Acker mit Aussicht, die Dachfarm in N.Y.C.

In welche Gegend ich sie da jetzt verschleppe, ob ich mir überhaupt sicher bin, fragt die Reisetruppe, ob das hier wirklich richtig ist. Aber ein Blick auf mein Mail von Robyn, der Event Kapitänin von Brooklyn Grange, der größten Dachfarm von Brooklyn/New York sagt mir, ja, es stimmt schon, denn sie schreibt und das klingt schon nach Abenteuer …….enter the navy yard at Clinton Ave and Flushing Ave, and tell the guard at the gate (who will want to see your photo ID) that you’re headed up to Brooklyn Grange at Building 3.  Then make a hard left out once you’re through the gate so that you’re essentially walking and/or driving on Flushing Ave, but on the Navy Yard side of the fence.  Our building is the third one you’ll pass on your right — it’s the huge white and brown one with the loading dock that wraps all the way around it.  The entrance is right in the center of the building, on the Flushing Ave side.  Take the elevators up to 11, then make two rights, and head up the stairs for the farm….
Kurz kommen mir, als uns das Taxi ausspuckt und davonfährt, Szenen wie aus CSI New York in den Sinn, finden schließlich den Eingang, rein in den Lastenaufzug, stossen im 11. Stock die schwere Rolltüre auf, klettern noch einmal über eine kleine Treppe, ganz so wie Robyn schreibt, und lesen endlich auch das Wort FARM, und nach einer weiteren, kleineren Eisentüre dann nur mehr das große WOW. 
Rund um uns Gemüsefelder, Beete voller Kräuter und Blumen, Zelte werden aufgebaut, gut jetzt auch, denn die Hitze brütet so um die 35 Grad, jetzt, Anfang Juli. Ich frage nach Robyn, und ein sehr tätowierter Arm zeigt in Richtung weisser Container, offensichtlich das Dachfarmbüro. Robyn mit Cowboyhut organisiert hier oben Führungen, Feste, Veranstaltungen, bis hin zu Yoga und Pilatesgruppen. Es ist schwer sich gleich auf ihren Text zu konzentrieren, der aus ihr sofort heraussprudelt, denn der Blick über die infinity Dachfelder und Beete, die nur von dem kleinen weissen Mäuerchen gehalten werden, auf die Skyline Manhattans, ist really awesome. Ein Vokabel übrigens, das tatsächlich in jedem Satz der New Yorker, die auf sich halten, vorkommt. 
Zur Erfrischung gibt es gleich eiskaltes Wasser mit frischem Basilikum und wir legen die Dachfarmführung rechts herum an, beginnen bei den Salaten und der Geschichte dieser tatsächlich größten Urban Roof-Top Farm, die es auf beachtliche 6 Fussballfeldergröße bringt.
Die Beete werden von freiwilligen Mitarbeitern betreut, gerade wird Unkraut gezupft, nicht Essbares mit der Scheibtruhe zum Komposthaufen gefahren. Die Dachfarm  ist als wirtschaftliches Unternehmen organisiert und hat in der Saison bis zu 30 Mitarbeiter und Freiwillige und unterstützt Sozial- und Integrationsprojekte. Vom Verkauf der landwirtschaftliche Produkte alleine könnten sie nicht leben, daher sind Fundraising, Veranstaltungen sowie Crowfunding eine überlebensnotwendige Quelle. Verkauft wird an Lokale in Brooklyn und New York City, auf Märkten wie auf dem New Amsterdam Market – schade, den haben wir gerade verpasst, immer nur am Ersten des Monat – sowie an Ernteanteilsabonennten. Heute Mittwoch ist Abholtag, der kleine Verkaufstisch mit frisch aus der Erde gezogenen Karotten, Salat, einer speziellen Kohlart und grünen Eiern wird gerade aufgebaut. 2010 hat alles begonnen, eine bunt zusammen gewürfelte Truppe hatte die Vision, das Dach dieses Gebäudes von der Brooklyn Navy Yard anzumieten. Die Erde wurde mit Schläuchen aufs Dach gepumpt, der Boden des Betongebäudes mit Planen darunter dicht gemacht. Die Beete brauchen nicht mehr als 30 cm Höhe, und es wird bewässert. Der tägliche Wasserverbrauch ist nicht höher, als eine durchschnittlicher Familienhaushalt am Tag verbraucht, sagt Robyn. Wir erleben die Dachfarm in ihrer schönsten Blüte, mannshohe Sonnenblumen, Staudenreihen voller Paradeiser, Kornblumen, Kohl, Mangold, Karotten, blühender Klee zum Neutralisieren, im Hintergrund brummt Manhattan. Der kleine Hühnerstall im Schatten eines Lüftungsschachtes und natürlich Bienenstöcke, ein must für den urbanen Farmer. Im Gewächshaus neben den Hühnern werden die Jungpflanzen gezogen, die Saat aus ausgewachsenen Pflanzen gewonnen. Es braucht sicher eine Stadt wie New York, so ein Projekt auf die Beine zu stellen, sehr viel Idealismus, genügend Freiwillige und Unterstützer, vom Dach und der Kulisse ganz zu schweigen. Obwohl, Bienenstöcke auf einigen Wiener Dächern gibt es schon, wie unlängst auch auf der Wiener Staatsoper, vielleicht will ja wer sein Dach für ein Urban Farm Projekt nach diesem Beispiel vermieten?
Angebote bitte an kitchen@roughcutblog.com ,-))Besichtigung der größten Urban Farm und Info: Brooklyn Grange
Brooklyn Grange Produkte auf Märkten.
weitere sehr sehenswerte Märkte in Brooklyn: New Amsterdam MarketSmorgasburg
super Lokale, die auch mit Brooklyn Grande kooperieren: ISA, Martha, Marlow&Sons,