nicht bös sein, Hollerbowle

Aus Gründen stöbere ich ein bisschen New York Lokale, hab bei Freemans, Seersucker, Vinegar Hill House schon Tische bestellt, eine Dachfarm-Tour in Brooklin Grange gebucht – ohne Brooklyn scheint derzeit gar nichts zu laufen – das Buch Foodways von Sweet & Bitter im Warenkorb und stolpere über die “Silent Dinners” von EAT and Great. Ok, alle mal herhören, das Konzept ist wirklich schräg: zuerst werden Handys eingesammelt und dann erteilt der Koch Sprechverbot. Ist das sein ernst? Gut, wir fanden es diese Woche beim Sushimann auch sehr laut und deswegen eher ungemütlich, sind dann auch früher gegangen, aber wieso sollte ich mich freiwillig auf ein Beim-Essen-wird-nicht-geredet-Menü einlassen? Und schlimmer sogar, spricht da wer, muss er vor dem Lokal weiter essen,
während die Anderen in aller Stille ihr Essen meditieren, Briefchen schreiben oder sich mit Zeichensprache helfen. Ich kann mir vorstellen, dass die einen auf 70-Minuten-Karthäuser-Mönche machen, die Anderen vielleicht ihrer Sehnsucht nach Stille nachgeben und vor allem der Koch will, daß die Sinne habt 8 stehen. Ist jedenfalls ein grandioser Marketinggag, wie ich auch da nachlese und bringt den Wirten Nauman auf die Titelseiten vom Time out. (Time out! no na). Anderseits, nicht bös sein, so ein bissl Schweigegelübte leg ich mir jetzt beim Hollerbowlentrinken jetzt auch auf.
In einem Gefäß die 10 weissen Hollerblüten, 10 dag Zucker, die Schale und den Saft von 2 Naturzitronen mit kaltem Wasser bedecken, 1/8l Gin dazu, einen Tag stehen lassen, abseihen, die Zitronenschalen in Streifen schneiden, rein in die Bowle und mit 1 Liter Sekt aufgießen. Eilige nehmen statt frischen Hollerblüten einen Holunderblütensirup, den man auch selber machen kann.
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Gebackene Holunderblüten 
Mailüfterl Sirup

Mit Hollerkoch in die Nachspeisencharts

Hollerkoch, herrlich süßlich, herber Geschmack

Sitzen unlängst mit dem Gasthof-zur-Post-Wirten zusammen, der uns dann zusehens in ein hätt-ma-kennt-ma Delirium bei 33 Grad im Schatten verfällt. Nein, nicht die Hitze, sondern der riesige Holunderbusch ist schuld, der vor unseren Augen gerade seine Früchte in der heißen Augustsonne fertigreift. Und so schnell kann der Wirt gar nicht schauen, sind wir schon seine Hollerdealer und er muß nur mehr sagen, wann und wieviel. Wir pflücken uns tags darauf bei Morgentau mit einer ganzen Ikea-Tasche in die örtlichen Nachspeisenscharts und bekommen Deputat plus Rezept! Was für ein Souvenir.

1/2 kg Hollerbeeren, gerebelt
1/4 kg Zwetschken
1/4 kg Birnen
10 dag Kristallzucker
1 Packerl Vanillezucker
1 Glas Apfelsaft (oder Wasser)

Alles im Topf zusammenrühren und aufkochen lassen, durch ein Sieb pürieren, fertig.
Super zu Grießpudding, Topfenknödeln oder Salzburger Nockerl.

Links: http://www.gasthofzurpost.at/

reife Holunderbeeren, da darf man nicht dran vorbei