So isst Wien mit Wiener Waller | Kochkurs Teil 1

Einen schöneren Auftakt für meine neuen Kochreihe “So isst Wien” konnte ich mir nicht wünschen.  Ausgesuchte Zutaten aus Wien und die besten Gäste sorgen für ein wunderbares Milieu in meiner Küche, bei dem die Stimmung so aufgegangen ist wie die Buchteln, die es zur Nachspeis gibt. An jedem Abend bereiten wir 3 Gänge mit den Zutaten unseres Sonder-Gastes zu, zur Nachspeis gibt es Buchteln!

Aber schön der Reihe nach, beim ersten Kurs war Gregor Hoffmann von der Wiener Aquaponik Cityfarm BLUEN mit seinem Fisch zu Gast, hier sind die 3 Rezepte mit Wiener Waller und 1 Best-Of-Buchtel Rezept zum Nachmachen.

1. Wiener Ceviche (4 Portionen)

  • 500 g weißer Fisch (Wiener Waller von Cityfarmer bluen)
  • 4 Limetten
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 reife Pflaumen (oder ähnliches Obst)
  • 2 reife Avocados
  • 1 TL rote Pfefferkörner gestossen
  • frische Korianderblätter
  • Olivenöl, Salz, Pfeffer

Zubereitung: Fische in Würfeln schneiden, 30 Minuten in Limettensaft einlegen, kalt stellen. Restliche Zutaten schnippeln, würfeln, grob hacken und Körner stossen. Überschüssigen Saft abgießen, Fische behutsam mit allen Zutaten vermengen und in Schalen anrichten.

2. Orangensalat mit geräucherten Wiener Waller (4 Portionen)

  • 4 Blutorangen
  • 1 Fenchel
  • 1 Filet geräucherter Fisch
  • Kapern
  • 1 rote Zwiebel
  • Sauerrahm

Zubereitung: Orangen mit Messer schälen, in Scheiben am Teller anrichten. Dünne Zwiebelringe und Fenchel, Kapern, Fisch und ein Klecks Sauerrahm darauf anrichten, marinieren und würzen.

3. gedämpfter Fisch im Butterbrotpapier (4 Portionen)

  • 4 Fischfiletes natur
  • frische Kräuter (Petersilie, Thymian oder Minze)
  • Bio-Zitrone, Salz, Pfeffer, Olivenöl

Zubereitung: Backofen auf 160 Grad vorheizen, Fischfilets auf Butterbrotpapier zuerst würzen, 1 EL Öl, mit Scheiben aus Bio-Zitrone und frischen Kräutern belegen, Papier zu einem “Packerl” formen. Im heißen Backofen ca. 25 Minuten garen. Im Papier auf Tellern servieren. Das Auspacken wird dem Gast überlassen!

4. Beste Buchteln (12 Stück)

  • 1 Packerl Trockengerm
  • 200 ml Milch
  • 80 g Butter
  • 2 ganze Eier
  • 4 Dottter
  • 500 g glattes Mehl
  • 80 g Staubzucker
  • 200 g Powidl zum Füllen
  • Butter zum Bestreichen, Staubzucker zum Bestreuen, Vanillesauce zum Tunken

Zubereitung: Trockengerm mit 5 EL lauwarmen Wasser verrühren. Butter in Milch zerlassen, auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, Eier einrühren. Mit Mehl, Staubzucker und der Germ in einer Rührschüssel zu einem glatten, speckigen Teig rühren. Zudecken und an einem warmen Ort (am Heizkörper oder auf der Kaffeemaschine) ca. 30 Minuten gehen lassen, bis sich Volumen verdoppelt. Teig auf einer leicht bemehlten Unterlage in 12 gleichgroße Stücke teilen, am Handteller zu einem Kreis drücken, mit 1 EL Powidel füllen, zudrücken, durch flüssige Butter ziehen und mit gespannter, runder Oberfläche nach oben in eine ausgebutterte Form setzten. Nochmal mind. 30 Minuten gehen lassen und im heißen Backofen bei 160 Grad 30 Minuten backen. Vanillesauce dazu reichen.

Weitere Kochkurstermine gibt es am

 

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“So isst Wien”, Kochkurse mit Alexandra Palla

So jung das Jahr noch ist, für mich steckt es schon voller Ideen, Pläne und neuer Projekte. Eines davon ist die neue Kochkurs Reihe “So isst WIEN”. So oft wurde ich schon gefragt, in meiner Studio Küche Kochkurse zu machen, Tipps und Tricks für unkomplizierte, raffinierte und lockere “rough cut” Gerichte zu geben. Woher ich meine Zutaten hab, welche meine Lieblingsprodukte sind, wer meine Lieblingslieferanten sind. Wie ein entspanntes Menü zu kochen ist, dessen Gerichte für Familienfeste genauso passt wie für Dinner Partys. Das alles möchte ich Euch in meiner neuen Kochkurs Reihe “So isst Wien” in meiner Küche weitergeben.

Erster Termin ist schon der 11.2.2020 von 17 – 21 Uhr! 
Beim ersten Kochkurs begrüßen wir zudem Gregor Hoffmann, Mitbegründer der Wiener Ausnahme-Landwirtschaft blün”. Er bringt Kostroben seines WIENER WALLERs mit, den wir gleich auf 2 Arten im Menü einbauen werden.
Wir bereiten im Kochkurs gemeinsam vor, kochen, Decken die große Tafel und essen gemeinsam. Im Kurs sind alle Zutaten und Getränke enthalten. Infos dazu hier, ich freu mich auf Euch!

Kurs 1, 11.2.| zu Gast BLUEN, Wiener Cityfarm und Aquaponik Fischzucht

Kurs 2. 24.3. | zu Gast HUT & Stil, Die Wiener Pilzkultur

Kurs 3  12.5. | zu Gast Gärtnerei Bioschanze und die Wiener Winzerin Jutta Ambrositsch

HIER KURSE BUCHEN

Firmenkurse, geschlossene Kurse für Feiern und Events gerne auf Anfrage. Ihr erreicht uns gerne über fesch@pallavienna.com. Fotocredit: Dominik Pichler

Immer geht, Banana Bread!

   

Banana Bread mag ich sehr. So ein Kuchen mit Bananen schmeckt einfach großartig. Der reine Bananen Geschmack –  das ist jetzt die gute Nachricht für alle bei denen Bananen nicht in der ersten Reihe sitzen  – löst sich beim Backen in eine süsslich, karamellige Fruchtnote auf. Ähnliches Phänomen wie bei der Karotten Torte (siehe auch ur super Rezept HIER).

Banana Bread gibt es auch oft bei meinem Lieblingscafe Jonas Reindl (Auskenner!). Banana Bread riecht umwerfend gemütlich. Banana Bread kann man ganz leicht selbermachen. Für Banana Bread  sind die paar Zutaten inklusive 3 reifer Bananen meistens alle zu Hause vorhanden. Banana Bread Teig ist schnell mit der Gabel zusammengerührt und total unkompliziert oder wie wir auch gerne sagen “rough cut”. Warum mach ich dann nicht öfter Banana Bread?

Es war bei mir wieder soweit und eine kleine Story darüber hat auf Instagram die Runde gemacht. Da kamen auch schon die ersten Reaktionen: ja, super, wow, bitte mehr davon…., usw. Kaum war der schnelle Teig in der improvisierten Kastenform (dafür hab ich in Ermangelung einer Kuchenform diese kleine DIY Aktion gestartet und von einer festen Papiertasche mit rechteckigen Boden die untern 10 cm einfach mit der Schere abgeschnitten und mit Backpapier ausgelegt, fixerupper!) kamen schon die ersten Fragen nach dem Rezept.  Zu meiner großen Freude haben ein paar meiner Insta-Friends auch sofort Banana Bread gebacken und mir ihre Brote zur Ansicht geschickt. Und für alle anderen geht das so:

Zutaten Banana Bread

  • 3  reife Bananen
  • 3 Eier
  • 150 ml Sonnenblumenöl
  • 150 g Zucker (z.b. dunkler Rohrzucker)
  • 100 g geriebene Mandeln
  • 1 EL Backpulver
  • 200 g glattes Mehl

Zubereitung

In einer Schüssel 2 weiche Bananen mit der Gabel zerdrücken, alle anderen Zutaten einfach mit der Gabel gut damit verrühren. Teig in eine Kastenform füllen, die 3. Banane halbieren, auf die Oberfläche legen und im heißen Ofen bei 180 Grad 50 – 60 Minuten gut durchbacken.

 

STÄBCHENTEST:

Der Ist-er-schon-fertig-gebacken-Test geht so: Zahnstocher in den Kuchen stecken. Lässt er sich glatt herausziehen ist der Kuchen fertig. Bleibt Teig daran kleben noch ein paar Minuten Fertigbacken.

Mohntorte, dabei sein ist alles!

  

Sonntags bei der Schölli zum Olympia-Abschauen, jeder bringt was mit. Nur der Axel ist schon da, macht zuerst Yoga und dann wird gekocht. Du, schreib ich der Andrea, bei uns wird es erst Eins, dafür bring ich Mohntorte und die anderen Sachen mit. Die Idee dazu kam wieder aus der Auszugslade (Lebensmittelvorräte aufbrauchen!). Höchste Zeit für das gemahlene Mohnpackerl, sonst wär´s wahrscheinlich diese Karottentorte geworden. Mohntorten kennt man ja, entweder sie sind steinhart, stauben einem bei den Ohren raus, werden vor lauter dunkler Schokolade immer mehr im Mund oder haben diesen picksüss-sauren weißen Deckel. So einfach, fluffig, schön mohndunkel und natürlich saftig soll sie sein. Die Rezepte aus meiner Mohntortenzeit, in der ich gerne rohe Äpfel in den Teig gerieben hab, weiss ich nicht wo die sind, außerdem hab ich sowieso keine Äpfel daheim. Es wird, ihr ahnt es schon, ein rough cut Rezept, das ich mir aus ein paar dahergegoogelten Resultaten aus Mohn-Nuss-Poppy-Seed-einfach-saftig zusammenreime. Das Trennen der Eier spar ich mir, die Zuckerangabe vermische ich mit meinen dunklen Vollrohr Lieblingszucker  (absolut not sponsored, sag ich extra dazu, weil mein Mohntortengeheimnis Nr.1). Back die Mohntorte schon einen Tag vorher (mein Mohntortengeheimnis Nr.2) und lass sie zugedeckt über Nacht stehen. Dass das Frosting (so wie ich es auf der Karottentorte gemacht hätte) diesmal nicht gelingt, liegt hoffentlich nicht daran, daß ich Sauerrahm statt Ricotta nehm (was aus). Ich glaub das hat was mit der Temperatur zu tun. Hab der Frostingexpertin  FrlCupcake eh gleich auf Instagram geschrieben, aber noch keine Antwort bekommen. Inputs – wie das Frosting ohne lästiger Bröckerln gelingt, nehm ich hier gerne dankend entgegen.

Außerdem, was soll´s, hier hilft der Olympische Gedanke, dabei sein ist alles, ein paar geriebene Nüsse drüber (Mohntortengeheimniss Nr.3)  und es passt schon. Wir schauen uns die Highlights der Olympiade nochmal an, freuen uns für Anna Gasser (mag ich sehr)  und den Marcel für die Goldenen und alle anderen Österreichischen Medaillen , mein Gott, die hundertstel Sekunde bei der Anna Veith, dann die arme Langläuferin Stadlober, die sich als Zweite verläuft und den enttäuschten Papa in der Moderatorienkabine dazu gleich ein paar Mal.  Schauen uns Eiskunst, Paar und Tanz an, bis der Gusti nicht mehr kann  und lieber Fussball schauen mag. Die Mohntorte gibt es bald wieder und nicht vergessen, put a lot of love in it (Mohntortengeheimnis Nr. 4)  und überhaupt.

Zutaten für die Torte

  • 6 ganze Eier
  • 200 weiche Butter
  • 200 gemahlener Mohn
  • 200 geriebene Nüsse (hier Walnüsse)
  • 200 Zucker (Kristall und Voll-Rohr-Zucker gemischt)
  • 1 TL Backpulver, Brösel für die Form

Frosting

200 Butter, 200 Staubzucker, 200 Ricotta, 100 g Nüsse zum Bestreuen

Zubereitung

Die ganzen Eier mit dem Zucker sehr schaumig rühren (ca. 5 Minuten), langsam die weiche Butter, Nüsse, Mohn und Backpulver unterrühren und in eine ausgebutterte und mit Brösel panierte Form gießen und bei 160 Grad im vorgeheizten Ofen 50 Minuten backen und auskühlen lassen. Zugedeckt über Nacht stehen lassen. Für das Frosting die Butter mit dem Staubzucker schaumig rühren mit Ricotta vermischen, Torte damit füllen und außen bestreichen. Mit gemahlenen und ganzen Nüssen bestreuen.

 

savoir vivre, Cremeschnitten

Begonnen hat alles bei einem wunderschönen Winterspaziergang über den tief verschneiten Nussberg mit dem Rokitansky und dem Verleger. Das war letzte Woche am Sonntag. Du, sag ich zum Verleger, mit deinem Geschenk an den Rokitansky hast du mir eine große Freude gemacht. Es geht um ein französisches Kochbuch aus den 60er Jahren, das der Wiener Mandelbaum Verlag jetzt auch auf deutsch gemacht hat. Die konkrete Verbindung, warum es diese deutsche Übersetzung ausgerechnet zum Mandelbaum Verlag nach Wien verschlagen hat, gibt es. Es ist auch kein richtiges Kochbuch, mehr eine Beschreibung von ausgewählten, früher hätte man gesagt “Junggesellen” Speisen wie Pates, Terrinen, Würste, Eier und viel vom Schwein. So als hätte die Autorin für den Fall vorsorgen wollen, ihrem Mann eines Tages zu sagen, sie gehe jetzt Zigaretten holen. Der Erzähl-Ton der Gerichtsbeschreibungen hat auch was Woody-Allen-Filmhaftes. Man nehme eine Hand voll Naivität (hartes Ei kochen), würze sie mit einer Prise Ironie (wie man Erbsen aus der Dose macht)  und schiebe sie in den Abgrund einer kleinen kulinarischen Tragikomödie (Suppe für die Suppe kochen).

Beim Spazierengehen fallen mir einige skurrile Passagen aus dem Buch wieder ein: Wie die Bohnen für das Cassoulet zuerst auf den Tisch ausgebreiten und von Steinen (!) befreien, bevor, uns so weiter, oder wie die Gans im Schwein gebraten wird. Da waren wir schon am halben Weg auf den Nussberg hinauf. Beim niedergebrannten Wieninger dann “Homard a l Americaine, sehr lustig, beginnt mit dem Satz “Grundvoraussetzung für dieses Rezept ist immer (!) ein lebender Hummer….”, beim  Ochsenschlepp nach “Winzerart” (?) , sind wir grad beim Sirbu vorbei. Das Buch hat wirklichen Unterhaltungswert, gerade bei einem Spaziergang an einem sehr kalten Tag ohne Aussicht. Sehr ausgefroren sind wir dann im Wirtshaus gelandet, dort ein ordentliches Wiener Schnitzel bekommen. Der Verleger musste in den Verlag noch was ordnen und ich am Heimweg an Cremeschnitten denken. Was würde Elizabeth David, die Buchautorin jetzt machen? Schon in ihrer Einleitung zum Kapitel Les Deserts (Süßspeisen)-  das im Vergleich sehr mager ausfällt – steht gleich einmal: “Ist eine französische Hausfrau nicht sehr versiert, kann sie  alles in der örtlichen Patisserie bestellen….”. Das nenn ich eine gute Einstellung, sehr rough cut, warum auch herumärgern, pantschen, basteln, nach so einem Sonntagsschnitzel und langem Spaziergang kann man ruhig bei der Aida stehenbleiben und ein paar Cremeschnitten für die Jause daheim mitnehmen. Denkste, Cremeschnitten aus, was bleib: selber machen! Daß daraus unabsichtlich ein Wochenprojekt geworden ist ist eine Mischung aus Naivität (der Aufwand, einen Blätterteig selber zu machen war für mich nicht abzusehen), eine kleine Tragikkomödie (ein Deutscher gewinnt das Hahnenkammrennen) und einer Prise Ironie (ohne großer Prozedur trotzdem ein tadelloser Blätterteig mit viel Savoir Vivre).

          

Für den Blätterteig (Sonntag)

erster Teig: 250 g glattes Mehl, 100 ml Wasser, 1 Ei, etwas Salz verkneten, Kugel formen

zweiter Teig: 200 g Butter und 100 g Mehl verkneten zu einem Ziegel formen

Beide Teige rasten lassen (im Plachutta steht 2 Stunden, ich nur 20 Minuten). Ersten Teig auswalken, und zweiten Teig (Ziegel) darauflegen, Ränder einschlagen, von beiden Seiten festdrücken und im feuchten Geschirrtuch 1 Stunde im Kühlschrank rasten (daraus wurden beim mir 4 Tage !!??).

In den Kochbüchern steht jetzt überall, diesen Teig mit Nudelholz ausrollen, falten, rollen, kühlen, wieder ausrollen, falten, rollen, kühlen,…bis zu 4 Mal!

Zurück zu meiner rough cut Methode (Freitag)

Backofen auf 220 Grad vorheizen, Teig in 4 gleichgroße Streifen (ca. 12 cm breit x 25 cm lang) ca. 14 Minuten backen.

Creme:

2 Eier mit 60 g Kristallzucker und 2 Packerl Vanillezucker aufschäumen, 6 aufgelöste Gelatineblätter (siehe Packung) unterrühren, 1/2 l (500 ml) Schlagobers steifschlagen, unterheben und 20 Minuten kalt stellen (ein 4 Grad kühler Wintertag hilft).

Creme zwischen den ausgekühlten Blätterteig streichen, zumindest 3 Stunden kühlen, oder über Nacht.

Finish (Samstag):

Cremeschnitte “umlegen” mit scharfen Sägemesser portionieren, wieder aufstellen, anzuckern und servieren.

 

 

 

Der Opernball 2018, ein Vorgeschmack

Das wird ein Feuerwerk an Zitaten aus berühmten Opern am Wiener Opernball 2018 geben! Etwa “Dies Bildnis ist bezaubernd schön…” beim Damen-Spende-Spiegel, oder den Cocktail “Glücklich ist, wer vergisst…” mit viel Gin und Sinn über den Saal-Tresen gereicht werden. Auch sonst haben sich die 3 Gastgeber Opern-Direktor Dominique Meyer, Open-Ball-Mama Maria Großbauer und Ball-Sekretärin Eva Dintsis wieder einiges für den Ball aller Bälle einfallen lassen.  Fanfaren, Hymne, Polonaisen. Der Einzug des Jungdamen und Herren Komitees mit Krönchen von Dolce und Gabbana (hab ich am Rande des Shootings mit Inge Prader Probegetragen – siehe oben) und Schminke von Guerlain, für die Jungmänner Manschettenknöpfe von meinem Lieblingsschneider Venturini.

“Mein idealer Lebenszweck ist Borstenvieh und Schweinespeck….” so könnte das Zitat zu den vielen Schmankerln lauten, die rund um das Tanzparkett ausgegeben werden: Thum Schinken und seine Schinkensemmeln (Frage: Hallo, was machst du da auf der Opernball PK, Antwort: bin ein echter Thum Schinken, Frage: Aha!) und das berühmte Thum “Opernballwürsterl“, Gebäck von Ströck Feierabend, ein Opernball HOT-Dog, Ausseer Wildfang Fisch, Brettljausen und feine Aufschnitte von Hödl, Leberkäse mit und ohne Chili, Trüffelchips, Apfelstrudel Sparkling Sekt, Sushi Bar und Eiswagen. Die Opernball Lady outet sich als ausgesprochener Foodie.

Wem da schlecht wird, dann kann´s jedenfalls nicht am Essen liegen. Bleibt für den Rest zu sagen: “Chacun à son goût! – jeder nach seinem Geschmack.Dazu habe ich auch Maria Großbauer gefragt, ihre Antwort findet ihr HIER.

Wenn der Opernball heuer nicht in der Semesterwoche wär´, ja, dann würd ich mich glatt in ein schinkenrosa Kleid stecken lassen, dazu ein paar Ranunklen (die Opernball Blume 2018 von Doll)  ins Haar – siehe Sträusschen –  und für meinen Cousin Roman Thum Schinken aufschneiden. Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr.

Wiener Staatsoper

Wiener Opernball, Donnerstag, 8.2.2018

Der Opernball wird auf ORF 2 live übertragen.

Oh Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter-Teig

 

Beim Thema Christbaum führen viele Wege zum Ziel. Der Verleger zum Beispiel, steht traditionell am 24.12. zu Mittag am Wiener Graben vor dem Cafe Europe, sagt “den” und “zehn” und macht immer einen feinen Deal.  Das Fräulein O. ganz anders. Nach einem kleinen Vorjahres-Abenteuer mit dem Kunstbäumchen aus dem Internet mit Zusammenstecken dafür Lichterketten , haut sie heuer den Hut drauf und feiert bei der Tochter in der neuen Dachbodenwohnung (daß sie heuer das ganze Essen dorthinschleppen wird ist eine andere Geschichte deren Fortsetzung wir nächstes Jahr spätestens zur gleichen Zeit erfahren werden). Bei der Hammerischen, kann man sagen, sehr unkompliziert. Die Christbäume nie größer als das, was gerade auf einem Beifahrersitz Platz hat. Dafür mit selbstgebastelten Kindergarten-Strohsternen von den heute schon erwachsenen Söhnen. Dann meine eigene Mama. Sie opfert jedes Jahr einen ihrer selbstgezogenen “Tannenbäume” wie sie immer betont und klemmt die – in Wahrheit übergewichtige stachelige Blaufichte – zwischen Boden und Decke ihres Wohnsalons, dass weder vom Bösendorfer dahinter noch vom Perser darunter was zu sehen ist. Auf Instagram, ja, da gehts´auch schon zu. Dort ziehen schönen blassen Menschen in Norwegerpullis, Bommelmützen und Sonnenuntergang ihre Bäumchen gerade in verschneite Berghütten oder räkeln sich in knalligen Cruise-Outfits  durch Lobbys internationaler Hotelketten vor Riesen-Glitzer-Pyramiden.

Kommen wir zu mir.

Jahrelang war ich Stammkundin am ersten Stand am Kutschkermarkt, hab dort Christbäume gecastet, die in den besten Jahren Fragen wie “wohnen sie in einer Kirche ?” mit sich brachten. Bis ich draufgekommen bin, daß gleich bei mir ums Eck, eine Gutsverwaltung im Garten ihres  “Town-Houses” super Bäume zu Sensationspreisen verscherbeln. Muss dem Finanzamt lange nicht aufgefallen sein. Dann waren die Jahre mit dem Kummer-Toni (der auch den Marco Simonis christbaummäßig so pipifein beliefert, daß ich unbedingt auch so) und im Vorjahr der Ausflug in den Wald bei Klosterneuburg. Na was stellst du dir drunter vor, wenn dir Freunde vom Liebhaberprojekt eines Nebenerwerbs-Christbaum-Waldbesitzers  erzählen, gefolgt von Lagerfeuer und Erdäpfelgulasch. Da wird doch jeder schwach. Die Realität war nur eine andere, den selbstgefällten Gnadenbaum hab ich nur gegen ärgsten Widerstand der Familie durchsetzten können, mit dem Versprechen “niewieder”. Auf den alten Maronibrater Stiefeln auf der Kellerstiege kleben heute noch Reste von dem Gatsch bei Gugging. Nur, und jetzt kommt´s, was jetzt? Die Gutsverwaltung gibt es nicht mehr, vielleicht pickt da schon der Kuckuck, dem Kummer-Toni hab ich abgesagt, das nächste wäre der Parkplatz-Verkauf in Gersthof beim Centimeter oder die Agnesgasse. Jetzt steh ich schön da, für´s Erste back ich mir den Christbaum eben selber – passt sehr gut zum Weihnachte-Cocktail und zum Knabbern davor oder danach,  aber bitte um Hilfe, wo krieg ich jetzt bitte einen schönen Christbaum her?

Zutaten:

  • 2 fertige Blätterteigrollen
  • für das Pesto: eine Hand voll Wallnüsse, 1 Bund Petersilie, etwas Parmesan, 80 ml Pflanzenöl, Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Zutaten für das Pesto mit dem Stabmixer pürieren, würzen. Erste Blätterteig-Lage mit Pesto bestreichen, mit der zweiten Blätterteig zudecken, in Form schneiden und drehen – siehe Bilder und 20 Minuten bei 180 Grad backen.

 

 

es wird mit dem Summeton, mhmm o`clock

Gemüsesuppe mit Kräuterfrittaten Gemüsesuppe mit Kräuterfrittaten Gemüsesuppe mit Kräuterfrittaten

 

Leicht marode, so lässt sich die Schulstartverkühlung vom Teenager am Besten beschreiben, wirklich nicht schlimmer. Jiddisches Penizillin, bei Fieber und aufwärts ist noch nicht notwendig. Also putze ich das ganze Wurzelwerk meiner Gemüselade, röste in einem Topf einen halbierten Zwiebel mit Schale (wegen der Farbe!) in etwas Öl an, ergänze mit Ingwer, dem Wurzelgemüse, Lorbeerblatt, 3 Nelken und einem großen Stück Zellerknolle, gieße mit heißem Wasser auf und köchle mit den Stielen der Petersilie und Liebstöckel eine gute Stunde schwach wallend. Für die Kräuterfrittaten wird einfach ein Palatschinkenteig mit gehackten frischen Kräutern (Petersilie und Liebstöckel) verrührt, diese hauchdünn heuausgebacken, in dünne Frittaten für die Suppe geschnitten. Am Schluß ein Schuß Sojasauce und es macht mhhmmm ´clock.

Zutaten für die Suppe:

3 Karotten, 2 gelbe Rüben, 1 Zwiebel,  1/2 Knolle Zeller, 1 Lorbeerblatt, 3 Gewürznelken, Salz, Pfeffer

Kräuterfrittaten

Enable deinen Birnen Kuchen

Birnen Kuchen Alexandra PallaBirnen Kuchen Alexandra Palla IMG_0672Birnen Kuchen Alexandra PallaBirnen Kuchen Alexandra Palla    Birnen Kuchen Alexandra Palla Birnen Kuchen Alexandra PallaIMG_0670IMG_0673

Seit dem bei mir das Laufprogramm auf die Sonntage reduziert ist (wird schon wieder), ist es schon sehr nett, wenn der Sonntag auch trocken und sonnig ist. Von zu Hause weg, am Türkenschanzpark vorbei (drinnen nur die Parkläufer und die mit den Stecken), am Salettl und dem Knusperhäuschen vorbei, raus nach Neustift und je nach Witterung, unterer oder oberer Weingartenweg, ja, dieser Ausblick!  Oha, heute muss ich den fleissigen Weinwanderern ausweichen, also ab Salmannsdorf rüber zur Höhenstraße und in den Michaelerwald über die Pötzleinsdorfer Höhe zurück. Alles so schön goldig, ein perfekter Herbsttag. Wenn ich zurück bin gibt es französisches Frühstück wegen dem Pferderennen.  Ja, da waren wir schon so oft, schauen uns gleich den Tag im Vergleich der vielen Jahre an, da war’s auch warm, da saukalt, ui und nass, hier wieder schön. Was soll ich sagen, der Rokitansky – das wurde hier ja noch gar nicht besprochen –  kommt ja aus einer berühmten Galopprennfamilie, der Vater Pferdetrainer, er selbst  sogar mal Jockey zu Studentenzeiten. Daher immer erstes Wochenende im Oktober, Prix de lÁrc de Triomphe. Besser natürlich vor Ort, wenn nicht möglich halt online. Super passend meine Idee, die Birnen, die ich mir am Kutschkermarkt mitgenommen hab, im Sud vorzukochen und dann als Gateau aux Poires (Birnenkuchen) in den Ofen zu schieben. Während der Kuchen bäckt, wird geduscht, zum großen Hauptrennen dem PRIX bin ich wieder da, Enable vor Cloth of Stars und Ulysses. Das find ich wirklich passend!

Zutaten

  • 8 kleine Birnen, 2 Sternanis, 1 TL Gewürznelken, (event. Weisswein)
  • 4 Eier
  • 200 brauner Zucker, 1 Packerl Vanillezucker
  • 200 glattes Mehl, 1 EL Backpulver
  • 200 Butter

Zubereitung

Die kleinen Birnen (bei mir ungeschält mit Stängel dran, wer will kann schälen, lässt aber die Stiele dran!) mit Wein und Gewürzen in einem Topf mit Wasser bedecken und 30 Minuten weichdünsten, auskühlen lassen. Für den Teig die weiche Butter mit dem Zucker cremig rühren, Eier nach und nach dazu, mit einer Teilspachtel Mehl unterrühren und in einer ausgebutterte, mit Bröseln panierte Form streichen. Ausgekühlte abgetropfte Birnen in den Teig drücken und 50 Minuten bei ca. 170 Grad durchbacken. Ausgekühlt mit Schlagobers, Vanille- oder Zimteis servieren.

Tipps

Sehr hübsch sieht es auch aus, den Teig in der schmalen Kastenform zu backen und die Birnen darin aufstellen. Den Saft der Birnen heiß oder kalt dazu trinken.