Oh Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter-Teig

Mittwoch, 20.12.2017

Oh Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter-Teig

 

Beim Thema Christbaum führen viele Wege zum Ziel. Der Verleger zum Beispiel, steht traditionell am 24.12. zu Mittag am Wiener Graben vor dem Cafe Europe, sagt “den” und “zehn” und macht immer einen feinen Deal.  Das Fräulein O. ganz anders. Nach einem kleinen Vorjahres-Abenteuer mit dem Kunstbäumchen aus dem Internet mit Zusammenstecken dafür Lichterketten , haut sie heuer den Hut drauf und feiert bei der Tochter in der neuen Dachbodenwohnung (daß sie heuer das ganze Essen dorthinschleppen wird ist eine andere Geschichte deren Fortsetzung wir nächstes Jahr spätestens zur gleichen Zeit erfahren werden). Bei der Hammerischen, kann man sagen, sehr unkompliziert. Die Christbäume nie größer als das, was gerade auf einem Beifahrersitz Platz hat. Dafür mit selbstgebastelten Kindergarten-Strohsternen von den heute schon erwachsenen Söhnen. Dann meine eigene Mama. Sie opfert jedes Jahr einen ihrer selbstgezogenen “Tannenbäume” wie sie immer betont und klemmt die – in Wahrheit übergewichtige stachelige Blaufichte – zwischen Boden und Decke ihres Wohnsalons, dass weder vom Bösendorfer dahinter noch vom Perser darunter was zu sehen ist. Auf Instagram, ja, da gehts´auch schon zu. Dort ziehen schönen blassen Menschen in Norwegerpullis, Bommelmützen und Sonnenuntergang ihre Bäumchen gerade in verschneite Berghütten oder räkeln sich in knalligen Cruise-Outfits  durch Lobbys internationaler Hotelketten vor Riesen-Glitzer-Pyramiden.

Kommen wir zu mir.

Jahrelang war ich Stammkundin am ersten Stand am Kutschkermarkt, hab dort Christbäume gecastet, die in den besten Jahren Fragen wie “wohnen sie in einer Kirche ?” mit sich brachten. Bis ich draufgekommen bin, daß gleich bei mir ums Eck, eine Gutsverwaltung im Garten ihres  “Town-Houses” super Bäume zu Sensationspreisen verscherbeln. Muss dem Finanzamt lange nicht aufgefallen sein. Dann waren die Jahre mit dem Kummer-Toni (der auch den Marco Simonis christbaummäßig so pipifein beliefert, daß ich unbedingt auch so) und im Vorjahr der Ausflug in den Wald bei Klosterneuburg. Na was stellst du dir drunter vor, wenn dir Freunde vom Liebhaberprojekt eines Nebenerwerbs-Christbaum-Waldbesitzers  erzählen, gefolgt von Lagerfeuer und Erdäpfelgulasch. Da wird doch jeder schwach. Die Realität war nur eine andere, den selbstgefällten Gnadenbaum hab ich nur gegen ärgsten Widerstand der Familie durchsetzten können, mit dem Versprechen “niewieder”. Auf den alten Maronibrater Stiefeln auf der Kellerstiege kleben heute noch Reste von dem Gatsch bei Gugging. Nur, und jetzt kommt´s, was jetzt? Die Gutsverwaltung gibt es nicht mehr, vielleicht pickt da schon der Kuckuck, dem Kummer-Toni hab ich abgesagt, das nächste wäre der Parkplatz-Verkauf in Gersthof beim Centimeter oder die Agnesgasse. Jetzt steh ich schön da, für´s Erste back ich mir den Christbaum eben selber – passt sehr gut zum Weihnachte-Cocktail und zum Knabbern davor oder danach,  aber bitte um Hilfe, wo krieg ich jetzt bitte einen schönen Christbaum her?

Zutaten:

  • 2 fertige Blätterteigrollen
  • für das Pesto: eine Hand voll Wallnüsse, 1 Bund Petersilie, etwas Parmesan, 80 ml Pflanzenöl, Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Zutaten für das Pesto mit dem Stabmixer pürieren, würzen. Erste Blätterteig-Lage mit Pesto bestreichen, mit der zweiten Blätterteig zudecken, in Form schneiden und drehen – siehe Bilder und 20 Minuten bei 180 Grad backen.

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