Lauftraining mit Krenfleisch

Steirisches KrenfleischSteirisches KrenfleischSteirisches Krenfleisch Steirisches Krenfleisch

Noch 8 Wochen zum Halbmarathon in Wien, das geht sich aus. In guten Zeiten bin ich den aus dem Stand gelaufen.  So wie einst beim Familienlauftreffen in Graz mit dem kleinen Bruder, der ja dort lebt. Er ist wirklich sportlich, redet aber nicht weiter drüber, außer man fragt ihn. Zum Beispiel fährt er täglich mit dem Rad zur Arbeit. Dass er in Stainz lebt und in Graz arbeitet, eine Strecke 35 km lang ist, hin und zurück es also 70 km ergibt, er das an mindestens 4 Tagen die Woche fährt, und das bei jeden Wind und Wetter.  Noch dazu ist er gar kein Läufer, in dem Sinn, sagt er, aber mir zuliebe macht er das. Es war ein perfekter Tag, die Sonne schien, wir top fit, die nächsten 2 Stunden würde alles Bestens laufen. Und dann, Anfängerfehler, vor dem ich meinen laufunerfahrenen Bruder gewarnt hatte, zu schnell starten. „Du musst dir die Strecke gut einteilen, achte auf die Durchlaufzeiten, schau, dass du die Streckenabschnitte in der gleichen Zeiten läufst“, sag ich noch, aber weg war er. Zieht los wie eine Rakete. Nach 5 km dachte ich mir, hole ich ihn locker ein, nach 10 km hielt ich Ausschau am Strassenrand, nach 15 km war ich mir sicher, er hätte abgebrochen. Im Ziel angekommen, machte mir Sorgen. Ich war erledigt, durstig, hungrig, mit der Medaille in der Hand ging ich zum verabredeten Treffpunkt. Da saß mein Bruder schon, den Halbmarathon im Spitzenfeld mit Bestzeit absolviert, glücklich vor einem Teller Steirischem Wurzelfleisch und freute sich, dass ich auch schon da war. Er wollte einfach so schnell als möglich bei seiner Leibspeis sein. Seit dem seh ich das Steirischen Wurzelfleisch mit ganz anderen Augen und starte mein Lauftraining genau so:

Zutaten für 4 Personen

  • 1 ganzer Schweinslungenbraten (nicht so deftig wie im eigentlichen Rezept mit Schweinsschulter oder Bauch)
  • 3 Karotten
  • 3 Petersilienwurzeln
  • 1 kleines Stück Sellerieknolle
  • 3 speckige Erdäfpel
  • 2 Lorbeerblätter, Pfefferkörner, Kümmel
  • geriebener Kren
  • Salz
  • 3 EL Essig

 

Zubereitung:

1 Liter Wasser mit Essig aufkochen, Schweinslungenbraten im Ganzen, eine Scheibe geschälten Kren und Gewürze einlegen, 10 Minuten schwach wallend kochen. Geschältes Gemüse und Erdäpfel einlegen, salzen und darin weitere 15 Minuten bissfest kochen. Fleisch und Gemüse herausheben, in Scheiben schneiden, in tiefen Tellern anrichten und frisch geriebenen Kren darüberreiben.

Mehr Rezepte aus meiner Traditionsküche findet ihr auf LAND und LEUT.

Ritschert

RitschertIMG_3705RitschertIMG_4503RitschertRitschert    IMG_3733

Das Ritschert ist eine Suppe mit mitgekochten geselchten Ripperln und Rollgerste. Dieses typische Kärtner Rezept hab ich für die Reihe “Traditionsgerichte” ausgesucht und es mit etwas Sojasauce und mitgelockten Apfelscheiben aufgemöbelt. Passt sehr gut in die Skisaison!

Zutaten für 4-6 Personen

  • 200g Rollgerste
  • 200 g Bohnen (Dose oder auch über Nacht einweichen)
  • 500 g geselchte Ripperln
  • Wurzelwerk (Karotte, Sellerie, Petersilienwurzel, Lauch)
  • 2l Wasser
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Zwiebel
  • Nelken
  • Sojasauce
  • 1 Apfel
  • etwas Butter

Rollgerste bissfest vorkochen, abseihen und beiseite stellen. Röste das geschälte Gemüse in einem hohen Topf in etwas Öl an, gieße mit Wasser auf und versenke die g´selchten Rippeln (gibt es in jedem Supermarkt z.B. sehr gut vom Radatz) darin. Lorbeerblatt und 3 Nelken dazu, denn da hab ich eine Geschmacksidee. Nach cirka einer halben Stunde schwach köchelnd am Herd kommt nun die vorgekochte Rollgerste und die sauber gewaschenen roten Bohnen aus der Dose hinzu, schmecke mit Sojasauce ab und serviere mein Ritschert mit einer in Butter gebratenen Apfelscheibe obendrauf, die rundet den pikanten Selchgeschmack mit der winterlichen Nelke schön fruchtig ab und das geht dahin!

Mehr von mir ausgesuchte Traditionsrezepte findet ihr auf der Seite LandundLeut – mit der Einladung, weitere Rezepte dort raufzuladen und einem Gewinnspiel für einen gemütlichen Kochabend.

Boa, was für ein Beef!

Boa Rind Galloway Beef Zehetner für RoughCutblog Alexandra PallaBoa Rind Galloway Beef Zehetner für RoughCutblog Alexandra PallaOriginalPhoto-467652249.202578 OriginalPhoto-467653027.087782  Boa Rind Galloway Beef Zehetner für RoughCutblog Alexandra PallaOriginalPhoto-467653186.005194 OriginalPhoto-467664141.072934 IMG_7304Boa Rind Galloway Beef Zehetner für RoughCutblog Alexandra Palla

Die Großfürstin und der Intendant (siehe auch Bohnencrostinis arm aber SEXY) waren auf Wienbesuch, die ideale Gelegenheit also, mein neues Boa Beef Riesenteil rauszurücken, dass ich von meiner Marktschwester Irene Pöhl am Kutschenmarkt zum Probekochen bekommen hab. Boa, danke liebe Irene! Es ist ein Beef vom Züchter Zehetner von der Boafarm, dort hat alles seinen Ursprung, was jetzt in der sehr  empfehlenswerten ORF Doku-Serie “Ochs im Glas” mit Food-Journalist Florian Holzer, Fotograf Ingo Bertramer und Künstler Thomas Nowak eingerext wird.

Die Riesen-Bein-Scheibe wird von der Boafarm niedlicherweise Mickey Mouse Steak – siehe Etikett – genannt. Warum werden wir ihn bei nächster Gelegenheit fragen, die Story, dass nämlich im Disney Comic die Mickey Mouse damit herumwirft und er das Stück deshalb so nennt, glaub ich nicht ganz. Das –  und ich sag jetzt Riesen-Jarret dazu, hat stolze 2,5 Kilo, ist groß wie ein Bettvorleger, der Knochen in der Mitte hat einen Durchmesser wie ein Tennisball. Auskenner wie meine Mama sehen sofort das Tafelstück, das weisse Scherz und allerhand Gustostückerln rund um den Knochen im Uhrzeigersinn. Ich brate zuerst die Rüben, Zwiebel und Knoblauchhälften in Olivenöl an und dann erst das Riesen-Jarret, denn einmal in meinem Gußeisen-Bräter bin ich mir noch nicht sicher, wie ich es im Ganzen auch wieder rausbekommen soll, lässt sich dann doch ganz gut wenden und brate es auf beiden Seiten scharf an. Das Gemüse wieder dazu und gieße das Fleisch mit 1 Liter Rotwein auf und schiebe es bei 160 Grad für 1,5 Stunde ins heiße Rohr. Vielleicht ein Äutzerl zu lang, wie sich später herausstellt, kurz ist mir die ganze Flüssigkeit komplett verdampft kann das eingebratene Stück noch schnell mit einem Wasseraufguss retten und disponiere kurzerhand um, zuerst die Hauptspeis, dann erst die Suppe. Finden die Berliner Freunde eh voll krass. Geschmacklich – sicher gerade deshalb – top und das Fleisch butterweich. Die dunkle Farbe ist schon eindeutig  vom vielen Rotwein. Vorsicht beim Herausheben, am Besten 4-händig auf ein sehr großes Schneidebrett oder Teller, denn der Anblick des Riesen-Teils macht mächtig was her. Dazu gibt es die Klassiker Bandnudeln und Preiselbeeren, echt feierlich!

Zutaten für 8 -10 Personen

  • 6  Karotten
  • 6 Pastinaken
  • 5 rote Zwiebel
  • 1 ganze Knoblauchknolle halbiert, frischer Thymian
  • 1 Liter Rotwein
  • 2 EL Tomatenmark
  • 1 Stück BOA Beef ca. 2.5 Kilo, z.B. auf Bestellung bei Irene Pöhl am Kutschkermarkt

Gemüse und Zwiebel schälen, Knoblauch halbieren und in Olivenöl in einem sehr großen Bräter anrösten, herausheben, das Riesen-Jarret darin auf beiden Seiten anbraten, Gemüse, Knoblauch, Rotwein, Gewürze und Tomatenmark dazu, mit Stanniol abdecken und für ca. 1,5 Stunden im Rohr bei 160 Grad zugedeckt – oder eben mit Stanniol – schmoren. Event. mit Wasser oder Rindsuppe aufgießen, wenn Flüssigkeit verdampft.

Hier gehts zur BOA FARM von Fritz Zehetner, der diese Teile vom Kalb aber vorwiegend im Sommer anbieten. Aber Fragen kost ja nix.

Vienna Design Cook mit Megumi Ito und Johannes Lingenhel

Vienna Design Week Alexandra PallaVienna Design Week Alexandra PallaVienna Design Week Alexandra PallaVienna Design Week Alexandra PallaVienna Design Week Alexandra PallaVienna Design Week Alexandra PallaVienna Design Week Alexandra PallaVienna Design Week Alexandra PallaVienna Design Week Alexandra PallaVienna Design Week Alexandra PallaVienna Design Week Alexandra PallaVienna Design Week Alexandra PallaVienna Design Week Alexandra PallaVienna Design Week Alexandra PallaVienna Design Week Alexandra PallaVienna Design Week Alexandra PallaVienna Design Week Alexandra Palla

Für Tag 3 von 5 des Cooking Projekts der Vienna Design Week konnte ich die Lichtdesignerin Megumi Ito (könnt ihr euch noch an die Auslage von Altmann und Kühne erinnern?) und  Johannes Lingenhel gewinnen, die mit Unterstützung von Architekt Ike Ikrath (Haus Hirt, Miramonte und Alpine Lodges), Peter Weisz und Norbert Brunner einen Prachtabend hingelegt haben. Der Festsaal vom Kronbergers wurde von Megumi Ito in ein Spiegelmeer im Wasserfall von frisch geschnittenen Ranken wilden Weines behängt, die sich auf Gegenspiegeln an der Tafel an Kerzenschein widergespiegelt haben. Johannes Lingenhel ist mit einem ganzen Team angerückt und hat als Höhepunkt seines Menüs selbstgemachten Käse B2 präsentiert, ein schöner Vorgeschmack auf seine Käsegeschäft to be in der Landstrasse Hauptstrasse. Das ganze Menü:

  • Thunfischtartare mit Gurke, Gin & Sechzuanpfeffer
  • ***
    Kalbsfond mit Safran & Pastis
    ***
    Wolfsbarsch auf lauwarmer Caponata
    ***
    Safranrisotto mit Birne, Jungzwiebel und Büffelfrischkäse
    ***
    Käse & Weingartenpfirsichchutney
    ***
    Rumtopftiramisu

 

Vienna Design Cook mit Guerilla Bakery und Dottings

Vienna Design Cook Guerilla Bakery und DottingsVienna Design Cook Guerilla Bakery und Dottings  Vienna Design Cook Guerilla Bakery und Dottings  Vienna Design Cook Guerilla Bakery und Dottings Vienna Design Cook Guerilla Bakery und Dottings  Vienna Design Cook Guerilla Bakery und Dottings mit Groszer Wein Vienna Design Cook Guerilla Bakery und Dottings Vienna Design Cook Guerilla Bakery und DottingsVienna Design Cook Guerilla Bakery und Dottings Vienna Design Cook Guerilla Bakery und Dottings Vienna Design Cook Guerilla Bakery und DottingsVienna Design Cook Guerilla Bakery und Dottings

 

Am Tag 4 vom Cooking-Projekt “Vienna Design Cook” zur Vienna Design Week gab es eine Weltpremiere! Die 3 Schwestern der Guerilla Bakery kochten ein zauberhaftes Menü in die neue Serie “Topf Riesen und 7 Topf Zwerge” von Riess Emaille. . Das Designduo Dottings, hier allen bekannt für das Design vom blogeigenen RoughCutBoard, sind eben auch für das Topfkonzept von Riess verantwortlich. Sofia Potreka und Katrin Radanitsch haben mit Sara Seveninge die alte Wirtshausschank aus dem Dornröschenschlaf geholt. Die kochenden Schwestern boten ein Traummenü von weißer Bohnensuppe mit geräuchertem Quester-Fisch, lauwarmer Kürbissalat mit Thum-Schinken und Ziegenfrischkäse, ein butterweich gedünstetes Hirschragout mit Maroni-Servietten-Knödel samt Pilzen und zum Abschluss ein Schoko-Crumble mit Vanillesauce zu rauchenden Töpfen!

Vienna Design Cook Guerilla Bakery und Dottings Vienna Design Cook Guerilla Bakery und Dottings Vienna Design Cook Guerilla Bakery und Dottings Vienna Design Cook Guerilla Bakery und Dottings

Vienna Design Cook mit Eschi Fieges Mittagstisch

Vienna Design Cook mit Harriet Riddell stiching Alexandra PallaVienna Design Cook, Eschi Fieges Mittagstisch Rote Rübe in Salzteig   Vienna Design Cook, Eschi Fieges Mittagstisch Rote Rübe in Salzteig Vienna Desing WeekVienna Design Cook, Eschi Fieges Mittagstisch Rote Rübe in Salzteig Vienna Design Cook, Eschi Fieges Mittagstisch Rote Rübe in Salzteig Vienna Desing Week Vienna Design Cook, Eschi Fieges Mittagstisch Rote Rübe in SalzteigVienna Design Cook mit Harriet Riddell stiching Alexandra Palla Vienna Design Cook, Eschi Fieges Mittagstisch Rote Rübe in Salzteig Vienna Desing WeekVienna Design Cook, Eschi Fieges Mittagstisch Rote Rübe in Salzteig Vienna Design WeekVienna Design Cook mit Harriet Riddell stiching Alexandra Palla Vienna Design Cook mit Harriet Riddell stiching Michi KleinVienna Design Cook mit Harriet Riddell stiching Vienna Design Week     Vienna Design Cook, Eschi Fieges Mittagstisch Rote Rübe in Salzteig

Das von mir kuratierte Cooking Projekt “Vienna Design COOK” zur Vienna Design Week wurde am Tag 5/5, sprich Sonntag mit einem Mittagstisch von Eschi Fiege geadelt, die spätestens seit ihrem Kochbuch “Eschi Fieges Mittagstisch” – erschienen im Brandstätter Verlag, 2015  – einer größeren Gruppe bekannt ist. Eschi, die bis jetzt den Mittagstausch ausschließlich in ihrer Altbauwohnung am Naschmarkt serviert hat, war ganz spontan bereit, für die Vienna Design Cook auch gerne und damit erstmalig, auswärts zu kochen. Das Menü stand sofort fest, Rote und Gelbe Rüben im Salzmantel, Bohnentopf im Bratapfel, Topfenschmarrn mit Zwetschke. Auf der Suche nach einem passenden Design-Part, hat mir Eschi im Vorgespräch von Harriet Riddell erzählt, einer britischen Textildesignerin, die ihre “Ausg´steckt Fahne” bestickt hat. Die Fahne spielt in Eschis Mittagstisch-Story eine wichtige Rolle, sie wird zum Zeichen, dass es was zu Essen gibt vom Balkon im 3. Stock ihres Hauses ausgehängt und ist für den ganzen Naschmarkt sichtbar. Harriet Riddell, sah und nähte. Sie saß mitten unter den Gästen und stickte mit ihrer Nähmaschine Portraits der Gäste samt Ausblick aus dem Wirtshausfenster.

Rote Bete-Carpaccio im Salzteig gegart (2 Portionen) a la Eschi Fieges Mittagstisch:

  • 2 mittelgrosse Rote Rüben
  • 500 g Salz
  • 500 g Mehl
  • 350 ml Wasser

Rote Rüben gut waschen. Teig aus Salz, Mehl und Wasser kneten, und Rüben darin einpacken- Wurzelfaden rausstehen lassen. Bei 180°C ca. 75 Minuten am Backblech backen. Kurz abkühlen lassen. Die rote Bete aus dem Teig lösen und die Haut abziehen. Mit Sauerrahm oder Creme Fraiche Dip und frischen Kräutern servieren.

Vienna Design Cook war das  5-tägige Verköstigungsprogramm zur Vienna Design Week vom 30.9. – 4.10. 2015 im ehemaligen Gasthaus Kronbergers im Festival-Focus-Bezirk Favoriten.

tralalobe Currytopf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IMG_10642015-08-31 20.34.33 Alexandra Palla kocht tralalobe Verein für minderjährige Flüchtlinge 2015-08-31 20.35.09 Alexandra Palla kocht tralalobe Verein für minderjährige Flüchtlinge

Alexandra Palla kocht tralalobe Verein für minderjährige Flüchtlinge

Alexandra Palla kocht tralalobe Verein für minderjährige Flüchtlinge

Alexandra Palla kocht tralalobe Verein für minderjährige Flüchtlinge

Alexandra Palla kocht tralalobe Verein für minderjährige Flüchtlinge

Alexandra Palla kocht tralalobe Verein für minderjährige Flüchtlinge

Alexandra Palla kocht tralalobe Verein für minderjährige Flüchtlinge

Alexandra Palla kocht tralalobe Verein für minderjährige Flüchtlinge

Zwischen Hassan und Mahdi ist noch ein Platz frei, schnell stell ich meinen Teller hin und hol mir selber einen Sessel vom Turm in der Ecke der Küche, denn so schnell kannst du nicht schauen, haben sich an die 40 junge hungrige Burschen um den Tisch zum heutigen Abendessen versammelt. An anderen Abenden sind immer ein paar Fussballspielen oder hängen herum sagt Andreas, der das tralalobe Haus hier leitet.  Heute sind sie alle da und sehr neugierig was wir da eigentlich machen, denn Besuch bekommen sie hier nicht so oft. Der Verein tralalobe gibt minderjährigen unbetreuten Flüchtlingen wie Kamera, Okay, Hassan, Kahlid, Rashid, Bashir, Moshi, Sekhi, Abdullahi, Akbar, Mahdi, Hadi oder Noor ein Zuhause. Wir haben sie besucht, mit ihnen gemeinsam gekocht und zu Abend gegessen. Alle diese Burschen sind vor ihrem 14. Geburtstag aus ihrem Land geflohen, alleine oder haben am Weg ihre Familie und Freunde verloren. Es hat meist Wochen oder Monate gedauert bis sie schließlich in Österreich in Traiskirchen gelandet sind. Von den derzeit 1.500 unbetreuten, minderjährige Burschen die in Österreich angekommen sind, können 45 im Tralalobe Haus wohnen, für weitere 15 wird gerade ausgebaut, ein zweites Haus in Biedermannsdorf steht kurz vor Eröffnung.

Schon beim Ausräumen der Taschen bekommen wir Hilfe, neugierig schauen auch Andere zur Tür herein und bieten ihre Hilfe an. Die Verständigung geht erstaunlich gut, sicher die Hälfte aller Buben spricht etwas Deutsch. Der Älteste hier wohnt schon fast 3 Jahre da. Der Jüngste ist  erst vor ein paar Tagen hergekommen. Die meisten hier machen Sprachkurse oder gehen zur Schule, einige dürfen sogar eine Lehre machen. Das Ziel von tralalobe ist, alle hier mit 18 Jahren in ein selbstständiges Leben entlassen zu können und wenn möglich Paten zu finden. Mahdi schneidet Zucchini, Josi schält Karotten, Jojo Paradeiser und Brigitte die Süßkartoffel, mir bleiben die Zwiebel. Julia, die Sozialarbeiterin kommt herein, sie hat heute Nachdienst. Tischdecken? Nein, jeder hat seinen Teller und einen Becher, damit kommen die Buben zum Abendessen in die Küche, jeder wäscht seine Sachen selber ab, so wie sie auch ihre Wäsche alle selber waschen, meine Mädchen staunen nicht schlecht. Ich sag mir so, helfe da, wie du es am Besten kannst, also mach ich einen großen Topf Curry, viel Gemüse, wenig Huhn, ganz viel Reis.  Für ein durchschnittliches Essen kann Tralalobe 3,- pro Bewohner ausgeben, das haben wir an dem Abend auch hinbekommen. Wenn ich frage, sagt Julia, fehlt es an Rezepten, die an Menge, Budget und Kochmöglichkeiten angepasst sind, den Ball nehme ich gerne auf. Die Kochdienste werden im tralalobe Haus sonst aufgeteilt, zusätzlich zu den 40,- Taschengeld im Monat können sie die Buben für jeden Küchendienst noch ein paar Euro dazuverdienen. Meistens gibt es aufgewärmte Bohnen aus der Dose mit Tomatensauce. Unser Curry köchelt schon dahin, so einen riesigen Topf voll hab ich selber noch nie gemacht. Die 3 Kilo Basmati Reis passen genau in den Reiskocher, schon praktisch so ein Gerät. Kurz nach 19 Uhr sind wir mit dem Kochen fertig, ein Bub nach dem anderen kommt in die Küche, schöpfen ihre Teller voll und setzten sich um den großen Tisch. Super das mit dem Joghurt, passt ja total gut dazu, hätt ich heute nicht dran gedacht, aber danke Jungs, kommt in Zukunft immer dazu.

Zutaten für 50 Personen

  • 2 Kilo Zwiebel
  • 2 Kilo Kürbis oder Süßkartoffel
  • 2 Kilo Zucchini
  • 4 Kilo Paradeiser
  • 1 Hand voll Currypluver
  • 6 Liter Kokosmilch
  • 3 Knollen Ingwer
  • 3 Kilo Basmati Reis
  • 4 Bund Petersilie
  • 3 Bund Koriander
  • 1 Liter Joghurt
  • Saft von 3 Limetten oder Zitronen

Zubereitung

Geschälte und gehackte Zwiebel sowie Ingwer in neutralem Öl anschwitzen, mit Currypulver stauben und sofort mit gewürfelten Paradeisern und Kokosmilch aufgießen. Geschnittenes Gemüse dazu, salzen, pfeffern und ca. 1 Stunde köcheln lassen, Hühnerbruststreifen einlegen, weitere 10 Minuten ziehen lassen. Saft von 3 ausgepressten Limetten unterrühren. Parallel dazu Reis bissfest kochen, abseihen, Kräuter zupfen und hackeln. Auf tiefen Tellern Reis und Curry anrichten, 2 Löffel Joghurt darauf und mit frischen Kräutern würzen.

Meine beiden Töchter, Brigitte Lendl von The Vienna Globe und ich sind unendlich dankbar für die Gespräche, für die Gastfreundschaft in der Küche, das gemeinsame Abendessen und den großen Hunger. Für uns ist klar, wir kommen bald wieder.

Über den Verein, die Möglichkeiten zur Unterstützung und zur Verkostung des tralalobe-Eintopfs gegen freiwillige Spenden lade ich Euch herzlich ein. Termin und Ort siehe oben, Fragen und Infos an kitchen@roughcutblog.com, www.tralalobe.at, gilt auch für Freunde von Freunden, bitte teilen!
Danke an Richard Rokitansky für den großzügigen Einkauf!

 

 

 

 

11 Trink und 1 Essgewohnheit, Ossobuco

Osso Bucco #Potluck Alexandra Palla roughcutblog.comOsso Bucco #Potluck Alexandra Palla roughcutblog.comOsso Bucco #Potluck Alexandra Palla roughcutblog.com Osso Bucco #Potluck Alexandra Palla roughcutblog.com  Osso Bucco #Potluck Alexandra Palla roughcutblog.com

Im Endspurt meiner Alkoholfastenzeit, schneit ein Kettenbrief  über Trinkgewohnheiten herein, fast eine Provokation. Aufgefordert von Jürgen Schmücking (ebenso wie Angelika DeutschMarkus BudaiMatthias Metze) – ich, noch nie eine Spaßbremse, hab auch trocken und prompt die Antworten darauf. Gleichzeitig landet dieses Ossobuco alla Cipriani, eine meiner liebsten Essgewohnheiten im Topf, zu dem ich schon sehr gerne ein Gläschen eiskalten Dorli-Muhr-Weines dazu getrunken hätte. Aber bald. Und jetzt zu den 11 Antworten über Trinkgewohnheiten:

1. Was ist Dein liebster Drink? Ein Gläschen eiskalten Weines zu diesem Ossobuco, Rezept siehe unten.

2. Wann hast Du das erste Mal Alkohol getrunken? An das erste Mal kann ich mich nicht erinnern, nur an das erste Mal mit böser Wirkung. Gemeinsam mit einer Freundin, wir waren sicher noch keine 14, haben wir in der Minibar meines Onkels eine Flasche Bailys (grrrrr…..es schüttelt mich heute noch) entdeckt und den grauslichen Fusel getrunken. Böse.

3. Welchen Drink hast Du am meisten bereut? Den dritten Blue Curacao Mitte der 80er in der Zwölferalmbar von St.Gilgen am Wolfgangsee.

4. Bar oder Beisl? Wie passend: Harry´s Bar, denn aus dessen Kochbuch ist dieses wunderbare Ossobuco alla Cipriani.

5. Champagner oder Schaumwein? Wieso, mir schmecken auch Marillen aus der Steiermark.

6. Mit wem würdest Du gern trinken? Mit Giuseppe Cipriani – siehe Ossobuco alla Cipriani und Christine Brugger, siehe Punkt 10.

7. Bei wem würdest Du gern trinken? Wie gesagt, in der  Harry´s Bar in Venedig oder bei  Hubert Peter im Kussmaul. Mir von ihm eine seiner unglaublichen Drink-Kreationen mixen lassen und mir wieder die Geschichte erzählen lassen, als ihm eine Putzfrau, den eigens angesetzten, über Nacht gefilterten Tomatensaft für Cocktails eines gemeinsamen Feldküchenauftrittes einfach weggemissen hat.

8. Wie sieht Deine Hausbar aus? Da hab ich heute ein Foto für Dich – siehe oben.

9. Wie sehen Deine Eiswürfel aus. Nicht so, wie ich sie gerne hätte. Nämlich diese exakt gehackten, großen, kristallklaren Eis-Quadrate. Wird noch.

10. Was ist Deine Gin & Tonic-Empfehlung? Eindeutig Ginn & Ginnie, von der lieben Christine Brugger. Sie hat Geschmack studiert, von den Großeltern eine Brennerei geerbt, und braut den besten Gin am Bodensee. Bei Tonic nehme ich einen Fentimans.

11. Wie bekämpfst Du Deinen Hangover? Mit Leimi (mit Leitungswasser gespritztes, salziges Mineralwasser) wenn es ganz arg ist: Korrekturbier plus Leberkäsesemmel.

Und jetzt zu meiner liebsten Essgewohnheit:

Ossobuco alla Cipriani für 8 Personen:

  • 8 Scheiben von der Kalbshaxe
  • Mehl zum Wenden
  • ein halbes Bund klein geschnittene Stangensellerie (4 Stangen)
  • 3 geraspelte Karotten, 2 weiße gewürfelte Zwiebel,  1/2 Liter Weisswein zum Aufgießen, 1 Dose Paradeismark, Salz, Pfeffer (im Originalrezept auch mit 200 g Champignons)
  • Gremolata: 125 g Butter, 2 gehackte Knoblauchzehen, Schale einer Biozitrone, gehackte Petersilie, Basilikum, Rosmarin, und Salz mit Gabel zerdrücken

Die Scheiben der Kalbshaxe mit Küchenkrepp trockentupfen, in Mehl wenden und in Olivenöl in einem großen gußeisenen Topf beidseitig anbraten. Scheiben beiseite geben, im gleichen Topf Zwiebel und Gemüse anschwitzen, mit Weisswein aufgießen, 5 Minuten köcheln lassen, Fleisch hinein schichten, mit gewürfelten Paradeisern aus der Dose bedecken, würzen und zugedeckt ca. 2 Stunden schmoren lassen. Bevor der Topf auf den Tisch kommt, 2 EL der Gremolata einrühren, je 1 TL auf die Portionen setzten.

Beilage: getoastetes Schwarzbrot (für das Knochenmark!), Polenta oder Spaghetti.

Die 11 Fragen zu Trinkgewohnheiten findet ihr HIER. Wer Lust hat, kann sie für sich selbst beantworten!

Ochsenschleppsuppe mit Sonderschliff

Ochsenschleppsuppe Alexandra Palla roughcutblog Ochsenschleppsuppe Alexandra Palla roughcutblog Ochsenschleppsuppe Alexandra Palla roughcutblog Ochsenschleppsuppe Alexandra Palla roughcutblog Ochsenschleppsuppe Alexandra Palla roughcutblog Ochsenschleppsuppe Alexandra Palla roughcutblog   Ochsenschleppsuppe Alexandra Palla roughcutblogOchsenschleppsuppe Alexandra Palla roughcutblog

 

Ob ich zu dieser Tageszeit über den Gürtel oder eher hinten herum in die Stadthalle fahre ist gehupft wie ghatscht, denn am frühen Nachmittag, ganz ohne Baustelle bist du in 10 Minuten vom Schule abholen mir nix, dir nix dort. Publikumseislaufen, unter der Woche, Achtung, nur bis 16.45! Dann sind nämlich die Eisprinzessinnen und Prinzen dran mit ihren strengen russischen Lehrern, die eine könnte wirklich eine in die Jahre gekommene Lisa Schüller sein. Wer sich nicht erinnert oder noch gar nicht auf der Welt war: in den 70ern, als unser Fernsehen noch FS1 und FS2 hieß, gab es einen wöchentlichen Russischkurs in der Flimmerkiste, ich immer sehr beeindruckt von der Kalinka Methode.  Jedenfalls schaut die eine Eislauftrainerin tatsächlich sehr russisch aus, eben Lisa Schüller mäßig und als wär das noch nicht alles, trägt sie auch noch Pelzhut dazu, Nastrovje! Beim Publikumslauf an diesem Nachmittag gezählte 7 Kinder am Eis in dieser tippi-toppi Eishalle, erstklassische Rainer Architektur, wohlig temperierte 18 Grad. Dass es den Eislaufshop zum jährlichen Schlittschuh-in-die-nächste-Größe-eintasuchen nicht mehr gibt, schade, die Kantine hat auch nur mehr am Wochenende offen. Die an den Rändern aufgebogenen und  leicht angetrockneten polnischen Wurstradeln in den Anker-Semmel zu Lila-Pause vermiss ich am wenigsten. Aber deswegen kommst du ja nicht, es ist diese besondere Atmosphäre, die Akustik, die blitzenden Kufen, der Geruch von kaltem Eis, die Lässigkeit, mit der hier zu sehr moderaten Preisen eine ganze Eislaufhalle nur dir gehört.

Die Temperaturen gefallen auch dem gerade gekaufte Ochsenschlepp in der Tasche, der hält es auch gerne aus, daß wir zwar pünktlich um 16.45 das Eis verlassen aber uns noch den Auftritt der jungen Eislaufkünstler geben. Während das Jungvolk darauf besteht, die Umbauarbeiten für die Trainingseinheit anzuschauen, den Eiswagen beim Glätten der Fläche, überleg ich mir schon, was ich mit meinem Ochsenschlepp nun anstelle und entscheide mich für Suppe!

Ochsenschleppscheiben rundherum anbraten, in einem zweiten großen Suppentopf eine gehälftete Zwiebel mit Schale auf der weißen Seiten dunkel anrösten, mit 2 l Wasser aufgießen, die angebratenen Ochsenschleppscheiben dazu, aufkochen lassen, Schaum abschöpfen, leise drehen, Pfefferkörner, Lorbeerblatt und Salz dazu und ca. 2 Stunden köcheln lassen. Dann eine halbe geputzte Zellerknolle, 3 Karotten, 1 Lauchstange dazu und nochmal eine Stunde weiterköcheln lassen. Suppe abseihen, Fleischstücke aus Ochsenschlepp lösen, Gemüse schneiden

und jetzt der Sonderschliff, mit Kräuterfritatten die feine Suppe löffeln!

Kräuterfritatten

Die Eisstadthalle, Öffnungszeiten und Preise 

 

 

Mulligatawny-Soup, …the same procedure

IMG_3637IMG_3619IMG_36491487451_10152118443218633_2002429384_n

Miss Sofie lässt sich zu Silvester in “Dinner for One” – Achtung  war jetzt 50 Jahre Jubiläum – in nicht einmal 11 Minuten 4 Speisen servieren: eine Mulligatawny Soup mit Sherry, Fish mit White Wine, dann Bird and Champagne, und zum Abschluss Fruit and Port. Nicht nur, daß sie mit ihren imaginären 4 Freunden Sir Toby, Admiral von Schneider, Mr. Pommeroy und Mr. Winterbottom speed-speist, muss ihr Butler James alles an- und abservieren und für alle Gäste trinken. Zum Dank finden das viele gar nicht mehr so lustig. Dabei stolpert der Butler pausenlos über den Tiger, soll das ein Symbol für unsere Unüberwindbarkeiten sein, und will von Miss Sofie wissen, ob eh alles so wie beim letzten Jahr abläuft. Nein, Butler James, immer noch nicht geschnallt,  “the same procedure as EVERY year”. Geh bitte, Miss Sofie, so leicht nicht, denn ab sofort kleine Tradition, denn zu Sylvester machen wir uns jetzt auch eine Mulligatawny Soup. So wie ich jetzt gar nicht zufällig im Kochbuch “Die 100 berühmtesten Rezepte der Welt” von Roland Gööck gefunden, eins meiner liebsten Kochbücher, das ich UA meiner Mama abgeluchst hab. Und ich sag´s jetzt, ja eh, das alte Jahr lässt sich mit keiner anderen Suppe besser beenden oder das neue Jahr schöner begrüßen als mit einer Mulligatawny Soup, einer Indisch-Englischen ahem “Kolonialssouvenir” und vielleicht dann doch nicht “the same procedure as every Year”, weil wer will schon jedes Jahr so wie das andere haben?
1 ganzes sauberes (Danke Claudia, Danke Max) Huhn mit 1 L Wasser bedecken und mind. 1/2 Stunde mit 1 ganzen Zwiebel (mit Schale!) Lorbeerblatt, Nelke, Salz, Pfeffer 4 Paradeiser und geputzem Wurzelwerk auskochen, abkühlen lassen.  Speckwürfel leicht anbraten, mit Mehl stauben, die geschälten Paradeiser dazu und mit der gesiebten Suppe aufgießen, mit Currypulver und Cayennepfeffer würzen, Hühner und Gemüsestücke dazu, ein Schuß Schlagobers und mit Croutons servieren.