Sommerfrisch gefüllte Paprika

Fast auf den Tag genau, vor 50 Jahren bedankt sich der Künstler Alfred Gerstenbrand für die gefüllten Paprika mit einer schnellen Skizze ins Sommerfrische Gästebuch meiner Großeltern, ja wirklich. Toller Künstler, perfektes Sommerfrischegericht, damals wie heute. Hat bei Kolo Moser und Hoffmann in Wien an der Akademie studiert, Klimt und Freud karikaturiert, aber aus Zweifel an seiner Begabung als Beamter im Ministerium gearbeitet, oarg. Im Sommer hat es ihn in die Malerkolonie Zinkenbach an den Wolfgangsee gespült. Dort hat er seine Liebe zu Sankt Gilgen und den großzügigen Einladungen meiner Großeltern entdeckt, er blieb. Bewohnte ein Blockhaus, so alleinstehende wie er selbst, hat er sich extra aus Schweden kommen und aufbauen lassen. Steht direkt unter der Wäscheleine meiner Bikinis, von meinem Balkon aus gesehen. Gegen sonstige Verköstigungen hat er die Wände der umliegenden Wirtshausstuben bemalt, was ihm den Titel “Wirtshausmaler” einbrachte. Motive waren lustige Besäufnisse, dralle Bauerntänze, schnürlverregnete Kirtage aber auch Gäste wie Clark Gable, die Dietrich und Susi Nicoletti. Er selbst hat sich stets mit verewigt und ist im Wimmelbild an der Wand immer schnell zu finden. So, das Gästebuch ist neuerdings bei mir gut aufgehoben, die gefüllten Paprika also kein Zufall und eins weiß ich jetzt schon, wir werden mit dem Gerstl – wie sich der Künstler von engen Freunden hat nennen lassen – noch viel Freude haben!

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Zutaten

6 bunte Paprika

500 g gemischtes Faschiertes (Schwein und Rind)

2 altbackene Semmeln

1 Ei

Salz, Pfeffer, frische Kräuter (Zitronentymian)

1 Kilo reife Paradeiser

2 Zwiebel

2 Knoblauchzehen

Zubereitung

Die Zwiebel schälen, würfeln und mit den zerdrückten Knoblauchzehen etwas Öl anschwitzen, mit dem Faschierten, den Gewürzen und den in Wasser eingeweichten und gut ausgedrückten Semmeln mit der Hand gut durchmischen. Paprikastrünke wie Deckel herausschneiden, das Innere herausputzen, waschen, locker  füllen und wiederverschließen. In einer ofenfesten Form mit etwas Öl im Backofen eine Stunde bei 160 Grad braten. Für die Sauce die Paradeiser blanchieren, Haut abziehen, weichdünsten, über die Paprika gießen und weitere 30 Minuten mitbraten. Dazu passen sehr gut kleine gekochte Erdäpfel mit Butter und Salz.

Kopfsprung mit Kohlrabi

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Der Antiquitätenhändler ist soeben mit Familie angereist und kommt gleich an den Strand zum Hallo sagen. Ja was glaubst du, in der Sommerfrische am Strand, ist wie beim Skifahren in der Hütte, alle immer gleich gut drauf, alle immer gleich per du. Hier mischen sich lustig die Einheimischen mit den Sommerfrischlern, die Sportlichen und die nicht so, die “Angst vor Schwan” mit  den “ferngesteuerte Boote Fahrern” die “Stühle, Picknicktasche und Sonnenschirm” mit den nur “Handtuch,Tätowiert und Rauchen” wie in einem Wimmelbild aus einem vintage Kinderbuch. Außerdem wenn alle in Bikini und Badehosen, kann keiner mehr was verbergen. An den Körpern siehst du gleich wie das Jahr für jeden gelaufen ist.  Er ist heute neben mir aufgewacht, sagt der Antiquitätenhändler, aber ich weiß gleich wie er das meint, das #lotoflove Kochbuch wurde von der Landlady einfach nur gut dort platziert- wie in den anderen Wohnungen auch – sind doch einige Rezepte drin, die hier im Sommerfrische Haus entstanden und ja, das Thema würde auch ein ganz neues sehr gut befüllen!  Am Weg zum Köpfler vom Steg daten wir noch ein paar Rezepte ab und er hat dieses andere Kochbuch noch mit, das er mir später zum Schmökern vorbeibringen will. Vom Strand retour geht es vorbei am sehr gepflegten Gemüsegarten, ich köpfle dort auch noch mal rein und hol mir diesen einen großen Kohlrabi, der ganz frisch abgeschnitten für diese Vorspeise fällig ist. Der Kohlrabi wird dabei nur geschält, ganz dünn in Scheiben geschnitten, leicht eingesalzen, mit Olivenöl mariniert, Zitronensaft drüber,frische Dillzweige und geröstete Haselnüsse, die vorher mehr rough als fein zerkleinert werden. Und wenn du vom Köpfeln noch Wasser in den Ohren gehabt hast, beim Auftauchen aus diesem Salat nicht mehr.

Ein sommerfrisches Willkommensessen

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Die Sommerfrische startet heuer deutlich ruhiger und entspannter als die Jahre zuvor. Erstmals nur mit der Hälfte an plattlvollen Ikea Taschen angreist, also 6 statt 12. Das Material für Bewerbe beim LWSC (die Beschreibung für unseren amateurhaften Lauf -und Wassersport-Spassverein) St. Gilgen haben sich für mich auch reduziert, alles wegen dem neuen Kreuzband. Auch keine 1.000 Räder, Scooter, Penny Boards und was weiß ich und überhaupt, erstmals ganz ohne Kinder. #wienberlin kommt in ein paar Tagen direkt und der Teenager auf Sprachkurs, wo sonst. Die “Best of 2017″ Dirndln gehen gleich so am Kleiderhaken mit und, geh, fahr ma doch schon am Attersee ab und schauen beim Fischer Scheichl vorbei. Ein Glück, er reicht am Freitag bis 17 Uhr die Fische durchs Fenster, juhu! Geräucherte Fische gehen ja immer, die halten Tage, und weißt was, 4 so kleine Reinanken und 4 Forellen im Ganzen bitte. Denn die  Mizzis und die Schöllis reisen ja auch an und das traditionelle Willkommensessen muss wegen geschlossener Gesellschaft im Gasthof zur Post sowieso verlegt werden. Warum nicht gleich auf unsere Veranda, die Eröffnungs- Fische-Tart ist schon einmal sehr gut angekommen. Die ganze Fische danach im Papier machen sich von alleine.

Zucchini-Fisch-Tarte

Zutaten: 1 fertiger Quiche-Teig, rund, 4 mittlere Zucchini, Filets von einem geräucherten Fisch, 300 g Ziegenfrischkäse, 1 Becher Sauerrahm, 2 Eier, 3 EL geriebener Kren, Salz, Pfeffer, frische Kräuter, 1 Hand voll Pinienkerne

Zubereitung

Eine runde Form mit dem Teig auslegen, Boden mit Olivenöl beträufeln, 4 Zucchini waschen und mit dem Spar-Schäler rundherum bis auf die Kerne in der Mitte in Streifen hobeln, diese Rund von außen nach innen in die Form legen, dazwischen Stücke vom geräucherten Fisch verteilen, mit den verquirlten Eiern, Frischkäse, Rahm und Kren übergießen, würzen und bei 170 Grad eine Stunde im Rohr backen. Darüber geröstete Pinienkerne, frische Kräuter und Olivenöl toppen.

Salzkammergut Fische im Papier

Zutaten: fische im Ganzen, ausgenommen, Butter, frische Kräuter, Salz, Pfeffer, Zitrone, 1 kleiner Paradeiser

Zubereitung

jeder Fisch im Ganzen salzen, pfeffern, den Bauch mit frischen Kräutern und einem Stück Butter und Zitronenstücken füllen, ein kleiner geviertelter Paradeiser dazu, in Backpapier einpacken und am Backblech im Rohr bei 160 Grad ca. 20 Minuten bei 160 Grad garen.

Erst Sieden, dann Senken! Meine Salzkammergut Bouillabaisse

Der Yachtclub in St. Gilgen, wo soll ich nur anfangen. Der traditionsreiche Segelclub am Wolfgangsee hat in seinem 115 jährigen Bestehen schon Olympiasieger und einige Weltmeister – wie erst vor 3 Wochen wieder einen – hervorgebracht, liegt idyllisch im Mozart-Ort eingebettet in einer geschützten Bucht nächst Badehaus und Minigolf. An prächtigen Sommertagen glitzert der See wie nur, flattern die weißen Segel der Boote – wie Schmetterlinge am Fliederbusch – nervös zur Ausfahrt, man wartet, kommt der Brunnwind oder kommt er nicht. Die strengen Hierarchien, Oahoamische vor Sommerfrischler, Regattenfahrer vor Schönwetterfahrer, Holzbootbesitzer vor Plastikbootsbesitzer, höhere Yardstickzahl vor kleinerer Yardstickzahl, Silberrücken vor Angelhasen, Laut vor Leise immer schön eingehalten. Das und mehr beobachte ich unweigerlich, sagen wir seit meiner Kindheit, von meinem Veranda-Ausguck aus, gehe dort – siehe Gründe vorhin – seit Jahrzehnten inkognito ein und aus und wenn´s passt wird selbst mit dem Boot ein bissl ausgefahren, hin und wieder in der Kantine Kaffee oder Eis gekauft, die Kinder manchmal auch gebackene Putenbruststreifen auf Salat, mehr gab´s dort nie. Dann im Frühjahr der Knaller, Jürgen Wolf vom gerne frequentierten Wiener Gasthaus Wolf übernimmt das Yachtclubrestaurant in St.Gilgen, ja gibt´s denn so was. Wir sofort als Wien-Delegation zum Antrittsbesuch, extra Tisch auf “Yachtclub St.Gilgen” bestellt und wirklich sehr gutes Beuscherl. Der Wirt hat sich nicht sehen lassen, wir konnten uns nicht zu erkennen geben, aber der Sommer sollte kommen und mit ihm die schönen Ankündigungen über den neuen Wirt am See, wie hier zum Beispiel im Rondo. Genau, diese Fischsuppe, die koch ich ja auch so gerne, wie ich mich schon gefreut hab, sie mit dem neuen Yachtclub-Wirten in dieser wirklich sehr coolen Sommerfrische Version einer Bouillabaisse besprechen zu können, wo ich doch so nah und so oft und die Neugierde, warum gerade er und vor allem dort? Gut der Einstieg war nicht optimal, die vielen Regatten, immer Ausnahmebetrieb, kleine Karte mit Toast und Caprese wie immer, dann wegen Schlechtwetter wieder nur kleine Karte mit Toast und Caprese wie immer, dann schon wieder voller Vorfreude hin und Ruhetag (!) mitten in der Hochsaison, es ist verflixt, wo sind jetzt die gelobten Kochkünste, wo ist jetzt bitte der Wirt, der Sommer geht doch bald vorbei.

Was die Suppe betrifft, kein Problem, die hab ich jetzt schön öfter selber gemacht, immer mit weißen süßen Zwiebel, jungem Fenchel aus dem Garten, frischen Fischen vom Fuschlsee daneben. Immer selber filetiert, die Karkassen mit einer Zellenknolle mit Grün vom Schrannenmarkt ausgekocht, im Sud erkalten lassen, das Gemüse damit aufgegossen, etwas Weisswein und Safran zuerst “bouille” gesiedet und erst ganz am Schluss die Fischstücke ohne Haut darin “baisse” versenkt. Das Rezept funktioniert immer und einfach, auch wenn einmal die Zucchini sie Suppe ganz schön grün gefärbt haben, aber immer top Salzkammergut-Fische-Feeling. Dazu ein Weissbrot ganz dünn im Rohr getoastet mit einem fein geknebeltem Aioli (siehe HIER).

Einen Abend haben wir noch, vielleicht schaff ich´s ja zum Ende der Sommerfrische doch noch auf einen Fischsuppenaustausch und eine Kostprobe beim Herrn Wolf in die Yachtclubkantine zum Sieden und Senken.

Zutaten

  • 4 ganze Fische (Forellen, Saiblinge oder Reinanken), ausgenommen
  • 1 kleine Zellerknolle mit Grün
  • 1/4 Weisswein, 2 Lorbeerblatt, Pfefferkörner, 1 Schuss Wermut (Noilly Prat)
  • 2 Knollen Fenchel (event.  Zucchini wie in diesem Mal, macht aber Suppe grün…)
  • 1 milde weiße Zwiebel
  • 1 TL Safranfäden

Zubereitung

Fische filetieren und enthäuten, Filets kühl stellen.

Einen Topf mit ca. 1,5 Liter Wasser, Zellerknolle, Grünzeug, Weisswein und Gewürze zum Kochen bringen, Fischkarkasse und Häute darin ca. 30 Minuten auskochen, vom Herd nehmen und im Sud erkalten lassen.

Zwiebel und Fenchelknolle ohne Strunk in feine Ringe schneiden, in wenig Olivenöl anschwitzen, mit Weisswein und Wermut löschen, kurz einkochen, mit Fischfond aufgießen, Safran kurz aufkochen und kurz vor dem Servieren die frischen Fischfilets darin kurz ziehen lassen, nicht mehr aufkochen.

 

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Clubrestaurant

 

Marillinger, gut wie nie

Sommerfrische Marillinger Sommerfrische Marillinger  Sommerfrische MarillingerSommerfrische Marillinger   IMG_9567Sommerfrische MarillingerSommerfrische Marillinger

Da ist sie endlich, die Sommerfrische und Melrose Place in se Salzkammergut ist komplett. Zuerst ist die Schöllhammerische Sippe angereist. Ihr Bikini Inspektor ist nun auch in der Mitte seiner Teenager-Jahre angekommen und hat 5, nein 7 Teenagerfreundinnen und Freunde mit Schlafsäcken, Bose Boxen und Immerhunger dabei. Selbstverständlich sind wir uns der Verantwortung bewusst und haben gleich einmal, zur Verstörung der anderen Zauner-Gäste an der Esplanade von  Bad Ischl über herkömmliche und alternative Verhütungsmethoden referiert nach dem wir uns ausgerechnet haben,  daß wir schon lange in dem Alter! Von den Mizzis war Marcus mit dem Fahrrad der Erste. Alle haben seine Wahnsinnstour von St.Valentin durchs Gesäuse bis eben an den Wolfgangsee auf Runtastic mitverfolgt, jetzt hängen in der Waschküche abstrakte Gebilde von Funktionskleidung an Schaumstoffverstärkungen und er ist sehr sehr müde. Gestern dann endlich auch die Damen im Auto, die sich prompt verfahren haben weil irgendwelche Missverständnisse mit der Navigation, obwohl eh erst 1000 Mal hier  und fast wären sie zu spät zum Marillinger gekommen, den ich als Willkommenskuchen für sie ins Rohr geschoben hab. Denn der Marcus ist nach seinem Strandschläfchen hungrig aufgewacht wie Ab durch die Hecke, die Schöllhammerische hat´s schon im Stiegenhaus gerochen und kam schnurschtrax zum Kaffeetschi, der Wochenendbesuch, ausgehungert von so viel Japan-Reise-Erzählung bei Segelausflug mächtig scharf auf den österreichische Mehlspeisenrenner. Wollten kaum die Anreise abwarten und haben sich – wie es sich ja auch gehört – gleich auf den noch lauwarmen Kuchen gestürzt. Das muss ich jetzt schon zugeben, es war der mit Abstand beste Marillinger der mir je gelungen ist, ja. Aber was war anders: ich hab die Eier getrennt (!) was ich – bis heute –  in einer Art roughen Überschätzung als etwas für Spiesser abgetan. Dann das vierterl Butter an der schönen Salzkammergutsonne am Fensterbankern langsam dahinweichwerden lassen. Hab den Teig gleich in die ausgebutterte Riess-Form gespachtelt und gar nicht blechputzfaul das Backpapier weggelassen. Was noch? Kein Stäuberl Backpulver verwendet, das war nämlich aus und natürlich die Marillen. Jetzt sind sie eben am Besten. Vom Marillenkuchen war jedenfalls genug für alle da, die Damen sind gut angekommen, die TeenagerInnen wieder abgereist, ich geh besser noch Laufen, denn am Abend folgt das nächste Highlight: die Salzkammergut-Fischsuppe, in Kürze hier zu lesen!

Zutaten (gleichschwer)

So schwer wie 4 Eier (meistens 250 g), Butter, glattes Mehl, Staubzucker

Zubereitung

Backrohr auf 160 Grad Ober/Unterhitze vorheizen. Eier trennen. Eiklar mit der Hälfte des Zuckers steif schlagen. Weiche Butter mit dem Rest des Zuckers schaumig rühren und Dotter nach und nach dazu. Die beiden Teilmassen in die größer der beiden Schüsseln mit einer Teilspachtel (nicht mehr mixen) zusammenführen und das Mehl einsieben. Kuchenform mit den Resten von Butter die noch am Butterpapier klebt auswischen, Teig gleichmäßig darauf verteilen und Marillenhälften mit der Innenseite nach oben auflegen. Bei 160 Grad ca. 50 Minuten backen. Mit Staubzucker bestreuen.

Paula.Anton.Ludwig.Ludwig.Anton und ein Topfenmarillenkuchen

Palla, wie Paula, Anton, Ludwig, Ludwig, Anton buchstabiert die Uli nochmal ins Telefon rein, nicht Haller. Wir glauben, wenn wir immer auf den einen, und zwar den kürzesten unser aller Familiennamen einen Tisch für – wart, wieviel sind wir heute – ja, eh nur 12, bestellen, dann einmal checken die in der Bucht, dass wir eigentlich ganz passable Gäste, so oft wie wir über den ganzen Sommer und die ganzen Jahre schon dort hingehen. Schönste Bucht, tollste Karte, Alles vom Fisch, Essen wie die Firmlinge, trinken wie die Junggesellen, kommen früh und bleiben lang, Rechnungsbons wie Küchenrollen.
Gern Frau Thaler – schon wieder! – sagt die Dame am Telefon, also in der Jagdstube, nein heute geht nur mehr Teestüberl, und keine Hunde, keine Raucher. Also 12 für halb 8 und bitte noch eine Nummer für die Rückbestätigung, man weiß ja nie. Gern Frau Thaller, dann im Teestüberl. Die Uli schaut zu mir rüber, ich zu ihr, wieso jetzt Teestüberl wissen wir beide nicht. Gleich darauf der Rückruf, geht in Ordnung Frau Haller, wir verbessern wieder auf Palla, diesmal mit Betonung auf dem letzten a, geht in Ordnung Frau Thaler – hhhn – , im Seestüberl, achso wir verstehen immer Teestüberl, da kann sie jetzt aber auch nichts machen. Reden wir aneinander vorbei? Du immer der Sommerfrischler, der aus der Stadt, der in der Dirndlverkleidung, der Schönwetteresser und plötzlich riecht es fast schon ein bissl verbrannt, Himmel, der Topfenmarillenkuchen gehört schleunigst aus dem Backrohr, ist ja schon sehr sehr braun. Gut auskühlen lassen, Staubzucker drüberstreuen, schmeckt ausgezeichnet Frau Palla, sagt die Uli, das nächste Mal bestellen wir den Tisch in der Bucht eben auf Sacher oder Zauner.

5 ganze Nuller Eier mit 180 g Kristallzucker sehr schaumig schlagen,  3 Becher fetten Bio Topfen unterrühren (750g), 2 EL Mehl unterheben. Teig in eine ausgebutterte, mehlbestaubte Springform füllen, ca. 10 kleine Marillen halbieren, reinstecken, 50 Minuten bei 175 Grad backen. Gut auskühlen lassen, je dünkler, umso mehr Staubzucker drauf ,-))
Grundrezept für Topfenkuchen
Topfenknödel mit Zwetschkenröster

So was Liebes, diese #sommerfrischen Zucchini mit Blüten dran

Du kannst gar nicht zur Hammerischen in ihren Sommerfrischebungalow, ohne an ihrem Gemüsegarten vorbei zu gehen, wo gerade Menübesprechung. Denn, wenn in unserer WG einmal nicht gegessen wird, wird zumindest vom Essen gesprochen, Ideen für das nächste Essen zusammengetragen, was weg muss, gepflückt, gesammelt oder dazugekauft und vor allem, wer in seinem Eiskasten noch Platz hat, die Getränke einzukühlen, es wird immer eng. Die Germteig Uli klopft an die Tür, ihre Buchteln sind fertig. Sie ist zwar noch im Pyjama, aber die Vanillesauce dazu können wir auch schon haben. Wie wir das aushalten, fragt jetzt der Gernot, maximal 2, längstens 3 Tage, dann kann er nicht mehr, der Asket, der super Sportler, das ist ihm zu viel Essen. Schon, zuhause isst er sehr gerne Pasta mit Pesto. Ja, das mag ich auch sehr, magst du dein Pesto so richtig mir Basilikum und Pinienkernen, oder mehr die Petersilie und Walnuss Variante (siehe auch Rezept Pesto aber Presto), Gernot? Weiß er gar nicht, kommt immer aus dem Glas. Aber soviel essen, nein, das kann er nicht. Wobei ja so, die Sommerfrischlinge, die Besucher immer der gleiche Anfängerfehler, essen gleich immer die Berge, sind schon zwischen der ersten und zweiten Vorspeise satt, immer gleich so einen Appetit bei der Pracht.
Die Menübesprechung hat für mich heute keine neue Aufgabe, jeder kocht schon was, ich heut Pause. Beim Rausgehen, wieder am Gemüsegarten vorbei, nein, so was liebes, diese kleinen Zucchini mit den Blüten dran. Da kann ich nicht vorbeigehen, pflück mir ein paar, fülle sie mit Mozzarella und Kräuter, kleiner Zwischengang, dem Gernot wird´s schmecken, wetten?

Zutaten:
6 kleine Zucchini mit Blüten
1 Mozzarellakugel
frische Kräuter wie Salbei und Zitronenthymian, Salz, Pfeffer, Olivenöl
Stempel aus Zucchiniblüten entfernen, Mozzarella klein würfeln und Kräuter hackeln, Blüten damit vorsichtig füllen, feuerfeste Form mit Olivenöl beträufeln, Zucchini rein, Olivenöl drüber, grobes Salz und bei 160 Grad ca. 30 min backen.

Zwiebelgehämmerte Paprikabrüsterl, #wtf!

Wieso jetzt, kann ich die Zwiebeln für das improvisierte Paprikahendl nicht schnell einfach so vierteln, einmal ordentlich draufhämmern und ab in den Topf?  Irgendwann hab ich das bei den Asiaten schon gesehen, die machen so ihre Woks, ohne immer brav Zwiebelschneiden einmal längs, einmal quer, in der Sommerfrische Küche erlaube ich mir den Spaß. Und schon kommen die Kommentare, das wird dir doch bitter, O-o, wtf, dein Ernst…., usw. Aber ich sag euch was, gar nichts dergleichen, überhaupt nicht bitter, nur halb soviel Arbeit. o.k., das ein oder andere Stück fliegt dir dabei durch die Küche, worauf ich einen Kochlöffel nehme, ihn mit der runden Seite auf das Zwiebelstück lege ein kurzer Schlag mit der flachen Hand, die Zwiebelstücke teilen sich fast wie von selbst und kommen gleich mit 2 dazugehämmerten Knoblauzehen in den heißen Topf mit etwas Butterschmalz und schon glasig schwitzen. Jetzt die Hühnerstreifen rein, eh klar, ganze Hühnerstücke mit Haut und Knochen -schon besser, und ein bisschen mit dazu anbraten. Dann mit 2 Esslöffel Rosenpaprika stauben und gerade soviel mit Suppe (oder nur Wasser) aufgießen bis die Hühnerstücke bedeckt sind. Dazu noch 3 EL Paradeismark, und – ganz wichtig – Schalenstücke einer frischen halben unbehandelten Zitrone, salzen, pfeffern und zugedeckt ca. 1/2 Stunde köcheln lassen. Deckel weg, die Zwiebel haben sich ganz von alleine kleingekocht und jetzt noch bis zu einer sämigen Konsistenz weiterköcheln lassen. Schnell runter in den kleinen Gemüsegarten und ein paar frische Majoranzweige holen, mit Sauerrahm und Spiralinudel ein feines Essen für die Kinderbande.
Hier noch ein richtiges Papirkahendl mit Haut und Knochen und Nockerln, so wie es auch schon einmal sehr gut war.

Zutaten für 8 Kinder (oder 4 Erwachsene):
6 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
6 Bio Hühnerbrüste
2 EL Rosenpaprika – wenn geht vom Pinterits
4 EL Paradeismark
Nudeln oder Nockerl
Sauerrahm, frischer Majoran

Free-Style-Nussstrudel aus meiner #sommerfrische Küche

In der Sommerfrische WG geht’s schon richtig zu. Kurz bevor die Ruckerl Familie mit ihren ulkigen Ledersegelstiefel, Bocciakugeln und Wanderpellerinen abreist und sich noch einmal so richtig schön in die Autortüre fahren lässt, und die Hammerischen mit Designer-Tisch-Grill, Ordination und neuen Sportgeräten anreist, verkündet die Uli: heuer macht sie nur mehr das, was SIE will. Den Vorsatz gibt es zwar schon seit Silvester, kann aber nicht oft genug betont werden. Zu dem “was sie will” gehört diesmal, jeden Tag was aus Germteig machen, solange bis sich ihre Sommerfrischeentspannung so richtig einstellt. Begonnen mit einem hervorragenden Reindling, den besten selbst gemachten Germknödeln steht bald Pizza und Briochezopf am Plan. Die Sommerfrische WG verträgt bei ihrer Personenanzahl täglich mehrere Backwerke und dankt es mit zurückgebrachten, sauber gewaschenen Backblechen und Kuchenformen, die je nach Familienzugehörigkeit vor die jeweiligen Türen zurückgestellt werden und um nächsten Einsatz betteln. Bin dabei, und diese Kastenform war es, die mich auf die Nussstrudelidee gebracht hat und vereinfache dieses ich.koche Rezept “free style”. Ich rühre ein Dampfl aus der halben frischen Germ, dem halben Mehl, etwas Zucker, 1 Ei und dem Glas Milch, rühre es mit den Lockenrührstab (Trick: nur einen Rührstab verwenden, verhindert, dass Germteig beim mixen nach oben wandert und den Mixer verklebt) nach 15 Minuten “gehen lassen” mit den restlichen Zutaten für den Teig zusammen und stelle die Schüssel nochmal für eine 1/2 Stunde zum “gehen lassen” an einen warmen Platz.
Die ganzen Nüsse reibe ich mit meinem neuen schwarzen “Star Dreck” Multiquick, dieses schnurlose Küchenwunder und mische die Nüsse mit Kristallzucker, Milch und einem Stamperl Rum. Kein Zimt, keine Rosinen, da steht die Sommerfrische WG nicht so drauf.

Ein Blatt Backpapier gut bemehlen, den Germteig darauf mit den flachen Händen zu einem Rechteck drücken, die Nussfülle darauf verstreichen, einrollen und in die gebutterte Kastenform vom Papier rutschen lassen. Mit einem verquirlten Ei bestreichen, nochmal 15 Minuten “gehen lassen” bis Form voll. Bei 180 Grad im Backrohr lt. Rezept  40-50 Minuten backen.

Zutaten Germteig:
1/2 Würfel frische Germ
250 g glattes Mehl
3 EL Kristallzucker
120 ml Milch
2 EL weiche Butter
1 Ei

davon ein Dampfl: lauwarme Milch, Butter, Ei mit Germ und der halben Mehl und Zuckermenge verrühren und 15 min gehen lassen.

Für die Nussfüllung:
250 g frisch geriebene Walnüsse
100 g brauner Kristallzucker
110 ml Milch
Zimt, Rum, (Rosinen)

Morgen ist Mohn dran und der Brioche Zopf wird verschoben.

Mehr Rezepte aus der Sommerfrischeküche:
Vitello Tonnato
Kaspressknödel
Falscher Hase
Ribiselfleck
Kirschenkuchen

Dieser “Star Treck Multi” ist von Braun, heißt Multiquick 9 und das Steilste was es in diesem Segment grad zu kaufen gibt. Schnurlos und Schwarz püriert, hexet, mahlt und crusht und zerkleinert er alles!

auf #sommerfrische: Fische vom Franz, nicht Fritz

Bist du einmal auf Sommerfrische im Salzkammergut, oder auch nur so, und fährst am Salzburger Fuschlsee entlang, dann biege doch bitte beim Schloss Fuschl ab. Dort hast du nach ca. 300 Meter 2 Möglichkeiten, nach links in das piekfeine Schlosshotel mit Golfplatz, Goldlöffel, Kaffe und Kuchen oder nacht rechts, in die kleine Schlossfischerei  mit Räucherkammer, Zillenschifffahrt und Ad-Hoc Verzehr.  Dort ist der Oberfischer Franz mit seinem Fischeverkauf zuhause, hat sehr sehr geile Fische frisch aus dem Becken oder See gefangen, von denen einige zart über Buchenschnitzel geräuchert werden, zum Mitnehmen oder Gleichessen.
Gerade werden 1-2 Kilo Lachsforellen filetiert, Trick gibt es keinen, Übung macht den Filetiermeister. Auch gut, mir ist so ein Bursche im Ganzen ohnehin lieber. Franz sagt: “wannst Reinanken wüüst, muast am Dienstag wieda keama”. Am Montag werden nämlich die Netze im See über Nacht ausgeworfen und da ist dann am Dienstag der allerbeste frische Fang vom See dabei. Heute bitte die große Lachsforelle einpacken, ein paar frischen Karkassen für einen Fischfond – kann man immer brauchen, und noch 2 kleine geräucherte Reinanken zum Gleichessen. Wir sitzen oberlauschig am Seeufer, die kleine Zille legt grad an, 3 steigen aus, 2 steigen ein. In meiner Sommerfrischeküche nehm ich ein großes Backblech, heize das Backrohr auf 180 Grad auf, leg den großen gewaschenen Fisch, ein paar halbe vorgekochte Erdäpfel mit Schale und geviertelten Fenchel. Der Fisch kriegt frische Zitrone, frische Kräuter und Salz in den Bauch und kommt für 45 min ins heiße Backrohr. Etwas Olivenöl kommt sonst noch, heute aber vergessen. Fertig gebraten kommt die Lachsforelle auf den Tisch, wird mit dem Grünzeug vom Fenchel bestreut und mit Zitronensaft beträufelt und etwas Olivenöl eben jetzt erst. Was mir die Herren Rabl und Fauma ja nicht glauben wollen, das Fleisch ist zart, rosa, saftig und schmeckt einfach #sommerfrisch!
Das klappt bei kleinen Fischen natürlich auch, Bratzeit für 1 kg Fisch 30 min, darunter 20 min. Siehe auch Fischerezepte ganz unten.

Mehr gute Tipps im Salzburger Land gibt es auf der Sommerfrische Seite!

Schlossfischerei Fuschl,
Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 18 Uhr
Samstag von 8 Uhr bis 12 Uhr
Von Mai bis September bei trockener und warmer Witterung auch Samstag und Sonntag von 8 bis 16.30 Uhr
mehr Fischrezepte von hier
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