Mohnnudeln, das geht dahin

Die Hammerische (siehe auch hammerischer Ricotta) ist mir im Erdäpfelteigmachen weit voraus. Sie hat die richtigen mehligen Erdäpfel, kocht sie geschält vor, legt sie dann ein wenig ins warme Backrohr zum Ausdampfen, denn nur so bekommen sie die richtige Fluffigkeit, sagt die Hammersiche, denn das ist wichtig. Dann presst sie die Erdäpfel durch eine Presse und es geht dahin. Das hat mich bis heute noch nicht so interessiert, geb ich zu, weil ich weder Schupfnudel noch sonst was, aber die Wunschkinder bitten zu lieb um Mohnnudeln. Das fällt terminlich mit einem Fussballabend zusammen, an dem der Mohnnudelverweigerer in der Familie wegen eines Kindheitstraumas damit nicht belastet werden muss, weil auswärts, und ich so: schlage Seite 234 von “Österreichisch Vegetarisch”auf, lese die Rückseite vom dem Hans Hofer Biomehl durch, das ich sehr freundlich von den Biorama Leuten bekommen hab und denk mir, passt.

Koche einen 3/4 Kilo mehlige Erdäpfel MIT Schale weich, lass sie gut auskühlen, schälen, durch ein Sieb pressen, mit 2 Dottern, 300g glattes Mehl (hier Hans Hofer Bio-Einkorn-Mehl), 60 g flüssiger Butter zu einem glatten Teig kneten und im Kühlschrank etwas rasten. Ruf sofort die Hammerische, wegen Erdäpfelteiginstanz an, die sich mit ihren 2 Söhnen plus Gastkind promt zum Mohnnudeltestessen einladen lässt. Lege den Erdäpfelteig auf eine bemehlte Fläche, rollen, in nudelgroße Stücke schneiden, wuzeln und in köchelndem Wasser 5 Minuten ziehen lassen. 

Rausheben, in zerlassender Butter und gemahlenem Mohn schwenken und viel Zuckern.
Fazit: gar nicht mal so schlecht, etwas herbe Note wegen dem Bio-Einkorn-Mehl, das nächste Mal etwas Fruchtiges dazu servieren und für 4 Personen nur die Hälfte an Teig vorbereiten.
LInks:
Biomehl von Hans Hofer, möchte ich bald besuchen fahren
Biorama, kündigen gerade ihre Fair Fair im Juli an
Österreichisch Vegetarisch, von Katharina Seiser, über Esskultur.at

was soll mich schon aus der Ruhe bringen, Mohnkuchen

Mohnkuchen mit selbstgemachten Apfelsirup

Auch gut, dann durchwühle ich eben transformermäßig in einer Kombination aus Trüffelschwein, Inspector Clouseau und sein Kung-Fu-Freund, Indoor-Mähdrescher und Kehrmaschine in Sekundenbruchteilen alle Läden, Stösse, Kisten, Fächer und Kästen. Vermisst wird nämlich – und das gleichzeitig – Folgendes: Ballettpatschen, Konzertkarten, der Stowasser, Spangerl, Jonglierbälle, ein Mordillo-drück-mich-Handwärmer, Spiesse für die Schoko-Schlecker-Silikonformen, Nintendo Ladekabel, ein Umhängetäschchen, der zweite Gummistiefel, ein Mitteilungsheft und ein Abschnitt von einem sehr wichtigen Schulzettel. Was soll mich schon aus der Ruhe bringen. Am Herd reduziert sich gerade ein Liter naturtrüber Apfelsaft ein, den brauch ich für meinen Gries-Mohn-Kuchen, den ich mir von den AO& Freunden abgeschaut hab und das riecht schon einmal sehr gut.

1 Tasse Grieß (noch besser Polenta) mit
1 Tasse geriebender Graumohn
1 Tasse Staubzucker
2 Tassen Milch 
70 g Butter
in einem Topf auf kleiner Flamme verrühren und kurz quellen lassen und abkühlen.
4 Eier schaumig schlagen und unter die Masse rühren. In einer ausgebutterten Form 30-35 min bei 180 Grad backen. Ein Liter naturtrüber Apfelsaft auf ca. 1/4 l Sirup einreduzieren und über den Kuchen giessen.