Marillinger, gut wie nie

Sonntag, 31.7.2016

Marillinger, gut wie nie

      

Da ist sie endlich, die Sommerfrische und Melrose Place in se Salzkammergut ist komplett. Zuerst ist die Schöllhammerische Sippe angereist. Ihr Bikini Inspektor ist nun auch in der Mitte seiner Teenager-Jahre angekommen und hat 5, nein 7 Teenagerfreundinnen und Freunde mit Schlafsäcken, Bose Boxen und Immerhunger dabei. Selbstverständlich sind wir uns der Verantwortung bewusst und haben gleich einmal, zur Verstörung der anderen Zauner-Gäste an der Esplanade von  Bad Ischl über herkömmliche und alternative Verhütungsmethoden referiert nach dem wir uns ausgerechnet haben,  daß wir schon lange in dem Alter! Von den Mizzis war Marcus mit dem Fahrrad der Erste. Alle haben seine Wahnsinnstour von St.Valentin durchs Gesäuse bis eben an den Wolfgangsee auf Runtastic mitverfolgt, jetzt hängen in der Waschküche abstrakte Gebilde von Funktionskleidung an Schaumstoffverstärkungen und er ist sehr sehr müde. Gestern dann endlich auch die Damen im Auto, die sich prompt verfahren haben weil irgendwelche Missverständnisse mit der Navigation, obwohl eh erst 1000 Mal hier  und fast wären sie zu spät zum Marillinger gekommen, den ich als Willkommenskuchen für sie ins Rohr geschoben hab. Denn der Marcus ist nach seinem Strandschläfchen hungrig aufgewacht wie Ab durch die Hecke, die Schöllhammerische hat´s schon im Stiegenhaus gerochen und kam schnurschtrax zum Kaffeetschi, der Wochenendbesuch, ausgehungert von so viel Japan-Reise-Erzählung bei Segelausflug mächtig scharf auf den österreichische Mehlspeisenrenner. Wollten kaum die Anreise abwarten und haben sich – wie es sich ja auch gehört – gleich auf den noch lauwarmen Kuchen gestürzt. Das muss ich jetzt schon zugeben, es war der mit Abstand beste Marillinger der mir je gelungen ist, ja. Aber was war anders: ich hab die Eier getrennt (!) was ich – bis heute –  in einer Art roughen Überschätzung als etwas für Spiesser abgetan. Dann das vierterl Butter an der schönen Salzkammergutsonne am Fensterbankern langsam dahinweichwerden lassen. Hab den Teig gleich in die ausgebutterte Riess-Form gespachtelt und gar nicht blechputzfaul das Backpapier weggelassen. Was noch? Kein Stäuberl Backpulver verwendet, das war nämlich aus und natürlich die Marillen. Jetzt sind sie eben am Besten. Vom Marillenkuchen war jedenfalls genug für alle da, die Damen sind gut angekommen, die TeenagerInnen wieder abgereist, ich geh besser noch Laufen, denn am Abend folgt das nächste Highlight: die Salzkammergut-Fischsuppe, in Kürze hier zu lesen!

Zutaten (gleichschwer)

So schwer wie 4 Eier (meistens 250 g), Butter, glattes Mehl, Staubzucker

Zubereitung

Backrohr auf 160 Grad Ober/Unterhitze vorheizen. Eier trennen. Eiklar mit der Hälfte des Zuckers steif schlagen. Weiche Butter mit dem Rest des Zuckers schaumig rühren und Dotter nach und nach dazu. Die beiden Teilmassen in die größer der beiden Schüsseln mit einer Teilspachtel (nicht mehr mixen) zusammenführen und das Mehl einsieben. Kuchenform mit den Resten von Butter die noch am Butterpapier klebt auswischen, Teig gleichmäßig darauf verteilen und Marillenhälften mit der Innenseite nach oben auflegen. Bei 160 Grad ca. 50 Minuten backen. Mit Staubzucker bestreuen.

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