Violas Bistro Patisserie in der Strozzigasse

Patisserie Bistro Viola Bachmeyr-Heyda in der Storzzigasse

Es kann schon passieren, daß man beim Reinkommen die falsche Viola begrüßt, denn ihre Schwester sieht ihr zum Verwechseln ähnlich. Die richtige Viola ist in der Küche beim Papa erfahren wir, denn die frischen Cremeschnitten werden gerade gefüllt und die ganze Familie hilft mit.

Viola Bachmayr eröffnet ihre eigene feine Patisserie

Es ist ein chices Bistro geworden, die neue und ganz eigene Bistro Bäckerei von Viola Bachmayr-Heyda. Betonbar und Boden, skandinavische Designhocker und Kaffeehaustische, grüne Samtsofas im Extrazimmer, zarte Beistelltische und Blättertapeten an der Wand.

Ihre Ausbildung hat sie beim berühmten Pierre Reboul (der bäckt die Boutique Linie bei Ströck), wurde dann von Josef Weghaupt geholt, die Patisserie bei Joseph im Dritten aufzubauen, von dort ging es in das legendäre Pop Up Cafe Rien der lässigen Friendship Truppe. Das reichte für den endgültigen Sprung in die Selbstständigkeit und die Verwirklichung einer eigenen Patisserie, die nun dieser Tage am Beginn der Strozzigasse 42 mit großem Schanigarten eröffnet.

Quiche, Quiche, hurra!

Die gewaltige Patisserie Einrichtung, die für die kleine Backstube im Lokal fast ein bisschen zu groß wirkt, ist in vollem Einsatz. Teigausziehgerät, Rührmaschinen, Backöfen – alle Souvenirs aus der Joseph Zeit, die ihr der pheine Bäcker bei der Übersiedlung aufs Land überließ – sind blitzblank aufgestellt. Damit gibt es für´s Erste täglich frische Milchrahmstrudel, Buchteln, zarte Cremeschnitten mit einem Hauch Kardamom in der Vanillecreme und Pikatens wie unterschiedliche Quiche aus bretonischem Mürbeteig (das Rezept konnten wir Viola entlocken –  siehe unten).

“In Zukunft backen wir auch für Restaurants, Cafés und andere Abnehmer”, so die zierliche Viola, das erklärt natürlich die Dimension der Geräte sofort.

Mittags werden Salate und pikante Strudel und Quiche angeboten, die am bekannten Schneidebrett RoughcutBoard serviert werden (!), so wie auch schon in der Rien Zeit.

Ab sofort ist  geöffnet. Montag bis Freitag 7.30 bis 20 Uhr, Samstag von 9-18 Uhr. Vom lässigen Frühstück mit WILD Kaffee, Briocheschnecken, Salate und Quiche zu Mittag, pausenlos kommen neue belegte Boards aus der Küche. Einen Gruß, den wir Viola entlocken konnten, ist ein original bretonisches Mürbteigrezept, das dividiert durch 10 für eine Form mehr als ausreichend ist:

Rezepte für bretonischen Mürbeteig in Großmenge

  • 3 Kilo Mehl
  • 2,1 Kilo Butter
  • Salz
  • 0,15 Kilo Kristallzucker
  • 0,45 Kilo Milch
  • 0,3 Kilo Dotter

Zubereitung: alle festen Zutaten gut verrühren, dann erst Milch unter Dotter. Kühl stellen.In Formen zuerst blind 1/2 Stunde, dann sehend 1/2 Stunde bei 160 Grad backen, füllen und eine weiter 1/2 Stunde fertigbackend.

Klingt gut, Viola, machen wir und bis ganz bald wieder in der Strozzigasse!

 

 

Patisserie Bistro Viola Bachmeyr-Heyda in der Storzzigasse

Patisserie Bistro Viola Bachmeyr-Heyda in der Storzzigasse

Patisserie Bistro Viola Bachmeyr-Heyda in der Storzzigasse

Patisserie Bistro Viola Bachmeyr-Heyda in der Storzzigasse

Patisserie Bistro Viola Bachmeyr-Heyda in der Storzzigasse

Viola

Strozzigasse 42

Mo-Fr 7.30 – 20 Uhr

Sa 8.00 – 15 Uhr

Marktmeister Marillen

Der Krankenstand vom Haupt-Marktmeister vom Kutschkermarkt hat zur Folge, daß die  Vertreter gerade einen Doppeljob machen müssen und zwischen Yppen- oder Karmelitermarkt und Kutschkermarkt an den Markttagen hin- und herpendeln um für Ordnung zu sorgen. Die Handynummer vom Dienst habenden Neuen war über meine Marktschwester Irene Pöhl vom Käsestand schnell rausgefunden und das Aviso, daß ich diesen Samstag wieder einen Stand brauche, schnell, freundlich und unbürokratisch deponiert. Das läuft dann so ab, gegen 7 Uhr fährst du deine Ware an den Markt suchst dir eine freie Lücke (bitte ja keine Einfahrt oder einen Stammplatz von einem Fixstandler!), auf den Vertretungs-Marktmeister wartest, dir deinen Tisch absegnen lässt, die verstellten Quadratmeter vorrechnen lässt, schnell aufbaust und hoffst, das es nicht zu regnen beginnt, wenn du keinen Schirm dabei hast. Bis zu 3 Mal im Jahr geht das auch als Nicht-Bauer und gewerblicher Marktfahrer, dürfte aber auch eine Art Wiener Lösung sein, diesmal aber sehr positiv gemeint. Firma mit einem passenden Gewerbeschein musst du aber schon sein (bin ich!) und Ware verkaufen, die auf einen Bauernmarkt passt auch (hab ich!). Genau an dem Platz bin ich die letzten Male auch schon gestanden und sofort in der Rolle des Standlers, also der, auf der einen Seite der Budl oder eben Tisch, da wird gleich zusammengehalten! Da wird gleich Zusammengehalten, von Standler zu Standler. Ich brauch Münzen vom Nachbarn links, versorge ihn dafür mit Kaffee, ich brauch ein Foto von vis a vis, lobe dafür die schönen Marillen und den Lavendel. Das ältere Paar aus dem Weinviertel will gleich einen Karton von meinem Saft, kein Problem, tauschen wir gleich gegen Blumen. Und schon geht´s los. Bis 9 Uhr kommen die Spezialisten und Bettflüchtigen, es ist noch sehr frisch, profimäßig  mit ihren Roll-Einkaufswagerln, wollen noch aus dem vollem Sortiment wählen und sind auch gleich wieder dahin, ohne trödeln und gustieren. Zwischen 9 und 10 Uhr viele Jungväter mit Listen von daheim, die Kinder in übersäät mit Kipferl-Bröseln chillig in ihren Kinderwägen und bereit für das Vormittagsschläfchen. Rush Hour ist von 10-11 Uhr, da ist der Markt knall voll viele gehen den Bauernmarkt ein paar Mal ab, bis sie sich für ein Menü und die richtigen Zutaten entschieden haben, mein Glück! Beim ersten Mal wird noch geschaut, beim zweiten Gekostet, beim dritten Mal finalisiert. Dann wird´s gemütlich, ab 11 Uhr sind die Genießer unterwegs, kommen zum Brunchen und Lunchen an den Kutschkermarkt (Pöhl Käsestand, Himmelblau, Takan, Franze, Weltmeister Kebab, oan, etc.)  vertreiben sich die Zeit am Markt, treffen Freunde und Gönnen sich gerne was. Das geht dann weit über 12 Uhr hinaus, viele Gemüse-Standler bauen dann schon ab, der Brotstand vom Gragger ist meist der Erste weil alles verkauft. Bevor ich abbaue, hol ich mir schnell noch die frischen Marillen und einen Strauß Lavendl, die mich von Gegenüber den ganzen Vormittag schon anlachen und weil doch oft am Besten Zusammenpasst was zur gleichen Zeit wächst (probier das auch!), brate ich daheim die Marillenhälften in Butter und Honig an, streue Lavendel drüber und servier das mit Mascaropone, meine heutigen Marktmeister!

 

  

 

savoir vivre, Cremeschnitten

Begonnen hat alles bei einem wunderschönen Winterspaziergang über den tief verschneiten Nussberg mit dem Rokitansky und dem Verleger. Das war letzte Woche am Sonntag. Du, sag ich zum Verleger, mit deinem Geschenk an den Rokitansky hast du mir eine große Freude gemacht. Es geht um ein französisches Kochbuch aus den 60er Jahren, das der Wiener Mandelbaum Verlag jetzt auch auf deutsch gemacht hat. Die konkrete Verbindung, warum es diese deutsche Übersetzung ausgerechnet zum Mandelbaum Verlag nach Wien verschlagen hat, gibt es. Es ist auch kein richtiges Kochbuch, mehr eine Beschreibung von ausgewählten, früher hätte man gesagt “Junggesellen” Speisen wie Pates, Terrinen, Würste, Eier und viel vom Schwein. So als hätte die Autorin für den Fall vorsorgen wollen, ihrem Mann eines Tages zu sagen, sie gehe jetzt Zigaretten holen. Der Erzähl-Ton der Gerichtsbeschreibungen hat auch was Woody-Allen-Filmhaftes. Man nehme eine Hand voll Naivität (hartes Ei kochen), würze sie mit einer Prise Ironie (wie man Erbsen aus der Dose macht)  und schiebe sie in den Abgrund einer kleinen kulinarischen Tragikomödie (Suppe für die Suppe kochen).

Beim Spazierengehen fallen mir einige skurrile Passagen aus dem Buch wieder ein: Wie die Bohnen für das Cassoulet zuerst auf den Tisch ausgebreiten und von Steinen (!) befreien, bevor, uns so weiter, oder wie die Gans im Schwein gebraten wird. Da waren wir schon am halben Weg auf den Nussberg hinauf. Beim niedergebrannten Wieninger dann “Homard a l Americaine, sehr lustig, beginnt mit dem Satz “Grundvoraussetzung für dieses Rezept ist immer (!) ein lebender Hummer….”, beim  Ochsenschlepp nach “Winzerart” (?) , sind wir grad beim Sirbu vorbei. Das Buch hat wirklichen Unterhaltungswert, gerade bei einem Spaziergang an einem sehr kalten Tag ohne Aussicht. Sehr ausgefroren sind wir dann im Wirtshaus gelandet, dort ein ordentliches Wiener Schnitzel bekommen. Der Verleger musste in den Verlag noch was ordnen und ich am Heimweg an Cremeschnitten denken. Was würde Elizabeth David, die Buchautorin jetzt machen? Schon in ihrer Einleitung zum Kapitel Les Deserts (Süßspeisen)-  das im Vergleich sehr mager ausfällt – steht gleich einmal: “Ist eine französische Hausfrau nicht sehr versiert, kann sie  alles in der örtlichen Patisserie bestellen….”. Das nenn ich eine gute Einstellung, sehr rough cut, warum auch herumärgern, pantschen, basteln, nach so einem Sonntagsschnitzel und langem Spaziergang kann man ruhig bei der Aida stehenbleiben und ein paar Cremeschnitten für die Jause daheim mitnehmen. Denkste, Cremeschnitten aus, was bleib: selber machen! Daß daraus unabsichtlich ein Wochenprojekt geworden ist ist eine Mischung aus Naivität (der Aufwand, einen Blätterteig selber zu machen war für mich nicht abzusehen), eine kleine Tragikkomödie (ein Deutscher gewinnt das Hahnenkammrennen) und einer Prise Ironie (ohne großer Prozedur trotzdem ein tadelloser Blätterteig mit viel Savoir Vivre).

          

Für den Blätterteig (Sonntag)

erster Teig: 250 g glattes Mehl, 100 ml Wasser, 1 Ei, etwas Salz verkneten, Kugel formen

zweiter Teig: 200 g Butter und 100 g Mehl verkneten zu einem Ziegel formen

Beide Teige rasten lassen (im Plachutta steht 2 Stunden, ich nur 20 Minuten). Ersten Teig auswalken, und zweiten Teig (Ziegel) darauflegen, Ränder einschlagen, von beiden Seiten festdrücken und im feuchten Geschirrtuch 1 Stunde im Kühlschrank rasten (daraus wurden beim mir 4 Tage !!??).

In den Kochbüchern steht jetzt überall, diesen Teig mit Nudelholz ausrollen, falten, rollen, kühlen, wieder ausrollen, falten, rollen, kühlen,…bis zu 4 Mal!

Zurück zu meiner rough cut Methode (Freitag)

Backofen auf 220 Grad vorheizen, Teig in 4 gleichgroße Streifen (ca. 12 cm breit x 25 cm lang) ca. 14 Minuten backen.

Creme:

2 Eier mit 60 g Kristallzucker und 2 Packerl Vanillezucker aufschäumen, 6 aufgelöste Gelatineblätter (siehe Packung) unterrühren, 1/2 l (500 ml) Schlagobers steifschlagen, unterheben und 20 Minuten kalt stellen (ein 4 Grad kühler Wintertag hilft).

Creme zwischen den ausgekühlten Blätterteig streichen, zumindest 3 Stunden kühlen, oder über Nacht.

Finish (Samstag):

Cremeschnitte “umlegen” mit scharfen Sägemesser portionieren, wieder aufstellen, anzuckern und servieren.

 

 

 

Grand Buttercreme Biskuit und alles lit

Am Wochenende war Leopoli, ganz Wien war da, das Kind natürlich auch und durfte so kurz vor ihrem 14. Geburtstag so lang weg, als wär der schon gewesen. Einerseits weil alle, andererseits weil #brieftaubenkobel, der neue Weihnachts-POP-Up vom Taubenkobel in der Alten Post. Und wenn die Eltern ausfliegen, schlechte Karten fürs Nach-Hause-Kommen-Verhandeln. Wirklich ein Erlebnis, ein Türlsteher wie im Ritz, kerzenbeleuchtetes Gurren im Stiegenhaus, kleine feine Bar zum Vorglühen und alles ruhig in Klosterneuburg. Dann die 3 Prunkräume im ersten Stock und man kann sich das richtig gut vorstellen, wie sichs die alten Postdirektoren einst so richtig gut gehen haben lassen. Beim Ankommen schon Live Musik und lauter gute Bekannte, die sich den Eröffnungsabend auch nicht entgehen lassen wollen. Die alten Parketten knarren, die Kristallluster glitzern, die Gastgeberin Barbara Eselböck in einem extra angefertigten Kleid von Peter Petrov, die Stimmung ist wie Grand Budapest Hotel von Wes Anderson meets Midnight in Paris von Woody Allen. Es gibt ein kleines oder großes Menü, daß passend zur Inszenierung auf altem französischem Hotelsilber dahergetragen wird – siehe auch Bild von Ursula Riegler – @ursriegler, das Bild oben mit dem vielen Essen – überhaupt, auf Instagram #brieftaubenkobel schön zu verfolgten! Die Nachspeisen am Wagen sind die Krönung, bei Leopoldi läuft es auch, geflämmte Schaumtorten, Bomben, sehr viel mit Schokolade, geile Cremen, danke nein, für mich nur den guten Käse besonders mein Liebling Jersey Blue (alle von Stephan Grubers Käse.at). Beim Heimkommen war das Kind wohlbehalten schon im Bett und alles voll “lit”, ja bei uns auch, bis auf das Zuckerloch, daß sich interessanterweise bei mir aufgetan hat, drum hab ich am nächsten Tag gleich diese Butterbombe gerollt, sowas passiert, also lieber nicht im #brieftaubenkobel die Nachspeise verweigern.

Brieftaubenkobel – Taubenkobel Pop Up in der Alten Post, 17. Nov bis 22. 12. 2017, im Post Palais. Bar hat täglich (ausser Sonntag) ab 17:30 geöffnet – ohne Reservierung und auch mit einer Auswahl an Speisen! Der Eingang zum brieftaubenkobel befindet sich Postgasse 8, 1010 Wien

Zutaten für den Teig

  • 7 Eier
  • Prise Salz
  • 200 Gramm Zucker (Staubzucker oder Backzucker)
  • 170 Gramm glattes Mehl
  • Abrieb von einer halben Bio Zitrone
  • 3 EL Pflanzenöl

Zutaten für die Buttercreme

  • 180 g weiche Butter
  • 180 g weiche Kochschokolade (Rippen brechen und kurz in den Backofen stellen)
  • 180 g Staubzucker

Zubereitung

Den Backofen auf  180 Grad Ober/Unterhitze vorheizen. 7 Eier mit dem Zucker in der Küchenmaschine sehr flaumig aufschlagen, ca. 5 Minuten. Prise Salz, Zitronenabrieb, Öl unterrühren, Mehl einsieben und nur mehr unterheben.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und reinbuttern, Teig daraufgießen, gleich in den Backofen und ca. 15 Minuten backen.

In der Zwischenzeit für die Creme die Butter, weiche Schokolade und Staubzucker schaumig rühren. Fertiges Biskuit auf ein feuchtes Geschirrtuch stürzen,  auskühlen lassen, mit der halben Creme füllen, rollen und mit der restlichen Creme außen bestreichen.

Mit Staubzucker und geriebenen Nüssen bestreuen.

 

 

Mischen is Possible – Zwetschkenfleck

Zwetschkenfleck #sommerfrische by Alexandra Palla Roughcutblog Zwetschkenfleck #sommerfrische by Alexandra Palla Roughcutblog Zwetschkenfleck #sommerfrische by Alexandra Palla Roughcutblog Zwetschkenfleck #sommerfrische by Alexandra Palla Roughcutblog Zwetschkenfleck #sommerfrische by Alexandra Palla Roughcutblog Zwetschkenfleck #sommerfrische by Alexandra Palla Roughcutblog

Das einzige was mir von der Uli in der Sommerfrische geblieben ist war ein Packerl frische Germ. Irgendwie kam die Uli, o.k.,  abgesehen von dem einen Mal süße, duftige, kleine Dukatenbuchterln gefüllt mit Powidl – nicht zu viel und nicht zuwenig –  natürlich mit Vanillesauce, heuer nicht so ganz auf Dampfl Touren. Entweder es hat sie nicht gefreut, oder das Wetter war einfach zu schön. Ja, da liegen wir doch alle lieber am Strand als dem Teig beim wachsen zuzuschauen. Denn am einzig wirklich schiachen Tag, der sich super für einen Backtag ergeben hätten, sind wir ins Mühlviertel ausgeflogen. Eine “Mühlviertler Tour” wie wir sie genannt haben. Zuerst Weberei Vieböck (more to come #pallavienna), dann Ölmühle Haslach Leinöl bunkern  (moahhh, Leinölerdäpfel), dann zum Philipp auf ein Kaffeetrascherl in den Mühltalhof, von dort nur wenige Minuten in die Brauerei Brauerei Hofstetten ein paar Biere in den Kofferraum geschoben (mein Lieblingsbier ist eindeutig Hope Love Pale Ale!) und schließlich in Gramastetten noch auf ein paar typische Krapferln eingekehrt. Dann war das Wetter wieder dermaßen schön, daß es sowieso ganz aus war für Germteig, die Uli an einem Samstag abgereist ist und hat mir die Reste von ihrem Kühlschrank raufgetragen hat. Was soll ich sagen, da ist mir dann nur ein Zwetschkenfleck dazu eingefallen. Die für ein ganzes Blech nötige Obstauflage, musste ich zwar mit ein paar Marillen ergänzen, aber sogar der Stepfordhusband fand die Kombi ganz witzig und hat gleich 3 x nachgenommen.

Zutaten Germteig

  • 300 g glattes Mehl
  • 100 ml Milch
  • 1/3 Würfel frischer Germ (ca. 15 Gramm)
  • 50 g Zucker
  • 50 g Butter
  • 1 ganzes Ei und 1 Eidotter
  • Prise Salz

Zutaten Auflage

  • 1 Kilo Zwetschken, entkernt und geviertelt
  • 5 EL Marillenmarmelade, ein Stamperl Obstler (Schnaps)
  • Zubereitung

Die Milch in einem kleinen Häferl zart erwärmen (nicht zu heiß sonst wird das nix mit der Germ) mit dem halben Mehl, einem Löffel vom Zucker und der Germ zu einem Dampfl verrühren und 15 Minuten antreiben. In eine Rührschüssel übersiedeln und mit den restlichen  Zutaten gut verrühren, mit einem Geschirrtuch zudecken und an einem warmen Ort (auf die Espressomaschine stellen) 30 Minuten “gehen” lassen. Backrohr auf 160 Grad vorheizen, Backblech mit Butter einfetten, Teig darauf flachdrücken und mit den Zwetschken belegen. Im Idealfall überlappend. Im heißen Backofen 1 Stunde backen, herausnehmen. Die Marmelade mit dem Obstler verrühren und den noch heißen Fleck damit bepinseln. Wer will mit Staub- oder Hagelzucker bestreuen.

Holiday Marillenknödel

Marillenknödel einfach selber machen Marillenknödel einfach selber machen Marillenknödel einfach selber machen Marillenknödel einfach selber machen Marillenknödel einfach selber machen Marillenknödel einfach selber machen Marillenknödel einfach selber machen

Zutaten für 8 Knödel:

Teig:

  • 200 g Topfen 20% Fett (eh klar)
  • 75 g glattes Mehl
  • 30 g weiche Butter – siehe Video
  • 1 Ei
  • Abrieb einer Bio-Zitrone
  • Prise Salz
  • 8 reife Marillen (nicht zu groß)
  • 8 Stück Würfelzucker

Brösel:

100 g Brösel

100 g Butter

50 g geröstete gemahlene Nüsse

Zutaten für Teig mit der Gabel zusammenrühren, mindestens eine halbe Stunde kalt stellen. Auf einer bemehlten Unterlage Rolle formen, in 8 gleichgroße Stücke teilen, Kern aus der Marille mit Kochlöffelstiel drücken (siehe Video!), Würfelzucker in das Loch stecken, mit Teig ummanteln und ca. 15 Min in schwach wallendem Wasser kochen. Herausheben und in gerösteten Brösel wälzen.

Wünsche Euch einen schönen Ferienbeginn!

 

Ein Prösterchen auf die Biskuitroulade

Das große Kind aus Berlin war wieder da, na da wird gleich das ganze Wien Programm geboten, wir starten mit einem Brunch am Kutschkermarkt. Den hat sie gleich einmal verschlafen, das brave Kind, denn sie kam ungefähr heim, als wir aufgestanden sind. Ein bisschen Geburtstagsfeiern mit ihrer Runde, das muss doch sein, und eine Frau in ihrem Alter darf das, unabhängig von landläufigen Schlafenszeiten. Na was will man mehr, am Kutschkermarkt prächtigster Einkaufssamstag, alle da, alle hallo, und wie war das Zeugnis bei euch? Auch. Nein, das wär jetzt gemein, wir sind Vorzug, ganz die Mama (hust, hust). Der Bäcker Kasses hat sich auch nicht lumpen lassen. Bekomm ich doch glatt für die schöne Geschichte unlängst im Roggenfeld ein Dankeschön, das meine liebe Marktschwester Irene für mich deponieren durften und zuerst glaubt, daß das ihre Samstags-Liefung ist. Gut, daß der Marcus mitgebruncht hat, so konnte ich das irre großzügige Brot- und Tortengeschenke zwischen ihm, Berlin und meiner Schwester aufteilen, die ihre 3 (in Worten DREI) Kinder dann bei mir abgeholt hat. Sie haben ein paar Tage bei ihrer “Tante Kanzi” gewohnt, waren in Barcelona oder wars doch Brasilien? Egal, zurück zum Kutschkermarkt, der Brunch geht in die Verlängerung, dazwischen wird ein bissl spielgeplatzt und Ribisel gekauft und die Marktschwester Irene kommt mit einer frischen Biskuitroulade daher. Kleine Kostprobe, den hat ihre Mama gebacken, kam heut auf Besuch.  Ein Traum, zum Niederknien. Der gelbe Flaum, dicht, zart, saftig, Oberfläche feinporig, Marmeladenanteil top, nicht zu süß. Und da ist sie auch schon, die Oma “Granny” Pöhl, Applaus, schon in Pension, aber sie schaut halt so gern vorbei am Markt. Wie geht´s, wie wars am Attersee, gut schaun Sie aus, ja, man muss loslassen können, und sagen sie einmal, liebe Frau Pöhl, wie machen sie denn diese herrliche Biskquitroulade?

Ja so kann´s gehen, jetzt mach ich schon die Dritte in Folge, denn das Kind braucht ja eine extra für Berlin, viel zu kurz war sie wieder da, noch ein Prösterchen und hier das Rezept:

Zutaten

  • 7 Eier
  • Prise Salz
  • 200 Gramm Zucker (im Vergleich hat der Staubzucker besser abgeschnitten)
  • 170 Gramm glattes Mehl
  • Abrieb von einer halben Bio Zitrone

Zubereitung

Den Backofen auf  180 Grad Ober/Unterhitze vorheizen. 7 Eier mit dem Zucker in der Küchenmaschine sehr flaumig aufschlagen, ca. 5 Minuten. Prise Salz, Zitronenabrieb unterrühren, Mehl einreiben und nur mehr unterheben. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und zart reinbuttern (sagt Granny Pöhl!), Teig daraufgießen, gleich in den Backofen und ca. 15 Minuten backen. Etwas ausdampfen lassen, mit Marmelade bestreichen (hier Ribisel, klassisch mit Marille), ca.6 Esslöffel, und zu einer Rolle Formen, das Papier beim Einrollen vorsichtig abziehen. Auskühlen lassen. Hält sich in Klarsichtfolie länger saftig und Danke Granny Pöhl.

Biskuitroulade by Alexandra Palla roughcutblog vom KutschkermarktBiskuitroulade by Alexandra Palla roughcutblog vom Kutschkermarkt Biskuitroulade by Alexandra Palla roughcutblog vom Kutschkermarkt  Biskuitroulade by Alexandra Palla roughcutblog vom Kutschkermarkt    Biskuitroulade by Alexandra Palla roughcutblog vom KutschkermarktBiskuitroulade by Alexandra Palla roughcutblog vom KutschkermarktBiskuitroulade by Alexandra Palla roughcutblog vom KutschkermarktBiskuitroulade by Alexandra Palla roughcutblog vom Kutschkermarkt   Biskuitroulade by Alexandra Palla roughcutblog vom Kutschkermarkt  Biskuitroulade by Alexandra Palla roughcutblog vom Kutschkermarkt

Standing Ovations dem narrischen Kirschenkuchen

Um den Standler auf den Videodreh einzustimmen, war ich schon die Tage davor am Naschmarkt, natürlich mit der Vespa hingehuscht. Geparkt wurde gleich vis a vis vom Theatercafe, denn das Obsteck ist auf gleichen Höhe. Dort alles besprochen und auch noch die schönen Riesenkirschen gesehen. Kosten zwar ein Vermögen, aber was solls, eine freundliche Zeche schadet im Vorfeld nicht. Ja, und bitte in das schöne Holzkisterl da vorne lose einstreuen, ma schaut das schön aus, klar, ich nehm gleich 5 Kilo davon, macht sich doch sicher gut am Film! Zur Sicherheit aber noch 2 Sackerl, danke. Alles für das Video ausgemacht, wir kommen dann die Tage und alles in 10 Minuten erledigt, versprochen. Zurück bei der Vespa, das Kirschenkisterl erst einmal am Sitz abgelegt, es waren noch ein paar Telefonate zu führen. Dann hab ich ausprobiert, wie sich das Kistl am vorderen Packlträger macht,  kommt  vielleicht gut am Video, mir ist klar, da werd ich ein  paar Spinnen oder wie die Gummischnüre heißen, brauchen. Also Vespasitz auf, Helm raus, Kirschen in die Sackerln abfüllen, versenken und die Kiste? Gut, die kann ich dem Standl immer noch zurückbringen, irgendwie in meinen Shopper packen oder, mir einfach zwischen Rücken und Umhängetasche klemmen, geht! Noch ein bissl zwischen Helm und Wange telefoniert, ausgeparkt und plötzlich……..gewaltiger APPLAUS!!!! Ungefähr der ganze Schanigarten,  die Bar vom Theatercafe, Passanten, ungschaut 50 Leute, haben mich -während meiner narrischen Kirsch-Pack-Aktion beobachtet, mit dem Handy gefilmt und sich, zurecht,  ihres gedacht. Im Wegfahren mich natürlich sehr bedankt, das Kistl am Rücken hat schon ein bissl gepiekst, die Standing Ovations geb ich gerne dem Kirschenkuchen weiter, verrückt.

Zutaten:

so schwer wie 4 ganze große Eier (etwa immer ca. 250 Gramm), auch Butter, Staubzucker und glattes Mehl. 1 EL Backpulver, 1 Kilo Kirschen, Staubzucker zum Bestreuen.

Zubereitung:

Backofen auf 170 Grad (Ober-Unterhitze) vorheizen. Die sehr weiche Butter (vorher in die Sonne stellen) mit dem Zucker ein paar Minuten schaumig rühren, nach und nach die ganzen Eier einrühren. Mehl mit Backpulver mischen, in den Teig sieben und mit Spachtel umrühren. Teig auf ein Backblech streichen, Kirschen darauf verteilen und ca. 40 Minuten backen.

 

Kirschenkuchen gleichschwer einfach by Alexandra Palla Kirschenkuchen gleichschwer einfach by Alexandra Palla Kirschenkuchen gleichschwer einfach by Alexandra Palla Kirschenkuchen gleichschwer einfach by Alexandra Palla Kirschenkuchen gleichschwer einfach by Alexandra Palla

One Minute Sculpture Tiramisu

Einfaches Tiramisu Alexandra Palla Venedig Biennale   Einfaches Tiramisu Alexandra Palla Venedig BiennaleEinfaches Tiramisu Alexandra Palla Venedig Biennale   One Minute Sculpture Alexandra Palla Erwin Wurm Biennale Venedig   Einfaches Tiramisu Alexandra Palla Venedig BiennaleEinfaches Tiramisu Alexandra Palla Venedig Biennale   Einfaches Tiramisu Alexandra Palla Venedig BiennaleEinfaches Tiramisu Alexandra Palla Venedig Biennale Einfaches Tiramisu Alexandra Palla Venedig BiennaleEinfaches Tiramisu Alexandra Palla Venedig BiennaleEinfaches Tiramisu Alexandra Palla Venedig Biennale  One Minute Sculpture Alexandra Palla Erwin Wurm Biennale Venedig   Einfaches Tiramisu Alexandra Palla Venedig Biennale  Einfaches Tiramisu Alexandra Palla Venedig BiennaleEinfaches Tiramisu Alexandra Palla Venedig Biennale

Es gibt immer einen guten Grund nach Venedig zu fahren. Die Biennale zum Beispiel. Alle 2 Jahre Kunst, alle 2 Jahre Architektur (von dort hab ich im Vorjahr meinen Vienna Design Week Beitrag mit EOOS mitgebracht!). Macht jedes Jahr schon mal einen. Oder auf ein paar frittierte Moleche (Moi-ke gesprochen, diese grüne Krabben, deren Schale  so weich, daß sie sich mit Kruste und Krume frittieren und verspeist lassen – gibt es nur ein paar Wochen im Frühling und Herbst) sehr gut im Wirtshaus Madonna (wo wir uns einst auf ein Grappa Wettttrinken mit Glasbläsern aus Murano eingelassen haben, keine gute Idee), oder auch wegen einer Ombra – am Bello Campo di Vienna – ein Markt-Gläschen gleich neben dem Rialto Markt, mit einem kleinen Baccala Häppchen dazu oder Sarde in Saor, Hauptsache was Fischiges. Oder eine Sonnenuntergangs-Pasta im Paradiso perduto – an einem Tisch wo man beim Brotkorbweiterreichen schon aufpassen muss, nicht in dem kleinen Kanal mitten im Canareggio Viertel zu landen, so nah steht der am Wasser. Den Anlass für diesmal genau, richtig, es war sturmfrei. Ja, der Rokitansky kann da ganz schnell sein mit Garagenplatz in S.Marco buchen, Hotel, Tisch, schwupp und wir schon nach der Grenze beim ersten Autogrill auf einen Espresso. Großartig heuer auf der Biennale, die One-Minute-Scultpures von Erwin Wurm und ich gleich darauf herumgeturnt und den Anweisungen des Künstlers nicht gefolgt. Dafür an die Tiramisu Anleitung auf der italienischen Biskottenpackung aus dem Supermarkt, denn beim Heimfahren schau ich immer drauf, daß ich wo ein 00 Mehl, Ricotta, Stracchino und Burrata bekomm. Das Tiramisu war gleich die Geburtstagstorte für das Fräulein O, nicht schlecht, vielleicht die Biskotten doch die Idee zu lang getunkt – also bitte nur von einer Seite, ganz kurz tauchen und ehrlich, so ein Tiramisu (aus dem italienischen für “ziehe-mich-hoch”)  ist im Grunde doch auch so eine One-Minute-Sculputre, schön retro und ein bissl spießig.

Zutaten

  • 250 g Biskotten
  • 250 g Maskarpone
  • 3 ganze Eier
  • 80 g Zucker
  • 250 ml Espresso
  • ein Schuss Rum
  • 2 TL brauner Zucker
  • Kakaopulver, Staubzucker

 

Zubereitung

Die 3 Eier mit dem Zucker sehr schaumig aufschlagen und mit Mascarpone verrühren. Den Boden einer Form (ich Deckel einer weissen Metalldose ca. 25  x 25 cm) – mit in die Kaffe/Rum/Zuckermischung getauchten Biskotten auslegen- mit Kakaopulver bestreuen, Mascarponemasse darüber und für einige Stunden (oder über Nacht) in den Kühlschrank. Vor dem Servieren die Oberfläche tüchtig mit Kakaopulver bestreuen. Fertig.

Holundertarte, Affaire mit Mailüfterl

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Lange hat´s gedauert, aber jetzt blüht und spriesst alles da draußen so richtig, herrlich! Die Gartensaison mit lauen Abenden an Spritzweinen und Mailüftern ist eröffnet, die Gelsen schlafen noch. Vielleicht liegt es daran, daß der ganze Frühling mit seinem Holunder so lang auf sich warten hat lassen. Und wie die riechen, ganz deppat könnt man werden davon. Hab ich aber die vergangen  Jahre sofort einen Hollersirup angesetzt, ja, ich erinnere mich an meine “Arsch-Knapp-Abfüllung, van der Holler” aus dem letzten Jahr, oder die Sirup-Verlängerung Holler-Wodka für das Gartenfest. Heuer ist mir nicht danach. Die weissen Dolden sollen die Äste ruhig bis zum Boden runterbiegen, ich bleib sitzen. Sogar die Hammerische, die immer die Erste auf der Höhenstraße ist und weissen Blüten brockt, hat diesbezüglich auch noch nichts in die Gruppe gestellt. Aber ganz lässt mich der Holunder dann doch nicht kalt, in einer spontanen Aufwühlung von Duft-Infusion und der Übernichtigkeit von zuviel “The Affair” schauen (Staffel 3, ja, ja, jetzt wird´s eng Noah Solloway) überkommt mich diese Holundertarte, und jetzt setzt ich mich wieder hin.

Zutaten

1 Packung Vollkornkeks

100 g flüssige Butter

500 g Topfen (20%)

90 g Zucker

3 ganze Eier

Abrieb einer Bio-Zitorne

(event. doch 1 Stamperl (50 cl) Holundersirup, wenn ich noch einen Sirup mach)

5 duftige Holunderblüten ohne Tiere

Staubzucker zum Bestreuen

Zubereitung

Die Kekse im Geschirrtuch mit Nudelholz kleinhauen, mit der flüssige Butter vermischen und am Boden einer Tortenform (Springform) verteilen. Die Eier mit dem Zucker schaumig aufschlagen, Topfen und Zitronenabrieb mit dem – schadet sicher nicht-  Holundersirup unterrühren, über den Keksboden damit und bei 170 Grad ca. 40 Minuten durchbacken. Mit frisch gepflückten Holunderblüten bedecken und der Karte das Holunderaroma annehmen lassen (event. über Nacht im Kühlschrank). Vor dem Servieren gegen frische Blüten tauschen, anzuckern, hinsetzten.