savoir vivre, Cremeschnitten

Begonnen hat alles bei einem wunderschönen Winterspaziergang über den tief verschneiten Nussberg mit dem Rokitansky und dem Verleger. Das war letzte Woche am Sonntag. Du, sag ich zum Verleger, mit deinem Geschenk an den Rokitansky hast du mir eine große Freude gemacht. Es geht um ein französisches Kochbuch aus den 60er Jahren, das der Wiener Mandelbaum Verlag jetzt auch auf deutsch gemacht hat. Die konkrete Verbindung, warum es diese deutsche Übersetzung ausgerechnet zum Mandelbaum Verlag nach Wien verschlagen hat, gibt es. Es ist auch kein richtiges Kochbuch, mehr eine Beschreibung von ausgewählten, früher hätte man gesagt “Junggesellen” Speisen wie Pates, Terrinen, Würste, Eier und viel vom Schwein. So als hätte die Autorin für den Fall vorsorgen wollen, ihrem Mann eines Tages zu sagen, sie gehe jetzt Zigaretten holen. Der Erzähl-Ton der Gerichtsbeschreibungen hat auch was Woody-Allen-Filmhaftes. Man nehme eine Hand voll Naivität (hartes Ei kochen), würze sie mit einer Prise Ironie (wie man Erbsen aus der Dose macht)  und schiebe sie in den Abgrund einer kleinen kulinarischen Tragikomödie (Suppe für die Suppe kochen).

Beim Spazierengehen fallen mir einige skurrile Passagen aus dem Buch wieder ein: Wie die Bohnen für das Cassoulet zuerst auf den Tisch ausgebreiten und von Steinen (!) befreien, bevor, uns so weiter, oder wie die Gans im Schwein gebraten wird. Da waren wir schon am halben Weg auf den Nussberg hinauf. Beim niedergebrannten Wieninger dann “Homard a l Americaine, sehr lustig, beginnt mit dem Satz “Grundvoraussetzung für dieses Rezept ist immer (!) ein lebender Hummer….”, beim  Ochsenschlepp nach “Winzerart” (?) , sind wir grad beim Sirbu vorbei. Das Buch hat wirklichen Unterhaltungswert, gerade bei einem Spaziergang an einem sehr kalten Tag ohne Aussicht. Sehr ausgefroren sind wir dann im Wirtshaus gelandet, dort ein ordentliches Wiener Schnitzel bekommen. Der Verleger musste in den Verlag noch was ordnen und ich am Heimweg an Cremeschnitten denken. Was würde Elizabeth David, die Buchautorin jetzt machen? Schon in ihrer Einleitung zum Kapitel Les Deserts (Süßspeisen)-  das im Vergleich sehr mager ausfällt – steht gleich einmal: “Ist eine französische Hausfrau nicht sehr versiert, kann sie  alles in der örtlichen Patisserie bestellen….”. Das nenn ich eine gute Einstellung, sehr rough cut, warum auch herumärgern, pantschen, basteln, nach so einem Sonntagsschnitzel und langem Spaziergang kann man ruhig bei der Aida stehenbleiben und ein paar Cremeschnitten für die Jause daheim mitnehmen. Denkste, Cremeschnitten aus, was bleib: selber machen! Daß daraus unabsichtlich ein Wochenprojekt geworden ist ist eine Mischung aus Naivität (der Aufwand, einen Blätterteig selber zu machen war für mich nicht abzusehen), eine kleine Tragikkomödie (ein Deutscher gewinnt das Hahnenkammrennen) und einer Prise Ironie (ohne großer Prozedur trotzdem ein tadelloser Blätterteig mit viel Savoir Vivre).

          

Für den Blätterteig (Sonntag)

erster Teig: 250 g glattes Mehl, 100 ml Wasser, 1 Ei, etwas Salz verkneten, Kugel formen

zweiter Teig: 200 g Butter und 100 g Mehl verkneten zu einem Ziegel formen

Beide Teige rasten lassen (im Plachutta steht 2 Stunden, ich nur 20 Minuten). Ersten Teig auswalken, und zweiten Teig (Ziegel) darauflegen, Ränder einschlagen, von beiden Seiten festdrücken und im feuchten Geschirrtuch 1 Stunde im Kühlschrank rasten (daraus wurden beim mir 4 Tage !!??).

In den Kochbüchern steht jetzt überall, diesen Teig mit Nudelholz ausrollen, falten, rollen, kühlen, wieder ausrollen, falten, rollen, kühlen,…bis zu 4 Mal!

Zurück zu meiner rough cut Methode (Freitag)

Backofen auf 220 Grad vorheizen, Teig in 4 gleichgroße Streifen (ca. 12 cm breit x 25 cm lang) ca. 14 Minuten backen.

Creme:

2 Eier mit 60 g Kristallzucker und 2 Packerl Vanillezucker aufschäumen, 6 aufgelöste Gelatineblätter (siehe Packung) unterrühren, 1/2 l (500 ml) Schlagobers steifschlagen, unterheben und 20 Minuten kalt stellen (ein 4 Grad kühler Wintertag hilft).

Creme zwischen den ausgekühlten Blätterteig streichen, zumindest 3 Stunden kühlen, oder über Nacht.

Finish (Samstag):

Cremeschnitte “umlegen” mit scharfen Sägemesser portionieren, wieder aufstellen, anzuckern und servieren.

 

 

 

Der Opernball 2018, ein Vorgeschmack

Das wird ein Feuerwerk an Zitaten aus berühmten Opern am Wiener Opernball 2018 geben! Etwa “Dies Bildnis ist bezaubernd schön…” beim Damen-Spende-Spiegel, oder den Cocktail “Glücklich ist, wer vergisst…” mit viel Gin und Sinn über den Saal-Tresen gereicht werden. Auch sonst haben sich die 3 Gastgeber Opern-Direktor Dominique Meyer, Open-Ball-Mama Maria Großbauer und Ball-Sekretärin Eva Dintsis wieder einiges für den Ball aller Bälle einfallen lassen.  Fanfaren, Hymne, Polonaisen. Der Einzug des Jungdamen und Herren Komitees mit Krönchen von Dolce und Gabbana (hab ich am Rande des Shootings mit Inge Prader Probegetragen – siehe oben) und Schminke von Guerlain, für die Jungmänner Manschettenknöpfe von meinem Lieblingsschneider Venturini.

“Mein idealer Lebenszweck ist Borstenvieh und Schweinespeck….” so könnte das Zitat zu den vielen Schmankerln lauten, die rund um das Tanzparkett ausgegeben werden: Thum Schinken und seine Schinkensemmeln (Frage: Hallo, was machst du da auf der Opernball PK, Antwort: bin ein echter Thum Schinken, Frage: Aha!) und das berühmte Thum “Opernballwürsterl“, Gebäck von Ströck Feierabend, ein Opernball HOT-Dog, Ausseer Wildfang Fisch, Brettljausen und feine Aufschnitte von Hödl, Leberkäse mit und ohne Chili, Trüffelchips, Apfelstrudel Sparkling Sekt, Sushi Bar und Eiswagen. Die Opernball Lady outet sich als ausgesprochener Foodie.

Wem da schlecht wird, dann kann´s jedenfalls nicht am Essen liegen. Bleibt für den Rest zu sagen: “Chacun à son goût! – jeder nach seinem Geschmack.Dazu habe ich auch Maria Großbauer gefragt, ihre Antwort findet ihr HIER.

Wenn der Opernball heuer nicht in der Semesterwoche wär´, ja, dann würd ich mich glatt in ein schinkenrosa Kleid stecken lassen, dazu ein paar Ranunklen (die Opernball Blume 2018 von Doll)  ins Haar – siehe Sträusschen –  und für meinen Cousin Roman Thum Schinken aufschneiden. Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr.

Wiener Staatsoper

Wiener Opernball, Donnerstag, 8.2.2018

Der Opernball wird auf ORF 2 live übertragen.

Oh Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter-Teig

 

Beim Thema Christbaum führen viele Wege zum Ziel. Der Verleger zum Beispiel, steht traditionell am 24.12. zu Mittag am Wiener Graben vor dem Cafe Europe, sagt “den” und “zehn” und macht immer einen feinen Deal.  Das Fräulein O. ganz anders. Nach einem kleinen Vorjahres-Abenteuer mit dem Kunstbäumchen aus dem Internet mit Zusammenstecken dafür Lichterketten , haut sie heuer den Hut drauf und feiert bei der Tochter in der neuen Dachbodenwohnung (daß sie heuer das ganze Essen dorthinschleppen wird ist eine andere Geschichte deren Fortsetzung wir nächstes Jahr spätestens zur gleichen Zeit erfahren werden). Bei der Hammerischen, kann man sagen, sehr unkompliziert. Die Christbäume nie größer als das, was gerade auf einem Beifahrersitz Platz hat. Dafür mit selbstgebastelten Kindergarten-Strohsternen von den heute schon erwachsenen Söhnen. Dann meine eigene Mama. Sie opfert jedes Jahr einen ihrer selbstgezogenen “Tannenbäume” wie sie immer betont und klemmt die – in Wahrheit übergewichtige stachelige Blaufichte – zwischen Boden und Decke ihres Wohnsalons, dass weder vom Bösendorfer dahinter noch vom Perser darunter was zu sehen ist. Auf Instagram, ja, da gehts´auch schon zu. Dort ziehen schönen blassen Menschen in Norwegerpullis, Bommelmützen und Sonnenuntergang ihre Bäumchen gerade in verschneite Berghütten oder räkeln sich in knalligen Cruise-Outfits  durch Lobbys internationaler Hotelketten vor Riesen-Glitzer-Pyramiden.

Kommen wir zu mir.

Jahrelang war ich Stammkundin am ersten Stand am Kutschkermarkt, hab dort Christbäume gecastet, die in den besten Jahren Fragen wie “wohnen sie in einer Kirche ?” mit sich brachten. Bis ich draufgekommen bin, daß gleich bei mir ums Eck, eine Gutsverwaltung im Garten ihres  “Town-Houses” super Bäume zu Sensationspreisen verscherbeln. Muss dem Finanzamt lange nicht aufgefallen sein. Dann waren die Jahre mit dem Kummer-Toni (der auch den Marco Simonis christbaummäßig so pipifein beliefert, daß ich unbedingt auch so) und im Vorjahr der Ausflug in den Wald bei Klosterneuburg. Na was stellst du dir drunter vor, wenn dir Freunde vom Liebhaberprojekt eines Nebenerwerbs-Christbaum-Waldbesitzers  erzählen, gefolgt von Lagerfeuer und Erdäpfelgulasch. Da wird doch jeder schwach. Die Realität war nur eine andere, den selbstgefällten Gnadenbaum hab ich nur gegen ärgsten Widerstand der Familie durchsetzten können, mit dem Versprechen “niewieder”. Auf den alten Maronibrater Stiefeln auf der Kellerstiege kleben heute noch Reste von dem Gatsch bei Gugging. Nur, und jetzt kommt´s, was jetzt? Die Gutsverwaltung gibt es nicht mehr, vielleicht pickt da schon der Kuckuck, dem Kummer-Toni hab ich abgesagt, das nächste wäre der Parkplatz-Verkauf in Gersthof beim Centimeter oder die Agnesgasse. Jetzt steh ich schön da, für´s Erste back ich mir den Christbaum eben selber – passt sehr gut zum Weihnachte-Cocktail und zum Knabbern davor oder danach,  aber bitte um Hilfe, wo krieg ich jetzt bitte einen schönen Christbaum her?

Zutaten:

  • 2 fertige Blätterteigrollen
  • für das Pesto: eine Hand voll Wallnüsse, 1 Bund Petersilie, etwas Parmesan, 80 ml Pflanzenöl, Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Zutaten für das Pesto mit dem Stabmixer pürieren, würzen. Erste Blätterteig-Lage mit Pesto bestreichen, mit der zweiten Blätterteig zudecken, in Form schneiden und drehen – siehe Bilder und 20 Minuten bei 180 Grad backen.

 

 

es wird mit dem Summeton, mhmm o`clock

Gemüsesuppe mit Kräuterfrittaten Gemüsesuppe mit Kräuterfrittaten Gemüsesuppe mit Kräuterfrittaten

 

Leicht marode, so lässt sich die Schulstartverkühlung vom Teenager am Besten beschreiben, wirklich nicht schlimmer. Jiddisches Penizillin, bei Fieber und aufwärts ist noch nicht notwendig. Also putze ich das ganze Wurzelwerk meiner Gemüselade, röste in einem Topf einen halbierten Zwiebel mit Schale (wegen der Farbe!) in etwas Öl an, ergänze mit Ingwer, dem Wurzelgemüse, Lorbeerblatt, 3 Nelken und einem großen Stück Zellerknolle, gieße mit heißem Wasser auf und köchle mit den Stielen der Petersilie und Liebstöckel eine gute Stunde schwach wallend. Für die Kräuterfrittaten wird einfach ein Palatschinkenteig mit gehackten frischen Kräutern (Petersilie und Liebstöckel) verrührt, diese hauchdünn heuausgebacken, in dünne Frittaten für die Suppe geschnitten. Am Schluß ein Schuß Sojasauce und es macht mhhmmm ´clock.

Zutaten für die Suppe:

3 Karotten, 2 gelbe Rüben, 1 Zwiebel,  1/2 Knolle Zeller, 1 Lorbeerblatt, 3 Gewürznelken, Salz, Pfeffer

Kräuterfrittaten

Enable deinen Birnen Kuchen

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Seit dem bei mir das Laufprogramm auf die Sonntage reduziert ist (wird schon wieder), ist es schon sehr nett, wenn der Sonntag auch trocken und sonnig ist. Von zu Hause weg, am Türkenschanzpark vorbei (drinnen nur die Parkläufer und die mit den Stecken), am Salettl und dem Knusperhäuschen vorbei, raus nach Neustift und je nach Witterung, unterer oder oberer Weingartenweg, ja, dieser Ausblick!  Oha, heute muss ich den fleissigen Weinwanderern ausweichen, also ab Salmannsdorf rüber zur Höhenstraße und in den Michaelerwald über die Pötzleinsdorfer Höhe zurück. Alles so schön goldig, ein perfekter Herbsttag. Wenn ich zurück bin gibt es französisches Frühstück wegen dem Pferderennen.  Ja, da waren wir schon so oft, schauen uns gleich den Tag im Vergleich der vielen Jahre an, da war’s auch warm, da saukalt, ui und nass, hier wieder schön. Was soll ich sagen, der Rokitansky – das wurde hier ja noch gar nicht besprochen –  kommt ja aus einer berühmten Galopprennfamilie, der Vater Pferdetrainer, er selbst  sogar mal Jockey zu Studentenzeiten. Daher immer erstes Wochenende im Oktober, Prix de lÁrc de Triomphe. Besser natürlich vor Ort, wenn nicht möglich halt online. Super passend meine Idee, die Birnen, die ich mir am Kutschkermarkt mitgenommen hab, im Sud vorzukochen und dann als Gateau aux Poires (Birnenkuchen) in den Ofen zu schieben. Während der Kuchen bäckt, wird geduscht, zum großen Hauptrennen dem PRIX bin ich wieder da, Enable vor Cloth of Stars und Ulysses. Das find ich wirklich passend!

Zutaten

  • 8 kleine Birnen, 2 Sternanis, 1 TL Gewürznelken, (event. Weisswein)
  • 4 Eier
  • 200 brauner Zucker, 1 Packerl Vanillezucker
  • 200 glattes Mehl, 1 EL Backpulver
  • 200 Butter

Zubereitung

Die kleinen Birnen (bei mir ungeschält mit Stängel dran, wer will kann schälen, lässt aber die Stiele dran!) mit Wein und Gewürzen in einem Topf mit Wasser bedecken und 30 Minuten weichdünsten, auskühlen lassen. Für den Teig die weiche Butter mit dem Zucker cremig rühren, Eier nach und nach dazu, mit einer Teilspachtel Mehl unterrühren und in einer ausgebutterte, mit Bröseln panierte Form streichen. Ausgekühlte abgetropfte Birnen in den Teig drücken und 50 Minuten bei ca. 170 Grad durchbacken. Ausgekühlt mit Schlagobers, Vanille- oder Zimteis servieren.

Tipps

Sehr hübsch sieht es auch aus, den Teig in der schmalen Kastenform zu backen und die Birnen darin aufstellen. Den Saft der Birnen heiß oder kalt dazu trinken.

Trari Trara die Kost ist da!

Nie wieder fahr ich auf der Ostautobahn über Neusiedl nach Schützen, viel besser ist es über den Süden, Abfahrt Eisenstadt, auch aus dem 9.ten! So wie die gute Seele der Eselböcks, die den Shuttle für die Einladung beim Burgtheater startet und ist – ich schwör´s – selbst an dem Arbeitstag mit Berufsverkehr in 63 Minuten beim Taubenkobel. Eingeparkt, abgestoppt, ausgestiegen! Sie fährt die Strecke oft, an manchen Tagen sogar  2 oder 3  Mal. Kutschiert auch gerne Gäste von Wien raus und wieder retour, so wie eben, denn hört hört, es gibt was zu Vermelden! Die Frage nach dem Hin-und-Her fahren stellt sich ab dem 17. November nicht mehr, denn der Taubenkobel kommt als “Brieftaubenkobel” bis Weihnachten in die Stadt geflogen!

Die Immo-Entwickler von Soravia mussten die Eselböcks nicht lange überreden, in den ehemaligen Direktionsräumen der Alten Post einen kulinarische Pop Up zu machen. Denn die waren sowieso auf der Suche nach einem Folgeprojekt – im Vorjahr war´s der “Taubendogen” im Supersense 2016.

“Alte Post” + “Taubenkobel” macht also heuer den “Brieftaubenkobel”, die Werber von Jung von Matt haben coole Sprüche mit Post/Kost, Frankieren/Flambieren und sich auch sonst recht viel überlegt, wo sich ein Zusammenhang mit Postamt und Essen herstellen lässt,  bis hin zu sehr netten Briefmarken auf Vintage-Kuverts.

Beim Servieren soll sich passend zum Palais-Ambiente wieder sehr viel am Tisch abspielen, die Truppe Livree und weiße Handschuhe tragen, am Sterneparkett sollen die Servier- und Dessertwagen dahinrollen, auf denen flambiert und tranchiert wird.  2-3 Gänge wird es geben, viel Altösterreichisches aus Zeiten der Monarchie. Rindsuppen – aus Silberschalen in ein speziell für das Post-Pop-Up gebrandete Geschirr gegossen – aber auch Würstel, Gulasch bis hin zum Fiaker-Kutschenservice mit Pfiff.

Schön, dann wird nach einer langen Phase der legeren Bistromania in einer Mischung aus Altwienerhof, Sacher und die 3 Husaren wieder fein diniert bis eben die Post abgeht. Könnte sein, daß dem Kaiser Franz Josef, vom Ölgemälde überm Marmorkamin – frei nach Karl Kraus-  einiges auch diesmal nicht erspart bleiben wird.

Einen Tisch hab ich für mich schon reserviert, das geht selbstverständlich für alle und ab sofort via Ferngespräch über +43 2684/ 2297 oder mit elektronischer Post an brief@taubenkobel.com.  https://www.dropbox.com/s/avg7wg9zhkxo6qe/Screenshot%202017-09-16%2015.15.43.jpg?dl=0Brieftaubenkobel, der Taubenkobel in Wien Alexandra PallaBrieftaubenkobel, der Taubenkobel in Wien Alexandra PallaBrieftaubenkobel Taubenkobel Alexandra Palla Brieftaubenkobel, der Taubenkobel in Wien Alexandra Palla IMG_0282 Brieftaubenkobel, der Taubenkobel in Wien Alexandra Palla

“Brieftaubenkobel”

Postgasse 8

1010 Wien

www.taubenkobel.com

17.11. – 22.12.

Montag – Samstag Bar ab 17 Uhr,  Restaurant ab 18 Uhr

Reservierungen unter restaurant@taubenkobel.at oder Tel 02684/ 2297

Für größere Runden und Weihnachtsfeiern können ganze Räume gebucht werden

 

Eine kalte Ente und kleine Getränkekunde

Kalte Ente und Getränkekunde by Alexandra Palla Kalte Ente und Getränkekunde by Alexandra PallaIMG_0465Kalte Ente GetränkekundeKalte Ente

Zur Abkühlung des Workshops an dem sehr, sehr heißen Tag ist mir eben spontan die “Kalte Ente” eingefallen. Ein wunderbar, erfrischender Cocktail aus halb Sekt, halb Weisswein, Zitronenschale, Minze (oder Melisse) und bei mir ein Schuss GIN für die “Nachhaltigkeit”. Es war so heiß, daß mir der Eiswürfeleinsatz des Art Deco Kruges zu klein war. Lieber ohne, und dafür noch mehr Eiswürfel direkt in den Krug hinein. Das wässert die “Kalte Ente” zwar, ist aber zur Verdünnung, wer will auch mit Mineralwasser , ganz gut zum Spritzen.

Apropos Spritzen, bei der Gelegenheit sind mir so allerlei Namen für Getränke-Verabreichungsformen und Mischungsverhältnisse eingefallen, ergänze gerne nach Hinweisen durch Kommentarfunktion!

  • Fluchtachterl – letztes Glas Wein vor dem Aufbruch, wird im Gasthaus nach Verlassen des Tisches gerne an der Schank getrunken
  • Achtel mit Tupf – Mischungsverhältnis viel Wein, ganz wenig Soda oder Mineralwasser
  • G´spritzter – 1/4 Liter: halb Wein, halb Soda oder Mineralwasser
  • Sommer-Spritzer (auch Palermo genannt) – 1/4 Liter: 1/3 Wein, 2/3 Soda oder Mineralwasser, wird gerne mit einem Stück Zitrone serviert
  • Badewanne – 1/2 Liter, quasi ein großer G´spritzter,  1/4 Wein, 1/4 Mineral
  • Hugo – der neumoderne Cocktail aus Prosecco, Zitronenmelisse- oder Holunderblüten-Sirup, frischer Minze und Mineral- oder Sodawasser
  • Kalte Ente – Cocktail aus 50:50 Wein, Sekt. Kann mit Zitronenschale, Minze, Melisse und/oder  Gin (siehe  Rezept oben)
  • Aperol-Spritz – Aperol mit Weißwein gespritzt, lieber ist mir der nächste
  • Campari-Spritz – im Gegensatz zu Campari Soda wird hier auch mit Weißwein gespritzt
  • Krankenhaus G´spritzter – Nicht nur alkoholschwach in der Mischung, sondern auch mit warmem Wasser auf-  für Gesunde -unangenehm laue Trinktemperatur gebracht
  • Kaiserspritzer – G´spritzten mit einem Schuss Holundersirup
  • Dienst-Achterl – das legendäre Helmut Qualtinger- als-Kommissar- Brenner Achterl. Der Ober fragt weiss oder rot? Qualitnger: seid wann gibts an roten Slivowitz? (Ist ein Zwetschgenschnaps, Pur)
  • Korrektur-Achterl: ein Glas Abschluss Weisswein, nach sehr viel Rotwein Gläsern
  • 5/8terl – oder auch 5/Achterl in Ehren – sehr schöne neue Wiener-Lied Soul-Band, ist kein Getränk in dem Sinn, gehört aber hier rein
  • Radler – halb Bier, halb Limonade
  • saurer Radler – halb Bier, halb Mineralwasser
  • Reparatur Seidl– das basische Getränk auf übersäuertem (brandigem) Magen, sehr gut mit Leberkäsesemmel am Tag nach einem Rausch
  • U-Boot – ein Stamperl  voll Schnaps direkt im Bierglas (Krügel) versenkt (Steigerung: Atom-U-Boot mit erhöhter Schnaps-Dosis)

Krug Provenienz: Annette Ahrens, die in ihrer Sammlung an historischen Tafelwerkzeugen und Gefäßen eine ganze Auswahl an “Kalten Enten” Karaffen im Fundus, falls jemand von Euch eine original Schnabel-Kanne sucht. Sie erklärt auch, woher der Name “Kalte Ente”stammt: Natürlich aus Deutschland, wo ein deutscher Fürst sich anstelle eines heissen Kaffees ein “kaltes Ende” wünschte. Aus dem Ende wurde im Sprachgebrauch eine Ente. Aus dem Art Deco gibt es wunderbare Karaffen mit einem Glaseinsatz – wie hier bei diesem Bild im Einsatz – , in den das kühlende Eis gegeben wurde, um das Getränk zwar zu kühlen aber nicht zu verwässern. Das ursprüngliche Rezept war: Rheinwein, Sekt und Zitronen, Melisse, eigentlich die zuckerfreie Urform eines heutigen Hugos…

 

Coming home Faschierter Braten

Faschierter Braten rough cut von Alexandra PallaIMG_3296Faschierter Braten rough cut von Alexandra PallaIMG_3294Faschierter Braten rough cut von Alexandra PallaFaschierter Braten rough cut von Alexandra PallaIMG_3295Faschierter Braten rough cut von Alexandra PallaFaschierter Braten rough cut von Alexandra Palla

Es gibt Tage, die verlangen nach einem ganz bestimmten Essen wie dieses hier, denn #wienberlin Tochter JoJo ist auf Semesterferien in Wien. Ihren Wien Urlaub daheim hat sie sich vielleicht etwas entspannter vorgestellt, tatsächlich unterstützt sie ihre Blogger-Mama mit neuem Kreuzband heldenhaft daheim und im Studio, dann führt sie ihre Tante nach einem Takewondo Missgeschickt herum und schließlich die Schwester, die Nichte, die Neffen und so weiter. Es soll ja nix schlimmeres passieren, also gibt es als Zwischendankeschön und überhaupt jetzt gleich einmal ihr Lieblingsessen, einen faschierter Braten. Der wird als frühes Abendessen angesetzt, denn eine Freundin von ihr braucht dann später am Abend noch Hilfe, also mache ich so und DANKE JoJo, was wünscht du dir morgen?

Zutaten

  • 500 g Faschiertes (halb gemischt, halb Kalb)
  • 2 altbackene Semmeln (in Wasser-Milch Mischung eingeweicht und fest ausgedrückt)
  • 1 ganze Zwiebel, gehackt in etwas Öl glasig geröstet
  • 1 EL Koriander, 1 EL Fenchelsamen im Mörser gestossen
  • 2 ganze Eier
  • kleine Paradeiser zum Mitbraten
  • Suppe zum Aufgießen
  • Speck zum Umwickeln
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

In eine große Schüssel das Faschierte, die ausgedrückten Semmeln, Eier, Gewürze und ausgekühlte glasige Zwiebel mit der Hand gut durchmischen. Eine feuerfeste Form mit etwas Öl beträufeln und den Boden des Bratens mit Speckstreifen auslegen. Darauf mit der Hand einen Striezel formen und mit Speckstreifen ummanteln. Paradeiser im Ganzen dazu legen um im heißen Ofen bei ca. 180 Grad 1 Stunde braten. Regelmäßig mit Suppe übergießen. Dazu gab es heute Bratkartoffel, das nächste Mal wieder Erdäpfelpüree!