1 Flasche rosé Sekt aufgiessen, würzen, frische Rosmarinzweige und Kräuter dazu und reichlich ausgeben.

Den Rand der Gläser befeuchten und mit einer Zucker-Salz-gehackter Rosmarin oder Blütensalzmischung panieren.

 

Einkaufen am Kutschkermarkt

täglich von Montag bis Freitag von 6 bis 19.30 Uhr

Samstag von 6 bis 17 Uhr
Gastronomie: Montag bis Samstag von 6 bis 21 Uhr
Bauernmarkt: Freitag von 7 bis 18.30 Uhr, Samstag von 7 bis 14 Uhr

Sexy Spargel mit Hollandaise

Schon vor dem Berlin Wochenende gab es Spargel und seit dem wir wieder zurück sind, jeden Tag. Meine Jagd auf die Stangen starte ich am unteren Ende vom Kutschkermarkt, da wo es die Kinder mit ihren Rocco Eis Stanizeln am Scooter gerne hinschmeisst, es dann ein Riesengeschrei gibt, weil Eis weg, Gewand schmutzig und Mütter am Rande des Nervenzusammenbruchs. Die Anderen sitzen dann bei der Oberlaa mit einem gepflegtem Währinger Phlegma an Schoko-Mousse Torte, stehen an der Strassenbahnstation oder in der Schlange vom Eck-Bankomat um sich Geld aus der Wand zu ziehen. Sobald du aber nach der Topsi Parfümerie in die Markt-Stande-Zeile eintauchst, wird das Wimmelbild immer bunter. Von beiden Seite Farbflashs in Obst, Gemüse und Blumen, dazwischen die Fische, Schanigärten und das Buhlen der Standler um Kundschaft und eben erste Reihe fußfrei, Marchfelder Solo Spargel! Hallo, Irene Pöhl vom Käsestand, danke, alles Bestens, Kindern geht´s gut, Berlin war wieder super, aber den Kutschkermarkt gibt es halt nur hier in Wien, bitte das und das und den guten Saft wie letzte Woche. Beim Zurückgehen kauf ich mir jetzt meinen Spargel, bitte von diesen Prachtstücken, danke keine Fertigsauce, die mach ich doch selber, geht doch schnell, schmeckt viel besser, denn ich hab da meine Tricks.

In eine Metallschale über Dunst 2 Eidotter mit etwas scharfen Senf, die zerlassene Butter (125 ml) in einem sehr dünnen Strahl mit dem Mixer einrühren. Kurz kalt weiterrühren, Salzen, Pfeffern, mit frischem Estragon und Saft einer halben Zitronen würzen.

Ich erspare mir einen eigenen Wasser-Bad-Topf und hänge in das Spargelwasser die Metall-Schüssel in der ich die Sauce Hollandaise rühre – siehe auch das Video. Gemeinsam mit AEG gibt es diese zwei Spargelvarianten, schaut mal rein, freut mich, wenns gefällt! Das Video enthält Produktplatzierung. Alexandra Palla trägt ein Shirt von PALLA Vienna.

 

Frau Smutnys Paradeisersuppe

Im Haushalt meiner Großeltern gab es immer sehr patente Köchinnen, die Mittags die Mitarbeiter vom Schinkenmacherbetrieb, der angeschlossenen Fleischhauerei und dem Großmarktstand in der eigenen Küche verköstigt haben. Gekocht wurden stehts Klassisch bis Böhmisch-Wienerische Gerichte mit den besten Stücken, die die Fleischhauerei oder die Schinkenproduktion überließen. Gegessen wurde von den “Burschen” aus dem Betrieb, den Mitarbeitern des Geschäfts, der Kassierin Frau Zawadil, dem Chauffeur (liebevoll nur der “Schaffeer” gerufen), immer ein paar Enkelkindern (wie mich) und natürlich meiner sehr hungrigen Großmutter Berta, die zu Mittag schon einen sehr langen Arbeitstag am Großmarktstand der Alten Markthalle hinter sich hatte. Der Großvater war zur Mittagszeit immer schon auf Lepschi oder bei seiner Musik. Eine der Köchinnen hieß Frau Poldi, eine hagere, kleine Frau aus dem Burgenland. Heute weiß ich nicht mehr was tiefer lag, ihre dunklen Augen oder der im Nacken gebunden Haarkranz, jedenfalls immer großartige Innereienspeisen. Ganz im Gegensatz dazu Frau Erika, aus einer Gärtnerfamilie in Simmering, ein Teint wie Liselotte Pulver, ein Timbre wie die Marika Röck und den weissen Arbeitsmantel immer straff über den Riesenbrüsten gespannt. Ihre Buchteln mit Vanillesauce gewinnen ex aequo den ersten Preis der Germteig Olympiade gemeinsam mit der Germteig Uli (siehe hier am Blog alle Rezepte mit Germteig). Und dann, Frau Smutny, die rein optisch gesehen die kleine Schwester von Heinz Conrads gewesen sein könnte, gekocht hat sie aber besser als Peter Alexander gesungen hat. Besonders ihre Paradeisersuppe werde ich nie vergessen. Die gab es natürlich besonders oft im Sommer, zu einer Zeit als schöne, reife, g´schmackige Paradeiser – anders als heute – nicht leicht verfügbar waren.  Dazu, selbst gemachte, dünn geschnittene Nudeln. Ein einfacher Nudelteig wurde rasch verknetet, in der Speis zum Rasten neben die Schmalztöpfe gestellt, dann die breite Fensterbank bei geöffneten Fenstern mit Mehl bestaubt, darauf hauchdünn der Teig ausgewalkt, Nudeln in sehr dünne Streifen geschnitten und dort an der Sonne ein wenig zum Trocknen liegen gelassen. Die Paradiessuppe, die  beim Kochen wie das Magma eines Vulkans freundlich dahin geblubbert hat, wurde kurz vor dem Eingießen in die tiefen Suppenteller, die heute locker als Salatschüsseln durchgehen würden, mit direkt aus den Zitronenhälften gepressten Saft verfeinert und den gekochten Nudeln, plus den paar unvermeidlichen darin gelandeten Zitronenkernen, serviert.

Nicht, daß ich noch nie Paradeiser Suppe gemacht hätte, gerne auch so eine eiskalte, scharfe Gazpacho oder andere Paradeiser Gerichte wie der Tomaten-Saft, aber dann sind von einem Shooting so viele schöne rote, reife, süße Paradeiser übergeblieben, daß mir sofort die Frau Smutny eingefallen ist. Weisse Zwiebeln in Butter angeschwitzt, sehr viele Paradeiser und ein paar Gewürze dazu, mit Suppe aufgegossen und an dem sehr warmen Samstag langsam im Bikini bei offener Terrassentüre dahin geköchelt. Dann ist mir eine Yogastunde dazwischengekommen und den gekochten Topf einfach stehen lassen. Tags darauf, und ich muss sagen, das hat der Paradeisersuppe wirklich gut getan, hab ich alles durch die Flotte Lotte gedreht, nochmal aufkochen lassen, die Nudeln al dente gekocht, nicht vergessen, die Zitrone über der Suppe auszupressen und ich war wieder das Kind in der Küche meiner Großmutter, die Frau Smutny am Herd und alle mucksmäuschen still, denn es gab wieder Paradeisersuppe!

Zutaten (auf 4 Portionen heruntergerechnet) für die Suppe:

  • 1 weisse Zwiebel
  • 1 Stück Butter
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 Kilo reife, rote, süße Paradeiser
  • 500 ml Suppe (oder 1/2 Suppenwürfel in heißen Wasser aufgelöst)
  • 4 Pfefferkörner, 3 Lorbeerblätter, Salz, Zucker
  • 1/2 Zitrone, ausgepresst

Zutaten Suppennudeln:

  • 100 Gramm Mehl (Mischung aus glatt, griffig)
  • 1 Ei
  • ein paar Tropfen Öl
  • Salz

Zubereitung:

Zwiebel würfelig schneiden, in Butter anschwitzen, geviertelte Paradeiser und Tomatenmark dazu, würzen und mit der Suppe eine halbe Stunde köcheln. Sofort oder besser später durch eine Flotte Lotte (Passiersieb) drehen, mit Zitronensaft, Salz und Zucker abschmecken und mit Nudeln* servieren.

Die Zutaten für Nudeln zu einer Kugel verkneten, zugedeckt 30 Minuten rasten, mit einem Nudelholz auf einer bemehlten Fläche zu einem dünnen Teig ausrollen, zuerst in Streifen und dann in dünne Nudeln schneiden und kurz antrocknen lassen. Länger getrocknete Nudeln sind kühl und trocken gelagert auch länger haltbar, kann ich aber nicht sagen wie lang, denn unsere werden immer sofort gleich aufgegessen.