Anfütterungsgebot Chicoree, was geht?

Auch schon für das Wort des Jahres abgestimmt? Bis 3. Dezember ist noch – fast- alles offen, aber ich sag´s gleich, Rettungsgasse liegt ganz weit vorn, naja. So ein Wort des Jahres hat´s ja nicht leicht, einmal geboren, meist teuer geprägt, dann stark strapaziert, oft wiedergekaut und schließlich ausgespuckt. Dann ist es da, das Wort des Jahres. Drum ist Rettungsgasse sich kein schlechter Vorschlag, zuerst mega Kampagne und Erklärungen, ab wann ein Stau ein Stau ist und am Ende hat´s wieder keiner kapiert, wer fahrt nach links, wer fahrt nach rechts, Rettungsgasse, haben das andere Länder schon ausprobiert und warum nicht?, das Wort drängt sich dem Alltagssprachgebraucht auf und wird auch gerne zweckentfremdet und am Schluss wünsch man sich einen Pannenstreifen für die Rettungsgasse. So sind sie die Worte des Jahres, wie auch schon Fremdschämen (2010), Lebensmensch (2008) oder Teuro (2002). Neben Wort des Jahres wird auch Unwort des Jahres, Satz des Jahres und Jugendwort des Jahres vom Institut bestimmt. Das Institut teilt das in eine 3 Kategorien Sprachgesellschaft und ordnet Kabinenparty (Jugendwort 2010, der Sänger Skero ist gute Mitte 40), liken (Jugendwort 2011, dachte Facebook ist nur mehr was für Oldies) und leider geil (eine Abwandlung der Kaufhaus Werbung und dann erst Deichkind) dem Jugendsprachschatz zu. Lieblingsjugendwortvorschlag für heuer: entfrienden (auch ein Facebook-Wort). Ich ergänze mit was geht? und weiter, in der Kategorie Unwort Anfütterungsverbot, ich ergänze mit Anfütterungsgebot und zwar mit meinem Chicoree, was geht?

Mini Chicoree halbieren, pfeffern, und und in Prosciutto wickeln, mit gehackten Knoblauch und Brösel bestreuen und langsam in einer Pfanne auf allen Seiten knusprig braten.
Zur Abstimmung (noch bis 3. Dezember)
Wort des Jahres in den letzten Jahren
Heute vor einem Jahr: Krautfleckerlalarm

Schweinslungenbraten, Darling! ich bin im Kino.

Also ich mag Kostümfilme, Filme mit Schiffen und Booten, Filme in denen Luftmatrazen im Pool ganz langsam aus dem Bild treiben und Filme die ganze Leben erzählen, Filme mit Frauennamen im Titel und Filme mit sozialen Gerechtigkeiten. Dokumentarfilme und Filme mit schöner Filmmusik. Und Österreichische und Deutsche Filme. Ich mag keine Actionfilme, keine Krimis, Filme mit Autos oder Fiction, Filme mit Indianern, Tieren oder U-Booten. Bitte auch keine Filme mit Shoppen, Brautkleid und Schuhen oder Kathrin Heigl. Warum und weil: vor mir liegt das Viennale Programm (Vienna Intertanational Film Festival von 25.10-7.11), und wenn du jetzt nicht Cineast in dem Sinn,  dann also deinen selbstgestrickten Genre-Filter über das Programm legen und das schaut so aus: Augustine im Künstlerhaus, Diamantenfieber im Gartenbau und Starlet im Stadtkino. Zur Filmauswahl gibt es Schweinslungenbraten in Prosciutto gewickelt und kleinen schwarzen Linsen. Hat jemand eine bessere Idee?

1 sauberer trockener Schweinslungenbraten gepfeffert in Prosciutto gewickelt, in Olivenöl langsam rundherum anbraten, mind. 15 min. Kleine schwarze Linsen (Beluga, etc. gibt es von Kresto aufwärts) kurz, das heißt auch nicht länger als 20 min in Salzwasser kochen, abseihen, mit Petersilie und Korianderblättern mischen, ausgerasteten Schweinslungenbraten in Gärung schneiden und auf die Linsen legen. Saft drauf, Schweinslungenbraten, Darling! Ich bin im Kino.