Tolle Weihnachtsrolle

Habt ihr gewusst, dass es bei den Franzosen keine Weihnachtskekse gibt? Ich auch nicht, bis mich unlängst meine bretonische Freundin Laurence besucht hat. „In die Frankreisch aben wir nür die Büsch de Noel“, sagt sie wie Brigite Bardot, kurz bevor sie sich mit Gunter Sachs die tief verschneite Bobbahn in St.Moritz hinunterstürzt.
Ja klar sag ich, kenn ich gut, ist eine Biskuitrollade wie aus der Sommerfrischeküche mit fluffiger Schokocreme, in die mit der Gabel das Muster eines Baumstamms gezeichnet wird. Gesagt, getan, e tres bien!
Biskuit Rolle siehe Sommerfrische Küche (unter „Flotte Charlotte „) oder HIER,  Schokocreme: 125 g Schokolade schmelzen. 200 g sehr weiche Butter mit 150g Zucker sehr schaumig schlagen, Schokolade, 1 Ei und 4 Dotter, 2 EL Kakaopulver einrühren. Ausgekühltes Biskuit mit der halben Creme füllen, rollen, restliche Creme darauf verstreichen., mit der Gabel Muster zeichnen und mit Stechlorbeerblätter weihnachtlich verzieren

Merry Berry Christmas

Merry Berry Christmas Cocktail

Variante #ArtAperitiov

Das Kunsthistorische Museum in Wien hat mich zum “Art Aperitivo” eingeladen. Es ist ein sehr neues junges Talk-Format in dem Persönlichkeiten aus ganz unterschiedlichen Bereichen mit einem Kurator oder Kunstvermittler ein Thema besprechen. Zu “Alte Schinken und coole Drinks” durfte ich mir 5 Kunstwerke aussuchen, anhand derer die Kulinarik, der Genuss und ihre Symbole diskutiert wurden.

Abschließend hab ich einen Merry Berry Aperitivo gemixt.

Glasrand in den Saft von Granatapfelkerne tauchen, mit Zucker und Orangenzesten benetzen. Einen Eiswürfel mit Campari und roter Wermut übergießen, mit Tonic oder Mineralwasser aufspritzen. Mit einem Stück Schale einer Bio Orange parfümieren und es im Aperitvo versenken.

 

 

Variante Jungbleiben

Wir lieben spritzige Cocktails mit frischen Beeren und servieren im Winter unseren MERRY BERRY Weihnachtscocktail mit Granatapfelkernen, roten Beeren und spritzen diesen mit dem neuen Vöslauer Balance Juicy Rote Früchte + Echinacea auf, das unlängst in einer nach Hause gelieferten Dinner-Box dabei war.

Den Jungbleiben- Kick gibt der Crust am Glasrand. Dafür wird das Glas mit dem Saft von Granatapfelkernen benetzt und anschließend in einen Zucker-Salz-gehackte Rosmarinblätter-Mischung getunkt.

Nehmt dafür einen feinen Kristallzucker, wenig Salz und mischt frischgehackte Rosmarinzweige darunter!

Das Glas mit Eiswürfel, frischen Granatapfelkernen, ein paar rosa Pfefferkörnern, Rosmarinzweigen und einem Schuss Gin befüllen und mit dem beerigen Vöslauer Blance Juicy aufspritzen.

Sag ich: “Trinkt sich wie ein Spaziergang durch den verschneiten Winterwald,  im knirschendem Schnee der in der Wintersonne glitzert.”

Der Cocktail hat den Vöslauers so gut gefallen, daß sie ihn ihr #jungbleiben Magazin aufgenommen haben, danke!

 

 

Hereinspaziert, im sommerfrischen Fociacca Garten!

Jeder hat ein Talent zum Garteln! Wer es nicht glaubt, hat es vielleicht noch nicht für sich entdeckt. Ein neuer Trend macht es möglich es auszuprobieren, dafür braucht es nicht einmal Schaufel oder Handschuhe, denn das Beet wird jetzt am Backblech angelegt. Wie das geht? Ganz einfach, wir belegen ab sofort eine Focaccia- wie ich sie gerne in der Sommerfrische backe – und lassen darauf die Blumen, Ranken und ganze Wiesen spriessen.

Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Aus Frühlingszwiebel werden Blütenstiele, aus Paradeiserstücken werden Blütenblätter, gelbe Paprikastreifen rund um schwarze Olivenscheiben oder Saaten zu Sonnenblumen oder rote Zwiebel oder Rote Rübe zu Knospen und Blüten gelegt. All das erwächst aus einem Grund von blättrig geschnittenen Champions, Fenchel, Erdäpfel oder Karotten.

Die Saat für die neue Art von Blumenwiesen aus dem Backofen,  soll die Hobbybäckerin Teri Culletto aus Massachusetts gelegt haben. Seit die New York Times Ende April 2020 darüber berichtet hat, sprießt es nur so von in Teig gebackenen floralen Bildern. Seht hier viele Gärten unter #focacciagarden.

Bei meinen ersten Bildern aus dem Focaccia Garten hab ich grüne Kräuter aus meiner Gärtnerkiste (ja die von der Wiener Gärtnerei Bach!) auf den Teig gelegt und viele weitere werden in Kürze folgen.

Die Unterlage ist mein einfaches Focaccia Rezept, das ich – von einer Apulischen Nonna übernommen – in meiner Sommerfrische Küche verwende. Der Unterschied zu einem gewöhnlichen Pizzateig besteht darin, in den Teig weichgekochte Erdäpfel einzuarbeiten. Das gibt der Fociacca diese süsse Flauschigkeit im Inneren und eine besondere Knurrigkeit außen.

250 g Erdäpfel weich kochen, schälen und mit der Gabel zerdrücken. 1 Packerl Trockengerm mit 1 EL braunen Zucker und 250 ml lauwarmes Wasser in einem Glas lösen bis sich Bläschen bilden. Mit 500 g glattes Mehl, 4 EL Olivenöl, den zerdrückten Erdäpfeln und 1 TL Salz  zu einem glatten Teig rühren. Es ist kein Problem, wenn Erdäpfelstücke noch sichtbar sind. Den Teig zugedeckt mind. 30 Minuten rasten lassen. Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen, mit Händen in Form bringen (oval, rechteckig), mit etwas Olivenöl beträufeln und Salzflocken bestreuen. Jetzt das Gemüse und Kräutern putzen, waschen, schneiden und den Boden kreativ belegen. Alles zusammen ca. 20-30 Minuten bei 180 Grad backen. Am Schluß noch Salzflocken drauf und mit einer Olivenöl-Knoblauch-Mischung beträufeln.

 

 

Selbstgebackenes Sauerteigbrot

Bis heute war ich der Meinung, daß das mit dem Sauerteigbrot selber backen so ist, wie das Wiener Schnitzel machen zu Hause. Egal wie du’s machst, es schmeckt doch nicht so wie beim Bäcker bzw. im Lieblings-Wirtshaus. Dachte ich bis heute. Beim selber Brotbacken mit Sauerteig (im Gegensatz zu einfachen Topfbrot) kommt noch dazu, daß du in Wahrheit dein Projekt auf 10 Tage anlegen kannst. Zeit, die wir jetzt alle haben.

Es fängt alles mit einem Sauerteig-Ansatz an, der auch überhaupt keine Hexerei ist.  Du rührst in einem größeren Glas (sagen wir 300 ml) 2 EL Roggenmehl mit 2 EL Wasser an, wiederholst das für eine Woche und oh Wunder, die cremige Masse wirft plötzlich blasen, blubbert und hat sich zu einem “Lebewesen” verwandelt. Es ist eine Fermentation die hier von ganz alleine stattfindet, der Teig holt sich aus der Luft Milchsäure-Bakterien, die da herumschwirren, ohne daß es uns weiter auffällt. Ein ruhiger, warmer Ort ist von Vorteil.

Sobald dieser Teil erledigt ist, bist du bereit zum Brotbacken. Die Übung dauert dann nocheinmal einen Tag. Ich habe also am Vorabend 2 Teige gemacht:

Für den ersten Brotteig 400g Roggenmehl, 400 ml Wasser, 100g Sauerteig Ansatz in einer Schüssel verrühren und abdecken (mit Folie oder Teller). Für den zweiten Teig 450g helles Vollkornmehl, ich hier ein Bio-Einkorn-Vollkornmehl, 3g Frisch Germ (oder ein halbes Packerl Trockengerm) zuerst in einem Glas mit 250 ml lauwarmes Wasser und 1 EL Zucker auflösen, verrühren, abdecken und beide Teige über Nacht stehen lasssen.

Beide Teige verdoppelt ihr Volumen, also für ausreichend Platz in der Schüssel sorgen. Am nächsten Tag beide Teige zusammen mit ca. 100g Roggenmehl in einer großen Rührschüssel verkneten, je 2 EL Brotgewürz und Salz dazu, ca. 1 Stunde – wieder zugedeckt – rasten lassen. Backofen MIT einem großen gusseisernen bzw. schweren Topf mit Deckel auf 250 Grad vorheizen. Heißen Topf herausholen, etwas Mehl auf den Boden streuen, Teig hinein, Deckel drauf und 30 Minuten backen. Deckel weg und offen nochmal 30 Minuten weiterbacken. Aus dem Topf kippen, in ein Geschirrtuch schlagen und darin auskühlen lassen.

Das Brot schmeckt tatsächlich wie nach von einem 1. A.  Bäcker, das hätte ich nie gedacht und hab schon einen neuen Brotteig für morgen angesetzt. Was das Schnitzel betrifft, warte ich, bis das Berger und Lohn wieder aufsperret, dort ist es nämlich genauso wie es sein soll (und ich es zu Hause – zumindest bis jetzt) noch nicht zusammengebracht habe)

Meine Tipps für Sauerteig-Ansatz

  • Glas verwenden, kein Metall oder Plastik
  • Glas soll ca. 300 ml groß sein, Deckel locker raufsetzen, nicht luftdicht verschließen
  • bei jeder “Fütterung” mit einem Löffel alles gut durchrühren
  • trocken gewordene Stück am Glasrand entfernen
  • an einem warmen, ruhigen Platz stellen (Zimmertemperatur bis max. 28 Grad)
  • immer das gleiche Roggenmehl verwenden
  • geht sicher auch mit anderen Mehlsorten, hab ich aber selber noch nicht probiert
  • Fütterungsverhältnis dem Sauerteig anpassen, mal braucht er gleich viel Wasser, mal weniger
  • meiner Fütterung besteht aus 2 EL gehäuftes Roggenmehl, 1-2 EL Wasser
  • interessanter Weise wird der Sauerteig-Ansatz nach einer Woche nicht mehr, er “ernährt” sich selbst
  • soweit, daß ich den Sauerteig-Ansatz in den Kühlschrank zum Pausieren stellen musste, ist es noch nicht gekommen.
  • Besser: jede Woche ein Brot backen, dann passt das Verhältnis Sauerteig Vermehren und Entnehmen…

Meine Tipps zum Brotbacken

  • verwendete Schüsseln gleich mit viel Wasser abspülen oder trocknen lassen – dann Teigreste rausklopfen
  • zum Teigverkneten ist eine Rührschüssel (Küchenmaschine) ein Segen!
  • Teige beim Rasten zudecken (Folie oder Teller), wachsen viel besser
  • ich backe mit der “Topf-Methode”, diese simuliert einen Brotbackofen. Dafür braucht es einen guten, schweren, z.b. Emaille-Topf mit Eisenkern ohne Plastikgriffe oder Knöpfe (sonst entfernen!)
  • dadurch auch keine Backformen, “Simperln”, Tücher, etc. notwendig
  • nach dem Backen das Brot gut in ein Geschirrtuch einschlagen und gut auskühlen lassen
  • Brotgewürze sind Anis, Kümmel, Fenchel, Koriander oder eine Mischung davon
 

So isst Wien mit Wiener Waller | Kochkurs Teil 1

Einen schöneren Auftakt für meine neuen Kochreihe “So isst Wien” konnte ich mir nicht wünschen.  Ausgesuchte Zutaten aus Wien und die besten Gäste sorgen für ein wunderbares Milieu in meiner Küche, bei dem die Stimmung so aufgegangen ist wie die Buchteln, die es zur Nachspeis gibt. An jedem Abend bereiten wir 3 Gänge mit den Zutaten unseres Sonder-Gastes zu, zur Nachspeis gibt es Buchteln!

Aber schön der Reihe nach, beim ersten Kurs war Gregor Hoffmann von der Wiener Aquaponik Cityfarm BLUEN mit seinem Fisch zu Gast, hier sind die 3 Rezepte mit Wiener Waller und 1 Best-Of-Buchtel Rezept zum Nachmachen.

1. Wiener Ceviche (4 Portionen)

  • 500 g weißer Fisch (Wiener Waller von Cityfarmer bluen)
  • 4 Limetten
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 reife Pflaumen (oder ähnliches Obst)
  • 2 reife Avocados
  • 1 TL rote Pfefferkörner gestossen
  • frische Korianderblätter
  • Olivenöl, Salz, Pfeffer

Zubereitung: Fische in Würfeln schneiden, 30 Minuten in Limettensaft einlegen, kalt stellen. Restliche Zutaten schnippeln, würfeln, grob hacken und Körner stossen. Überschüssigen Saft abgießen, Fische behutsam mit allen Zutaten vermengen und in Schalen anrichten.

2. Orangensalat mit geräucherten Wiener Waller (4 Portionen)

  • 4 Blutorangen
  • 1 Fenchel
  • 1 Filet geräucherter Fisch
  • Kapern
  • 1 rote Zwiebel
  • Sauerrahm

Zubereitung: Orangen mit Messer schälen, in Scheiben am Teller anrichten. Dünne Zwiebelringe und Fenchel, Kapern, Fisch und ein Klecks Sauerrahm darauf anrichten, marinieren und würzen.

3. gedämpfter Fisch im Butterbrotpapier (4 Portionen)

  • 4 Fischfiletes natur
  • frische Kräuter (Petersilie, Thymian oder Minze)
  • Bio-Zitrone, Salz, Pfeffer, Olivenöl

Zubereitung: Backofen auf 160 Grad vorheizen, Fischfilets auf Butterbrotpapier zuerst würzen, 1 EL Öl, mit Scheiben aus Bio-Zitrone und frischen Kräutern belegen, Papier zu einem “Packerl” formen. Im heißen Backofen ca. 25 Minuten garen. Im Papier auf Tellern servieren. Das Auspacken wird dem Gast überlassen!

4. Beste Buchteln (12 Stück)

  • 1 Packerl Trockengerm
  • 200 ml Milch
  • 80 g Butter
  • 2 ganze Eier
  • 4 Dottter
  • 500 g glattes Mehl
  • 80 g Staubzucker
  • 200 g Powidl zum Füllen
  • Butter zum Bestreichen, Staubzucker zum Bestreuen, Vanillesauce zum Tunken

Zubereitung: Trockengerm mit 5 EL lauwarmen Wasser verrühren. Butter in Milch zerlassen, auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, Eier einrühren. Mit Mehl, Staubzucker und der Germ in einer Rührschüssel zu einem glatten, speckigen Teig rühren. Zudecken und an einem warmen Ort (am Heizkörper oder auf der Kaffeemaschine) ca. 30 Minuten gehen lassen, bis sich Volumen verdoppelt. Teig auf einer leicht bemehlten Unterlage in 12 gleichgroße Stücke teilen, am Handteller zu einem Kreis drücken, mit 1 EL Powidel füllen, zudrücken, durch flüssige Butter ziehen und mit gespannter, runder Oberfläche nach oben in eine ausgebutterte Form setzten. Nochmal mind. 30 Minuten gehen lassen und im heißen Backofen bei 160 Grad 30 Minuten backen. Vanillesauce dazu reichen.

Weitere Kochkurstermine gibt es am

 

HIER geht’s zur ANMELDUNG

 

“So isst Wien”, Kochkurse mit Alexandra Palla

So jung das Jahr noch ist, für mich steckt es schon voller Ideen, Pläne und neuer Projekte. Eines davon ist die neue Kochkurs Reihe “So isst WIEN”. So oft wurde ich schon gefragt, in meiner Studio Küche Kochkurse zu machen, Tipps und Tricks für unkomplizierte, raffinierte und lockere “rough cut” Gerichte zu geben. Woher ich meine Zutaten hab, welche meine Lieblingsprodukte sind, wer meine Lieblingslieferanten sind. Wie ein entspanntes Menü zu kochen ist, dessen Gerichte für Familienfeste genauso passt wie für Dinner Partys. Das alles möchte ich Euch in meiner neuen Kochkurs Reihe “So isst Wien” in meiner Küche weitergeben.

Erster Termin ist schon der 11.2.2020 von 17 – 21 Uhr! 
Beim ersten Kochkurs begrüßen wir zudem Gregor Hoffmann, Mitbegründer der Wiener Ausnahme-Landwirtschaft blün”. Er bringt Kostroben seines WIENER WALLERs mit, den wir gleich auf 2 Arten im Menü einbauen werden.
Wir bereiten im Kochkurs gemeinsam vor, kochen, Decken die große Tafel und essen gemeinsam. Im Kurs sind alle Zutaten und Getränke enthalten. Infos dazu hier, ich freu mich auf Euch!

Kurs 1, 11.2.| zu Gast BLUEN, Wiener Cityfarm und Aquaponik Fischzucht

Kurs 2. 24.3. | zu Gast HUT & Stil, Die Wiener Pilzkultur

Kurs 3  12.5. | zu Gast Gärtnerei Bioschanze und die Wiener Winzerin Jutta Ambrositsch

HIER KURSE BUCHEN

Firmenkurse, geschlossene Kurse für Feiern und Events gerne auf Anfrage. Ihr erreicht uns gerne über fesch@pallavienna.com. Fotocredit: Dominik Pichler

Mein WUK, mein Bier!

    Es soll schon vorgekommen sein, daß ein sehr gemütlicher Abend in einem netten Wiener Wirtshaus nach den Eröffnungsbieren zu mehreren Kost-Wein-Glaserln geführt hat. Man trinkt in geselliger Runde so vor sich hin, kostet da und dort, hält dabei die alte Trinker Regel ein: „Wein auf Bier das gönne dir, Bier auf Wein das lasse sein“. Es wird später, man erhebt sich vom Tisch, lässt sich an der Schank im Stehen noch auf ein paar Flucht-Achterln ein. Schließlich kommt es zum abschließenden, weil ausgleichenden „Korrektur Getränk“. Darunter verstehe ich einen leichten, trockenen Weißwein, z.b. ein Glas Grüner Veltliner, der die vorhergehenden Getränke an Schwere und Alkoholgehalt quasi wegneutralisiert.

Verspürt der Körper Tags darauf, trotz aller korrigierenden Maßnahmen eine leichte Katerstimmung, heute sagt man eher „Hang Over“ dazu,  gibt es die großartige Einrichtung, das legendären „Reparatur-Seidls“. Die basische Wirkung des natürlichsten und ältesten Elektrolytgetränks der Welt hat auf den menschlichen Organismus, oder zumindest auf meinen, eine unglaublich heilende, ausgleichende, ja sogar reparierende Wirkung.

Das ist jetzt insofern interessant, denn es gibt ein neues Bier von der Wiener Ottakringer Brauerei, das “Kultur-Reparatur-Seidl”.  Die heilende, reparierende Wirkung kommt – wie der Name schon sagt – diesmal keinem Körper, sondern einem Gebäude, dem Wiener WUK im Neunten zugute. Zum WUK (steht für Werkstätten und Kultur Zentrum) – dem großen alten Backsteinbau zwischen Nussdorferstrasse und Gürtel im Neunten- hab ich immer schon eine besondere Beziehung gehabt, bis heute! In die einstige Lokomotiv Fabrik, dann Ur-HTL, dem „Technische Gewerbe Museum ging schon meiner Onkel Franz, meine Mode-Schulzeit hab ich im WUK verbracht, unsere Klassenzimmer waren in der Expositur des WUK´s untergebracht, die Pausen waren wir in der WUK Kantine oder sind im charmanten Innenhof herumgehangen. Ins WUK bin ich auch danach gekommen, auf Konzerte, Fahrrad-Tausch- Börsen, Veranstaltungen für meine Kinder, BIO-Wissensmärkte, und dem Bio-Wochenmarkt. Bis heute fahre ich täglich dran vorbei.

Die Spuren der Zeit gehen auch am WUK nicht spurlos vorüber daher ist die Aktion „Kultur- Reparatur-Seidl“ von Ottakringer eine wunderbare Art für mich und alle die das WUK unterstützen wollen, DANKE zu sagen und mit dem Kauf jedes 6-er Tragerls jedes KULTUR- Reparatur-Seidls, einen Euro für die Restaurierung beizutragen.

Das neue Bier gibt es fast überall im Supermarkt, es ist ein Bock-Bier, also fährt schön ein, Pardon, repariert SOFORT!

Jeder der mich kennt, weiß, daß jetzt auch noch ein Rezept kommt. Passend zum Bock-Bier gibt es eine selbstgemachte Entenpaté, die ich aus dem Süddeutschen Magazin gerade nachgekocht hab und ganz phantastisch zu dem Bier passt. Das geht so:
500 g Entenbrust, 100g Schopfbraten in 250 ml Süsswein, 125 ml Apfelessig, 2 EL Wacholderbeeren, je ein Zweig Rosmarin und Salbei 3 Stunden einlegen. 1 geschälte Karotte, Zwiebel und Selleriestange mit 100 g Speck, 125 ml Cognac aufkochen, zerkleinerte Fleischstücke (Ento ohne Haut) hinzufügen, mit 200 ml Gemüsesuppe aufgießen und eine Stunde köcheln lassen, auskühlen lassen. Speck, Entenhaut, Gewürze entfernen, kurz in den Standmixer geben. 50 g Schlagobers schlagen, unter die Masse rühren, kalt stellen und auf getoastenden Schwarzbrot mit Granatapfelkernen und frisch gemahlenen Pfeffer zum Bier essen, PROST!

BIER TRINKEN, WUK RETTEN

Nach über 160 Jahren intensiver Nutzung ist eine umfassende Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes in der Wiener Währinger Straße dringend notwendig. In einem ersten Schritt mussten allein für die Erneuerung der elektrischen Anlagen
über 850.000 Euro aufgebracht werden. Das WUK steht jedoch erst am Beginn einer gewaltigen Herausforderung. Für die weitere Sanierung des denkmalgeschützten Hauses wird das WUK auch weiterhin auf die Unterstützung aller Freundinnen zählen müssen.

Winter Pavlova

Schön langsam geht’s in Richtung Weihnachten und ich frage – und werde gefragt, was es denn bei mir zu den Festtagen so zu essen gibt. Die Diskussion über das Menü am 24.12. startet für gewöhnlich schon im Sommer. Traditionell eröffne ich die Partie mit meiner Ansage “Fischsuppe”. Nicht so eine deftige Fischbeuschlsuppe wie bei den Thum Großeltern (gefolgt von gebackenem Karpfen und 7-erlei Salat), mehr so eine leichte Bouillabaisse (aus der immerfrischen Sommerfrischeküche!), mit Safran, Orangen, Fenchel, Wermut dazu eine selbstgerührte Mayonnaise und so weiter, aber egal. Zu Herbstbeginn sind wir in der Diskussion um das Menü dann schon einen Schritt weiter, meist beim Kalbsrollenbraten. Dann wird es einmal ein Roastbeef (wegen der Wedges für die Kids dazu), oder ein mit Clementinen marinierter und gefüllter Truthahn. Oder doch eine Ente, ja Ente schmeckt allen.  Jetzt haben wir schon Mitte November, die Einsätze werden höher, die Nachspeise ist jedenfalls fix: eine Winter Pavlova! Die tolle Baiser-Torte ist gut vorzubereiten, sehr sehr einfach, wird mit Schlagobers bestrichen und mit Früchten belegt, Schokoblätten bestückt und mit Kokosflocken-Nussmischung bestreusselt.

Na gut sag ich dann, aus den vielen Eidotter die hier übrig bleiben mach ich gleich eine Mayonnaise und wisst ihr was, da passt du am Besten eine Bouillabaisse dazu, vielleicht wird’s ja doch was mit meinem Wunsch!

Baiserboden für Pavlova

6 Eiklar mit 200g Staubzucker 5-10 Minuten sehr steif schlagen, bis samtig glänzende weisse Spitzen entstehen. Die Schneemasse mit einem großen Löffel in Form eines runden Bodens (ca. 25 cm Durchmesser, 5 cm hoch) auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech formen und bei 110 Grad im Backofen 1,5 Stunden trocknen. Kann auch am Vortag gebacken werden!

Kurz vor dem Servieren 250 ml Schlagobers mit 1 Päckchen Vanillezucker aufschlagen, am Baiserboden verteilen und belegen. In meiner Winter Version sind je 1 Schachtel Heidelbeeren (ca. 150 g) und 10 Stück Physalis (ich lass aus optischen Gründen das Papier dran), eine Hand voll von  “Koksflocken-Nuss und getrocknete Mango” Mischung und ein paar dünne Schokoblättchen (Lind hauchzart). Darüber etwas flüssige Schokolade und Staubzucker.