Wildkräuter mit Kohlfühlfaktor

Montag, 27.6.2016

Wildkräuter mit Kohlfühlfaktor

Wildkräutern sind angesagt. Bin nämlich von einem Magazin eingeladen, ein paar knackige Rezepte in denen ich Wildkräuter einbauen soll, auf den Tisch zu stellen. So wild, wie sie eben auf großen Wiesen und Felder wachsen,  zahm genug, sie hier in der Stadt zu finden. Da fällt mir Maurice Maggi wieder ein, ein Guerilla Gärtner aus der Zeit vor der Urban Gardening Erfindung – den ich vor Jahren in Berlin getroffen hab und mich mit ihm über sein Buch “Essbare Stadt – Wildwuchs auf dem Teller” unterhalten hab. Sehr lustiger Kerl, Schweizer, sammeln alles was er in Parks, auf Grünstreifen und Mauerritzen findet.

Jedenfalls ein Glück, denn nach Studium weiterer Wildkräuter-Lektüren, die mir der Rokitansky dankenswerter Weise vom Morawa aufgestockt hat – wiedererkenne ich Girsch, Löwenzahn, Spitz- und Breitwegerich, Salbei, Brennnessel, und solche Sachen, die gerne in meinem roughen Garten wachsen und schon in Aufstrichen, siehe auch HIER, gelandet sind, auch Scharfgabe, Klee, und Wiesen-Kerbel,  wie ich sie bei meinen Laufrunden nach Neustift und Salmannsdorf immer wachsen sehe und jetzt gleich in diese “Kohlroulade” verschnipple. Geht gut zusammen und mache so:

Zutaten

  • 1 Kohlkopf
  • 500 g Rinderfaschiertes
  • 1 ganzes Ei
  • 1 Zwiebel
  • 5 EL Semmelbrösel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL scharfer Senf
  • 1 EL Senfkörner
  • 1 EL Paradeismark
  • eine Handvoll gehackte (Wild) Kräuter, ich: blanchierte Blätter vom Spitzwegerich

Zubereitung

Gehackte Zwiebel und Knoblauch in einem Topf mit 3 EL Olivenöl anschwitzen, Rindfleisch dazu, kurz anbraten, ohne dass Zwiebel zu braun werden. Paradiesmark, Senf und Senfkörnern, Salz und Pfeffer untermischen, vom Feuer nehmen und etwas abkühlen lassen. Ein ganzes Ei und Brösel und gehackte Kräuter untermischen. Die äußeren Blätter von einem großen Kohl in Wasser 3-5 Minuten blanchieren und jetzt der Trick: damit Blätter ihr Grün nicht verlieren 1 EL Natron (Soda) einrühren. Blätter gut abtropfen lassen. Eine runde feuerfeste Schüssel mit Olivenöl auspinseln, mit dem größten Kohlblatt beginnen (event. das Strunkende etwas der Länge nach einschneiden) und wie bei Lasagne schichtweise in die Form füllen. Mit einem Kohlblatt abschließen, mit Stanniol abdecken und 50 Minuten im 180 Grad heißen Ofen backen. Auf einen Teller stürzen und mit einer Sauerrahm/Frischkäse/oder Joghurtsauce servieren! Klirrend kalten Grünen Veltliner dazu trinken, auf den Herrn Maggi und jetzt…..zum Kohl, ich mein, zum Wohl!

Kommentare (2)

Comments

  1. Alexandra Palla says:

    Danke Pingback, du bist hier richtig am Roughcutblog!

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