Zwiebelgehämmerte Paprikabrüsterl, #wtf!

Wieso jetzt, kann ich die Zwiebeln für das improvisierte Paprikahendl nicht schnell einfach so vierteln, einmal ordentlich draufhämmern und ab in den Topf?  Irgendwann hab ich das bei den Asiaten schon gesehen, die machen so ihre Woks, ohne immer brav Zwiebelschneiden einmal längs, einmal quer, in der Sommerfrische Küche erlaube ich mir den Spaß. Und schon kommen die Kommentare, das wird dir doch bitter, O-o, wtf, dein Ernst…., usw. Aber ich sag euch was, gar nichts dergleichen, überhaupt nicht bitter, nur halb soviel Arbeit. o.k., das ein oder andere Stück fliegt dir dabei durch die Küche, worauf ich einen Kochlöffel nehme, ihn mit der runden Seite auf das Zwiebelstück lege ein kurzer Schlag mit der flachen Hand, die Zwiebelstücke teilen sich fast wie von selbst und kommen gleich mit 2 dazugehämmerten Knoblauzehen in den heißen Topf mit etwas Butterschmalz und schon glasig schwitzen. Jetzt die Hühnerstreifen rein, eh klar, ganze Hühnerstücke mit Haut und Knochen -schon besser, und ein bisschen mit dazu anbraten. Dann mit 2 Esslöffel Rosenpaprika stauben und gerade soviel mit Suppe (oder nur Wasser) aufgießen bis die Hühnerstücke bedeckt sind. Dazu noch 3 EL Paradeismark, und – ganz wichtig – Schalenstücke einer frischen halben unbehandelten Zitrone, salzen, pfeffern und zugedeckt ca. 1/2 Stunde köcheln lassen. Deckel weg, die Zwiebel haben sich ganz von alleine kleingekocht und jetzt noch bis zu einer sämigen Konsistenz weiterköcheln lassen. Schnell runter in den kleinen Gemüsegarten und ein paar frische Majoranzweige holen, mit Sauerrahm und Spiralinudel ein feines Essen für die Kinderbande.
Hier noch ein richtiges Papirkahendl mit Haut und Knochen und Nockerln, so wie es auch schon einmal sehr gut war.

Zutaten für 8 Kinder (oder 4 Erwachsene):
6 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
6 Bio Hühnerbrüste
2 EL Rosenpaprika – wenn geht vom Pinterits
4 EL Paradeismark
Nudeln oder Nockerl
Sauerrahm, frischer Majoran

Free-Style-Nussstrudel aus meiner #sommerfrische Küche

In der Sommerfrische WG geht’s schon richtig zu. Kurz bevor die Ruckerl Familie mit ihren ulkigen Ledersegelstiefel, Bocciakugeln und Wanderpellerinen abreist und sich noch einmal so richtig schön in die Autortüre fahren lässt, und die Hammerischen mit Designer-Tisch-Grill, Ordination und neuen Sportgeräten anreist, verkündet die Uli: heuer macht sie nur mehr das, was SIE will. Den Vorsatz gibt es zwar schon seit Silvester, kann aber nicht oft genug betont werden. Zu dem “was sie will” gehört diesmal, jeden Tag was aus Germteig machen, solange bis sich ihre Sommerfrischeentspannung so richtig einstellt. Begonnen mit einem hervorragenden Reindling, den besten selbst gemachten Germknödeln steht bald Pizza und Briochezopf am Plan. Die Sommerfrische WG verträgt bei ihrer Personenanzahl täglich mehrere Backwerke und dankt es mit zurückgebrachten, sauber gewaschenen Backblechen und Kuchenformen, die je nach Familienzugehörigkeit vor die jeweiligen Türen zurückgestellt werden und um nächsten Einsatz betteln. Bin dabei, und diese Kastenform war es, die mich auf die Nussstrudelidee gebracht hat und vereinfache dieses ich.koche Rezept “free style”. Ich rühre ein Dampfl aus der halben frischen Germ, dem halben Mehl, etwas Zucker, 1 Ei und dem Glas Milch, rühre es mit den Lockenrührstab (Trick: nur einen Rührstab verwenden, verhindert, dass Germteig beim mixen nach oben wandert und den Mixer verklebt) nach 15 Minuten “gehen lassen” mit den restlichen Zutaten für den Teig zusammen und stelle die Schüssel nochmal für eine 1/2 Stunde zum “gehen lassen” an einen warmen Platz.
Die ganzen Nüsse reibe ich mit meinem neuen schwarzen “Star Dreck” Multiquick, dieses schnurlose Küchenwunder und mische die Nüsse mit Kristallzucker, Milch und einem Stamperl Rum. Kein Zimt, keine Rosinen, da steht die Sommerfrische WG nicht so drauf.

Ein Blatt Backpapier gut bemehlen, den Germteig darauf mit den flachen Händen zu einem Rechteck drücken, die Nussfülle darauf verstreichen, einrollen und in die gebutterte Kastenform vom Papier rutschen lassen. Mit einem verquirlten Ei bestreichen, nochmal 15 Minuten “gehen lassen” bis Form voll. Bei 180 Grad im Backrohr lt. Rezept  40-50 Minuten backen.

Zutaten Germteig:
1/2 Würfel frische Germ
250 g glattes Mehl
3 EL Kristallzucker
120 ml Milch
2 EL weiche Butter
1 Ei

davon ein Dampfl: lauwarme Milch, Butter, Ei mit Germ und der halben Mehl und Zuckermenge verrühren und 15 min gehen lassen.

Für die Nussfüllung:
250 g frisch geriebene Walnüsse
100 g brauner Kristallzucker
110 ml Milch
Zimt, Rum, (Rosinen)

Morgen ist Mohn dran und der Brioche Zopf wird verschoben.

Mehr Rezepte aus der Sommerfrischeküche:
Vitello Tonnato
Kaspressknödel
Falscher Hase
Ribiselfleck
Kirschenkuchen

Dieser “Star Treck Multi” ist von Braun, heißt Multiquick 9 und das Steilste was es in diesem Segment grad zu kaufen gibt. Schnurlos und Schwarz püriert, hexet, mahlt und crusht und zerkleinert er alles!

Vitello Tonnato und denk mir “so”

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Samstag ist im Sommerfrischedorf immer An- und Abreisetag. Rundherum. Nebenan, in der schwer pelargonienbehängten Seepension mit ihrem alpenschicken Fassadengesicht, erscheint die Wirtin, in ihrem Griaß-Euch-Pfiat-Euch- Dirndl und hält Parade ab. In der Saison ist das so. Da wird die neue blasse Anreise vor dem Haus empfangen,  und die braune erholte Abreise lautstark verabschiedet. Große Bewegung in den Receptionen, Waschküchen, Parkplätzen und bei der Gemeindeabgabe. Same procedure as every Saturday: mit gefuchtelten Gesten, dass sich die Schinkenärmel ihrer Dirndlbluse aufblähen wie zwei Paragliderschirme, hat die Pensionswirtin ihr  ois, ois Guade, bleibens gsund, bis zum nechsten Joar, an schen Sommer no, Aufwiiiiiiiiiiiiedersehen, pfiat euch und immer wieder Aufwieeeeedersehn, so schön drauf, bis sich ihr Goda freut. Kaum ist die Abreise ums Eck gebogen, heißt es “so” und die Pensionswirtin verschwindet zurück in ihre Seepension.
Das alles beobachte ich von meinem Ausguck aus, ess die wunderbaren Reste meines Vitello Tonnatos, quasi dem alljährlichen, rituellen Abschiedsessen, bevor die Bullerbü-Freunde wieder nach Hause fahren, immer Riesenparty, immer Vitello, bevor zum Abreisetag das Geschirr, die Bücher, die Ladekabeln und Spielsachen auseinander dividiert werden, ich hab mein Dirndl an, schau zu den vielen Paraglider rauf  und denk mir “so”.
Vitello Tonnato:
Eine ganze Kalbsnuss (ca. 1-1,5 Kilo) in einen heißen Sud aus 1/2 l Wasser, 1/2 l Weisswein, 1 Stangensellerie, 4 Lorbeerblätter, Salz und Pfefferkörner legen. Ca. 40 Minuten schwach köcheln. Im Sud auskühlen lassen, hauchdünn quer zur Faser aufschneiden und mit dem Tonnato, aus Mayonnaise (2 Dotter, 1/4 Liter neutrales Sonnenblumenöl) und 4 pürrierten neutralem Thunfisch aus Dosen übergiessen. Mit Kapern toppen.

10 Dinge inklusive Peperonata

10 Dinge die ich heute erfahren habe:
1.) die an-sich- selbst-herunterfotografieren-Schnappschüsse- ein quasi Fototrend auf Instagram – heißen”fromwhereistand” – siehe #fromwhereistand
2.) wie man zu Foto´s sagt, die man von sich selbst im Spiegel schießt, weiss ich immer noch nicht
2.) alle essen derzeit kalte Salate oder überhaupt alles MIT Melone – nach dem Motto …Baby, schneid die Melone auf – siehe meine neue Playlist
3.) Miss Ellie Kleidchen sind auch keine Lösung
4.) auf den Winter folgt der Sommer
5.) nicht einmal eine zehntel Sekunde lang ohne Parkticket in der Kurzparkzone stehen
6.) ehrgeizig sagt man nicht
7.) Das Parlament prüft nun die Umbenennung in Pallament
8.) alle gehen ins Bad, nur ich nicht
9.) Lindenblütenpflücken ist eine Sache, was draus machen eine Andere
10.) die einfachste Art eine gute Peperonata zu machen ist diese hier:

Paprika waschen, entkernen und vierteln, einige ganze geschälte Knoblauchzehen und Lorberrblätter dazugeben, ganz langsam in Olivenöl braten – soll nicht braun werden – zudecken oder mit Alufolie abdecken, bis sie ganz weich sind. Auskühlen lassen, mit Balsamico Essig, Salz und Pfeffer würzen. Mit Brot oder mit Melone als kühlender Salat essen.

Peperonata

Vitello Tonnato

Wenn ich zur Einweihung des neuen Grillers ein Vitello Tonnato mach, liegt das nicht am Griller, sondern am Vitello Tonnato!

Eine ganze Kalbsnuss (ca. 1 Kilo) in einem Sud aus Wasser, 1/4 l Weisswein, Lorbeerblatt, Pfefferkörner, Stangensellerie und Wurzelwerk 40 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen, gut darin auskühlen, herausheben, so fein als möglich aufschneiden und mit einem kalten Tonnato (Mayonnaise aus 2 Dottern, 1/4 l Öl, Salz, Pfeffer und 2 pürierten NEUTRALEM (nicht in Öl) Dosenthunfisch) übergiessen. Abgeseihte Kapern drüber, kalt stellen.

Varianten:
statt Kalbsnuss funktioniert auch gekochtes Hühner – od. Putenfleisch, aber auch Schweinslungenbraten gut!

Tipp:
Fleisch im Sud wirklich ganz auskühlen lassen und quer zur Faser mit scharfem Messer schneiden, sonst wird das Ganze fasrig.
Das Tonnato mit dem Vitello marinieren lassen, abdecken und kalt stellen.

Zutaten:
1 Kalbsnuss
1 Strauß Stangensellerie
1 Wurzelwerk
2 Lorbeerblatt
Pfefferkörner
1/4 Weisswein
1 Glas Kapern
2 Dosen Thunfisch NEUTRAL
2 Dotter
1/4 l ÖL (hier Mazola Maiskeimöl)

 Vitello Tonnato Vitello Tonnato Vitello Tonnato Vitello TonnatoVitello Tonnato