Free-Style-Nussstrudel aus meiner #sommerfrische Küche

In der Sommerfrische WG geht’s schon richtig zu. Kurz bevor die Ruckerl Familie mit ihren ulkigen Ledersegelstiefel, Bocciakugeln und Wanderpellerinen abreist und sich noch einmal so richtig schön in die Autortüre fahren lässt, und die Hammerischen mit Designer-Tisch-Grill, Ordination und neuen Sportgeräten anreist, verkündet die Uli: heuer macht sie nur mehr das, was SIE will. Den Vorsatz gibt es zwar schon seit Silvester, kann aber nicht oft genug betont werden. Zu dem “was sie will” gehört diesmal, jeden Tag was aus Germteig machen, solange bis sich ihre Sommerfrischeentspannung so richtig einstellt. Begonnen mit einem hervorragenden Reindling, den besten selbst gemachten Germknödeln steht bald Pizza und Briochezopf am Plan. Die Sommerfrische WG verträgt bei ihrer Personenanzahl täglich mehrere Backwerke und dankt es mit zurückgebrachten, sauber gewaschenen Backblechen und Kuchenformen, die je nach Familienzugehörigkeit vor die jeweiligen Türen zurückgestellt werden und um nächsten Einsatz betteln. Bin dabei, und diese Kastenform war es, die mich auf die Nussstrudelidee gebracht hat und vereinfache dieses ich.koche Rezept “free style”. Ich rühre ein Dampfl aus der halben frischen Germ, dem halben Mehl, etwas Zucker, 1 Ei und dem Glas Milch, rühre es mit den Lockenrührstab (Trick: nur einen Rührstab verwenden, verhindert, dass Germteig beim mixen nach oben wandert und den Mixer verklebt) nach 15 Minuten “gehen lassen” mit den restlichen Zutaten für den Teig zusammen und stelle die Schüssel nochmal für eine 1/2 Stunde zum “gehen lassen” an einen warmen Platz.
Die ganzen Nüsse reibe ich mit meinem neuen schwarzen “Star Dreck” Multiquick, dieses schnurlose Küchenwunder und mische die Nüsse mit Kristallzucker, Milch und einem Stamperl Rum. Kein Zimt, keine Rosinen, da steht die Sommerfrische WG nicht so drauf.

Ein Blatt Backpapier gut bemehlen, den Germteig darauf mit den flachen Händen zu einem Rechteck drücken, die Nussfülle darauf verstreichen, einrollen und in die gebutterte Kastenform vom Papier rutschen lassen. Mit einem verquirlten Ei bestreichen, nochmal 15 Minuten “gehen lassen” bis Form voll. Bei 180 Grad im Backrohr lt. Rezept  40-50 Minuten backen.

Zutaten Germteig:
1/2 Würfel frische Germ
250 g glattes Mehl
3 EL Kristallzucker
120 ml Milch
2 EL weiche Butter
1 Ei

davon ein Dampfl: lauwarme Milch, Butter, Ei mit Germ und der halben Mehl und Zuckermenge verrühren und 15 min gehen lassen.

Für die Nussfüllung:
250 g frisch geriebene Walnüsse
100 g brauner Kristallzucker
110 ml Milch
Zimt, Rum, (Rosinen)

Morgen ist Mohn dran und der Brioche Zopf wird verschoben.

Mehr Rezepte aus der Sommerfrischeküche:
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Kirschenkuchen

Dieser “Star Treck Multi” ist von Braun, heißt Multiquick 9 und das Steilste was es in diesem Segment grad zu kaufen gibt. Schnurlos und Schwarz püriert, hexet, mahlt und crusht und zerkleinert er alles!

Actiongetter Marillenstrudel

Das beste Gastgeschenk an unsere Sommerfrische WG: eine Steige reifer Marillen und sie wurde gerecht aufgeteilt. Marmelade- hatten wir schon, Kuchen – hatten wir schon, Knödel – kommen noch, und dann, diese Idee von Strudel. Oischwör – sagt das große Kinde jetzt pausenlos, was – glaub ich -soviel heißt wie “ich schwör”, hab noch nie einen Strudelteig selber gemacht. Sicher, zugeschaut schon 100 mal, wie meine Mama dieses glänzende Knödel mit Öl bestreicht, ihn unter einen Glasschüsselsturz neben den roten Siemens Klappzahlradiowecker stellt, meistens lief Walter Gröbchens Musicbox dazu, die Minuten der schwarzen Blätter mit weissen Zahlen sind regelmäßig runtergefallen, dann war die Musikbox vorbei, wir Kinder sind immer noch auf unseren hohen Basthockern an der Küchenbar beim Aufgabenmachen hin-und-her-geschauckelt, und nach so cirka einer Stunde wurde zuerst ein Puzzle aus 3 feuchten Gschirrhangerl, darüber ein Puzzle aus 3 trockenes Gschirrhangerl gelegt, dann hat meine Mama Mehl in großen Gesten auf die Hangerlunterlage gestreut, den glänzenden Teigknödel genommen, zuerst mit einem bemehlten Nudelwalker pizzateigartig ausgewalkt und dann ist so ein kleines Wunder geschehen, dieser Knödel hat sich über ihren Handrücken zu einer hauchdünnen Riesenhaut ausgezogen, ganz ohne Löcher, Walter Gröbchen hat nur so gestaunt, die Klappzahlen in Zeitlupenmodus gegangen, staunend wie ich, einfach so. Oischwör,   bei meinem ersten Strudelteigversuch-  ganz roughcutmäßig, sag ich´s ehrlich, ein bissl Übung ist nicht schlecht, aber der erste Versuch ein echter Actiongetter: knuspriger Marillenstrudel!
Einen Strudelteig aus 200 glattem Mehl, 1 EL Öl, 1/8 l warmes Wasser und einer Prise salz zusammenkneten – jetzt erinnere ich mich wieder, meine Mama hat Mehl aufgehäuft und das warme Wasser wie in einen Krater mit dem Zeigefinger eingerührt – ich Idiot heute mit dem Mixer, vergiß es, also Teig zu einem glatten Knödel kneten und unter einem Glassturz (oder mit Folie abdecken) eine Stunde rasten. Das G´schirrhangerl Puzzel auf den Tisch, Teig auswalken, mit bemehlten Handrücken zärtlich ausziehen. Geröstete Brösel auf dem Teig verteilen, Mariellenhälften mit Zucker zu einem Röster einkochen, auf das untere Drittel verteilen, dort das G´schirrtuch anheben und damit den Teig mit Inhalt zu einem Strudel rollen.Auf ein eingebutters Blech gleiten lasse, mit Butter einpinseln und im vorgeheizten Backrohr ca. 40 Minuten knusprig backen.
Und hier die echten Actiongetter:
– was den Teig betrifft: er darf nicht zu klebrig sein, Wasser nur nach und nach dazu geben. Reisst der Teig beim auseinanderziehen, nochmal ein Knödel mit etwas Mehl kneten, kurz rasten lassen, dann nocheinmal ran an den Teig
– was die Brösel betrifft: mit echter Butter schön braun rösten
– was die Marillen betrifft: nur wirklich reife Marillen nehmen und in der Sonne anwärmen lassen, geht natürlich auch mit Kirschen, Zwetschken, Pfirsichen, Äpfel sowieso
– was das Blech betrifft: ich pfeiff ab sofort auf das Backpapier, es backt besser ohne, waschen musst du das Blech sowieso.
Noch so einen Strudel hatten wir auch in dieser Variante 

 


mit Weintraubenstrudel herumbröseln

Weintraubenstrudel

Das Gratisbuch ist wieder da, und die Aktion jährt sich zum 10. mal. Nach berühmten Autoren wie  Simmel, Irving, Hornby verschenkt die Stadt heuer Mario Vargas Llosa. Und zwar 100.000 Bücher davon noch bis zum 22. Oktober. z.B. in jeder Buchhandlung. Schöne Sache. Und ich ignoriere jetzt die Theorie von Marshall McLuhan – ein Medienauskenner, der sagt: der ist-ein-gutes-Buch-Test findet auf Seite 69 statt. Ist die gut, ist das ganze Buch gut. Was ich – seit ich das weiss – auch immer mache, aber diesmal nicht. Und während ich mit einer Hand meinen Weintraubenstrudel esse und dabei herumbrösle bin ich schon mitten in der ersten Seite des neuen gratis Buches, Peru, Bogen, Pfeile, wilde Baumwolle und wilde Flüsse und lese jetzt diese Geschichte vom “Der Geschichtenerzähler”.

Eine Stadt. Ein Buch.

Weintraubenstrudel:
Zutaten:
1 Packung Strudelteig
ca. 1/2 kg kleine Weintrauben
2 Hand voll Brösel
1/2 Packerl Butter
100 g geriebene Walnüsse (kann man weglassen, wer keine Nüsse mag)
Zucker

Butter schmelzen und Brösel darin hellbraun rösten, geriebene Nüsse und 3 EL Zucker dazu. Weintrauben untermischen. Strudelblätter bebuttern und die Fülle im oberen Drittel verteilen. Mit Hilfe des Geschirrtuchs die Strudelblätter einrollen und auf ein Blech. Bei 200 Grad 25 min backen.

Ein Packerl Strudelteig ergibt 2 Strudeln

Weintrauben-Brösel-Trauben-Mischung auf die fertigen Strudelblätter

im Topf die Brösel mit Butter hellbraun anrösten,
gerieben Wallnusse und etwas Zucker dazu und mit Weintrauben mischen

Weißkrautstrudel 4070 Pupping

frisches Kraut schneiden

Gestern noch ein bissi vorm TV versumpert und über den Gurkenwahnsinn “Im Zentrum” gesehen. Da empfiehlt der Haubengastronom doch allen Ernstes, alle sollen nur mehr ab Hof kaufen. Bei aller Romantik, das “Darling, ich bin am Bauernhof!” Ding ist doch bitte nicht alltagstauglich.

Obwohl, das Highlight aus dem heutigen Gemüseregal: Weintrauben aus Indien. Und Indien ganz klein geschrieben. Da fragt man sich schon wer da jetzt was übertreibt.
Einzig die Erdbeeren und Spargel sind jetzt auffallend lokal, aber die hatte wir ja schon. Verrückt.
Aber Moment, da ein Etikett, das stimmt jetzt aber alles: Regional, Bio & Saisonal: 
ein frisches Weißkraut aus 4070 Pupping. 
Und ich: Krautstrudel.
Ein bissl Speck in Öl anbraten, 3 Zwiebel darin anschwitzen, mit 4 EL Zucker karamelisieren, mit Wein löschen und 1 ganzes frisches kleingeschnittenes grünes Kraut dazu und ca. 1/2 dünsten.
Auskühlen lassen,  in fertige Strudelblätter rollen und ca. 1/2 Stunde bei 190 Grad backen.
Strudelteigblättern bebuttern, Kraut drauf
mit Geschirrtuch einrollen