Weniger ist mehr, Pfirsichbaiser

Der Abend könnte nicht besser verlaufen und hat schon einen Höhepunkt, denn N. verkündet sein erstes Neujahrsmotto “Weniger ist mehr”. Bravo N., eine neue Bescheidenheit ausrufen, sich was suchen, worauf man verzichten kann, findet jeder was. Very 2014 ist ja, sich einmal vegan zu ernähren, wie gerade Journalistin und Bloggerin Katharina Seiser – ihr Selbstversuch ist über Esskultur.at  miterlebbar, aber sowas meint N. jetzt bestimmt nicht und beginnt schon mal, seinen Konsumballast auf willhaben.at zu verscherbeln, ist ihm lieber als auf Ebay, wieder was gelernt. Und sonst? “Happy Wife, Happy Life”, sein zweites Neujahrsmotto und spült selbstzufrieden die Gänseleberterrine mit dem Schampus runter. Grandios, Barney aus How I met your Mother würde N. dafür 500 Punkte geben und ihm einen fetten Eintrag in seinem Playbook widmen. Ich hätte es nicht besser sagen können und fast schade, daß es die Pfirsichbaiser erst heute gibt, treffen beide Motti am Punkt.
So viele Eiklar wie Baiser rechnen (hier 6 Baiser aus 6 Eiklar) mit je 1 EL braunen Zucker steif schlagen und im Backrohr 1,5 – 2 Stunden bei 140 Grad trocknen. Pfirsichhälften aus der Dose in etwas Butter anbraten oder im Backrohr grillen und auf Schlagobersschicht am Baiser platzieren. un baiser auf Französisch heißt übrigens Kuss, umso besser!

Pavlova, gleich gemacht, immer anders!

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Zu meiner Schulzeit haben die Professoren noch die Vetricek (Englisch) geheißen, ausgeschaut wie Margret Thatcher aber weit weg von th,  oder der Nedoma (Musik), flaschengrüner Trevira 3-teiler und Tannhäuser am Plattenteller oder die Mayer (Turnen), stets im dunkelblauen Faltenrock und Trillerpfeiffe um den Hals und sich sicher ganz streng an ein Lehrerdienstrecht gehalten. Das Schulgebäude hatte noch kein Tonstudio, Medienraum, Freiarbeitszone, Aufzug, Bauch-Bein-Po Studio, Experimentierklasse im Dachbodenausbau, sogar die Direktorin schaut aus, wie ein Schella Kann Modell. Früher eher wie die Frau vom Bundespräsidenten Kirschläger, der zu meiner Schulzeit gleich neben den Kreuzen in den Klassen von der Wand geschmunzelt hat. Der Miefekeller, in dem die Schulmilchsteigen zum Abholen waren, ist jetzt Musikfloor für die Schulband. So hab ich mit meiner ehemaligen Schule zum Tag der offenen Türe wieder Frieden geschlossen, denn gerade die Schüler haben mir in dem Zusammenhang auch einen sehr properen Eindruck gemacht und die Hoffnung besteht, daß, obwohl sich strukturell nicht viel ändert, immer das Gleiche dabei herauskommen muss. Fast so wie bei meiner Pavlova, denn auch wenn ich sie immer gleich mache, sie doch jedesmal anders wird – siehe auch Mai 2012 . Wobei, so gleich war sie diesmal gar nicht, denn Staubzucker statt Back- oder Kristallzucker. Schöner, cremiger, seidig glänzender Schnee, Schale von einer ganzen Bioorangen reinreiben, auf ein Backpapier drapieren, im Rohr bei 110 Grad ca. 1,5 Stunden trockenen, auskühlen lassen, dann 1/4 l Schlagobers mit 1 Packerl Vanillezucker schlagen, auf den getrockneten Eischnee darauf, mit Orangenstücken belegen und geröstete Erdnüssen drüberstreuen, nochmal Orangenschale für´s Aroma drüberreiben, ja Fraufesser und Herrfesser, bei mir es es nocheinmal gut gegangen.
6 Eiklar, 200 Gramm Staubzucker, 2 Bioorangen, geröstete Erdnüsse, 1/4 l Schlagobers, 1Pkg. Vanillezucker. Den fruchtigen Belag an die Saison anpassen. Super auch: Banane, Maracuja, Limette
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Voilà, here comes die Pavlova!

Pavlova, getrockneter Eischnee, Schlagobers und Früchten

Das Backrohr war dann schon einmal vorgeheizt. Weil, haha, Schurken, ihre Lieblingsjeans am Wäscheständer noch nicht ganz trocken, und bevor Krise, ich Idee. Umluft, 150 Grad, 2 Minuten. Hat zu meiner Zeit auch immer gut funktioniert, nur früher Backrohr mit dem quasi Gas-Ring-of-Fire und wenn du da nicht aufgepasst hast, noch schlimmer, frisch gewaschene Jeans mit Brandflecken oder  dunkler Streifenabdrücke vom Rost, aber heutzutage, mit dem Umluftbacken und dem Backpapier, du, da geht das wie nix, wie nix geht das! Aber Achtung, heute noch wie früher: nicht gleich anziehen und die warme Jeans auf der kalten Haut, schön auskühlen lassen, weil die Nieten und Metallknöpfe, sind verdammt brennheiss. 150 Grad sind halt nur was für Jeans und 2 Minuten oder einem ganz steif geschlagenem Eiweiss mit Zucker und 1 Stunde. Voilà, here comes die Pavlova, benannt nach der russischen Ballettänzerin, Anna Pavlova. (siehe auch Beitrag zu “berühmte Namen, berühmte Speisen“)

6 Eiklar mit 300 g Kristallzucker sehr steif schlagen (muss Topf-umdrehen-Test bestehen!) und die Eiklar zuerst richtig schön weiß schlagen und dann erst den Zucker nach und nach dazu. Hübsch mittig auf ein Backpapier am Blech drapieren und im vorgeheizten Rohr, also das geht auch ganz ohne der Jeans Prozedur, bei 150 Grad 1 Stunde trocknen. Auskühlen lassen, geschlagenes Schlagobers mit 1 Pkg Vanillezucker und frische Früchte drauf, anzuckern.

Varianten
für Klassiker: Erdbeeren/Himbeeren
für Exoten: Banane/Maracuja/Limettenzesten (Bananen in Scheiben schneiden und das Mark von 2 ausgekratzten Maracuja und Limettenzeste) – himmlische Kombi, frag Susi!
für Improvisierer: übriggebliebene Mango/Zuckermelone

mhhh, Pavlova mit reifen Mangowürfenln und Zuckermelone

Pavlova, benannt nach Anna Pavlova, einer russischen Ballettänzerin

geschlagener Eischnee und Zucker auf einem Backblech mit Backpapier auslegen und schön mittig drapieren
Jeans schnell trocknen, Heißluft im Herd!